Ketten der Arbeitslosigkeit durchbrechen
Tausende Nachhilfestunden finanziert

Telgte -

Die Brüder-Grimm-Schule in Telgte Teil des kreisweiten Projekts „Lernstandorte“, mit dem der Kreis Warendorf möglichst früh in betroffenen Familien das generationenübergreifende Problem der Langzeitarbeitslosigkeit durchbrechen will.

Freitag, 11.09.2020, 19:40 Uhr aktualisiert: 13.09.2020, 17:46 Uhr
Landrat Dr. Olaf Gericke überreichte die Auszeichnung als Lernstandort im Kreis Warendorf an Schulleiterin Sabine Senkbeil von der Brüder-Grimm-Schule Telgte. Das Bild zeigt (v. l.) den Leiter des Jobcenters Dr. Ansgar Seidel, Sabine Senkbeil, Sozialdezernentin Brigitte Klausmeier, Landrat Dr. Olaf Gericke, Schulsozialarbeiterin Christiane Osthues und Marianne Böhlke (Schulamt der Stadt Telgte).
Landrat Dr. Olaf Gericke überreichte die Auszeichnung als Lernstandort im Kreis Warendorf an Schulleiterin Sabine Senkbeil von der Brüder-Grimm-Schule Telgte. Das Bild zeigt (v. l.) den Leiter des Jobcenters Dr. Ansgar Seidel, Sabine Senkbeil, Sozialdezernentin Brigitte Klausmeier, Landrat Dr. Olaf Gericke, Schulsozialarbeiterin Christiane Osthues und Marianne Böhlke (Schulamt der Stadt Telgte). Foto: Kreis Warendorf

In nicht wenigen Familien ist Langzeitarbeitslosigkeit ein generationenübergreifendes Problem. Diese Ketten zu durchbrechen ist schwierig. In seinen Strategien setzt das Jobcenter Kreis Warendorf deshalb möglichst früh an: „Je früher ein Euro investiert wird, desto größer ist seine Wirkung“, berichtet der Leiter des Jobcenters im Kreis Warendorf, Dr. Ansgar Seidel.

Ein wichtiges Instrumentarium für das Jobcenter ist dabei die Lernförderung des Bildung- und Teilhabepakets (BuT), mit der SGB II-Leistungsberechtigten, aber auch den Kindern von Wohngeld- und Kinderzuschlagempfängern Nachhilfestunden bei Bedarf finanziert werden. „Am effektivsten ist diese Vorgehensweise in enger Zusammenarbeit mit den Schulen. Deshalb hat der Kreis Warendorf an mehr als 20 Standorten in unserem Kreis Schulen dabei unterstützt, sogenannte Lernstandorte aufzubauen“, berichtet Sozialdezernentin Brigitte Klausmeier. Dies läuft üblicherweise so, dass die Schulen etwa aus Referendaren oder pensionierten Lehrerinnen und Lehrern einen Pool an Nachhilfelehrern aufbauen. „Das Jobcenter begleitet diesen Prozess und finanziert die Nachhilfestunden“, verdeutlicht Dr. Seidel.

Im Rahmen von zwei Feierstunden im Warendorfer Sparkassenforum hat Landrat Dr. Olaf Gericke nunmehr 16 Schulen ausgezeichnet, die sich mit als erste am Projekt „Lernstandorte“ beteiligt haben, darunter auch die Brüder-Grimm-Schule aus Telgte. „Seit wir im Jahr 2012 kommunales Jobcenter geworden sind, haben wir die Inanspruchnahme für Lernförderung kontinuierlich gesteigert. Allein in den Jahren von 2017 auf 2019 hat sich der Finanzierungsumfang durch das Jobcenter von gut 300 000 auf rund 675 000 Euro mehr als verdoppelt. Dies sind viele tausend Nachhilfestunden mehr für junge Menschen in unserem Kreis“, sagte Landrat Dr. Olaf Gericke erfreut. „Dafür möchten wir den Schulen, die sich ganz besonders engagiert haben, ganz herzlich Dankeschön sagen.“

Ausgezeichnet wurden: Wilhelm-Emanuel-von-Ketteler-Schule in Sassenberg, Sekundarschule Wadersloh, Sekundarschule Sassenberg, Josef-Annegarn-Schule in Ostbevern, Kopernikus-Gymnasium in Beckum, Kardinal-von-Galen Grundschule in Drensteinfurt, Brüder-Grimm-Schule in Telgte, Barbaraschule Ahlen, Diesterwegschule Ahlen, Martinschule Ahlen, Paul-Gerhardt-Schule Ahlen, Astrid-Lindgren-Schule Beckum, Teamschule Sekundarschule Drensteinfurt, Gesamtschule Ennigerloh-Neubeckum, Grundschule Everswinkel und Realschule St. Martin Sendenhorst.

Auch die Auszeichnung von weiteren Lernstandorten im Kreis Warendorf ist noch in diesem Jahr geplant. Interessierte Schulen, die ebenfalls Lernstandort im Kreis Warendorf werden möchten, können sich an das Team Bildung und Teilhabe beim Jobcenter wenden, heißt es abschließend vom Kreis Warendorf

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