„Kulturnomaden“ führten ungewöhnliche Aktion auf der Herrenstraße durch
Visuelles und akustisches Erlebnis

Telgte -

Ein kleines Filmfestival gab es am Samstagabend an der Herrenstraße. Dort schufen sechs Mitglieder der Künstlervereinigung „Kulturnomaden“ für kurze Zeit ein Open-Air-Kino.

Sonntag, 11.10.2020, 12:02 Uhr aktualisiert: 12.10.2020, 15:48 Uhr
Telgte
Telgte Foto: Bernd Pohlkamp

Ein kleines Filmfestival gab es am Samstagabend an der Herrenstraße. Dort schufen sechs Mitglieder der Künstlervereinigung „Kulturnomaden“ für kurze Zeit ein Open-Air-Kino. Das sogenannt „Lichtspielhaus“ war die Herrenstraße, die Leinwand die Hausfassade des Fotostudios Heller. Die gesamte Technik war in einem Haus auf der anderen Straßenseite wetterfest untergebracht.

27 Filme mit einer Spiellänge zwischen 30 Sekunden und 15 Minuten hatten sechs kreativ Schaffende und kulturell Interessierte für diese Nacht gedreht. Peet und Ulrich Trimpe , Michel M. , Michael B. Ludwig sowie Marion und Arnold Illhardt erzielten mit der Aktion ein besonderes Seh-Erlebnis.

Ihre Filme hatten sie „Sehen“ tituliert. Fünf lichtstarke Beamer produzierten das Lichtspiel auf die Hausfassade. Mit Hilfe von Überblendtechniken erschienen Alltagsszenen, Naturaufnahmen, Wolken und Mond, Collagen mit stehenden und bewegten Bildern, Wortfetzen des Zeitgeschehens, Städte- und Landschaften, Wege, Industrieansichten und auch einfache Szenen vom Unterwegssein auf den weißen Hauswandflächen.

Tontechnisch wurden den Szenen unterschiedliche Geräusche hinzugefügt. Dazu gehörten neben Tier- und Hintergrundklängen auch eigene Kompositionen oder verfremdete Geräusche. Zu hören war auch Klavier- und Gitarrenmusik.

In den Filmen konnte der Betrachter erleben, wie die Künstler ihre Kreativität mit einem besonderen Blick und der Offenheit für das Schöpferische umsetzten.

Ulrich Trimpe etwa hatte in seinen Filmen Aufnahmen und Geräusche aus den Niederlanden sowie einen Sonnenaufgang hinter einer Pferdewiese in Westbevern-Vadrup mit Originalgeräuschen gemischt. Auch ein Konzertmitschnitt wurde akustisch eingebaut, und auch die Sängerin Yvoe Ree war mit einem Lied, das im Kornbrennereimuseum aufgenommen worden war, zu hören. So war vieles auf der Leinwand einem ständigen Perspektivwechsel unterworfen und mittels Überblendungen entstanden immer wieder neue Betrachtungsweisen.

Die Besucher hatten die Möglichkeit, mit Abstand und unter freiem Himmel – trotz des Regens – ein Lichtspiel zu erleben. Getreu dem Motto „Kultur braucht und schafft Raum“ präsentierten die „Kulturnomaden“ auf ungewöhnliche Art ein visuell und akustisch Erlebnis.

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