Fahrradwerkstatt sucht weitere Exemplare
Extraschichten für Mobilität

Montag, 14.09.2020, 16:52 Uhr aktualisiert: 15.09.2020, 14:30 Uhr
Elmar Bahr und Ulli Seidel (r.) bringen die Fahrräder wieder auf Vordermann.
Elmar Bahr und Ulli Seidel (r.) bringen die Fahrräder wieder auf Vordermann. Foto: Bernhard Niemann

In der Werkstatt, die sich in einem ehemaligen Klassenzimmer der früheren Grundschule in Vadrup befindet, hängen fast immer gleichzeitig drei Fahrräder an den Haken und werden repariert. Zudem befinden sich dort auch weitere Exemplare, die bereits überholt wurden und schon bald etwa bei den Flüchtlingen zum Einsatz kommen sollen.

Da das Fahrrad ein beliebtes Fortbewegungsmittel für Jung und Alt ist, ist es kein Wunder, dass sich auch etliche Bürger mittwochs in der Fahrradwerkstatt einfinden, um ihren Drahtesel durch die ehrenamtlichen Mitarbeiter auf seine Verkehrstüchtigkeit überprüfen zu lassen. „Das ist eine gute Sache, dass es die Fahrradwerkstatt gibt“, bekräftigte eine Besucherin und freute sich, dass am Ende alles wieder funktioniert.

„Man sieht, es gibt immer etwas zu tun“, sagt Albert Harmann mit einem gewissen Stolz. Die Werkstatt, die unter der Regie des Westbeverner Krink in enger Zusammenarbeit mit dem Verein Zib betrieben wird, wurde 2016 ins Leben gerufen. Zunächst war sie im Dorf ansässig, seit 2018 befindet sie sich in Vadrup.

Mit dem Angebot verknüpfen die Verantwortlichen gleich mehrere Ziele: Einerseits werden die Flüchtlinge in die Aufarbeitung mit einbezogen, andererseits sollen sie auf diese Weise mobil gemacht werden. Denn wer ein Fahrrad hat, der kann sich in und rund um Westbevern bewegen, so die Verantwortlichen.

Das Team erledigt Reparaturen an Leezen, die von Flüchtlingen gebracht werden, wenn möglich direkt. „Wir legen dafür auch schon mal eine Zusatzschicht ein“, betonen sie im Gespräch. Man sei sehr darauf bedacht, dass man alle Wünsche möglichst schnell abarbeiten könne. „Wir haben reichlich zu tun, müssen daher gespendete Fahrräder auch schon mal in Extraschichten aufarbeiten“, heißt es weiter.

Fahrräder, die erneuert wurden, werden in einer Liste registriert. Anschließend können sie von Flüchtlingen gegen eine Leihgebühr von 15 Euro genutzt werden. 545 Leezen wurden in den vergangenen vier Jahren bereits gespendet, generalüberholt und anschließend wieder ausgegeben. Bei Exemplaren, bei denen eine Aufarbeitung nicht mehr lohnt, werden Ersatzteile abmontiert.

Gut erhaltene Fahrräder und Kinderräder sind immer willkommen. „Gefragt sind auch Laufräder und Fahrräder für Jugendliche“, betont Elmar Bahr und hofft auf Nachschub.

Die Spenden oder auch Ersatzteile können mittwochs in der Werkstatt in Vadrup (15 bis 17 Uhr) abgegeben werden.

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