Imker Robert Esser mit der Honigausbeute in diesem Jahr gut zufrieden
Bienen waren richtig fleißig

Westbevern -

Der Westbeverner Imker Robert Esser ist mit Honigernte 2020 zufrieden.

Montag, 02.11.2020, 15:58 Uhr aktualisiert: 03.11.2020, 16:36 Uhr
Robert Esser ist mit der Honigausbeute in diesem Jahr gut zufrieden.
Robert Esser ist mit der Honigausbeute in diesem Jahr gut zufrieden. Foto: Bernhard Niemann

Was wirklich in den Waben steckt, zeigt sich erst beim Schleudern: Das hat Robert Esser mittlerweile getan, und der Imker ist mit der Honigernte 2020 zufrieden. „Sie war besser als in den vergangenen drei Jahren. Pro Volk machte der Mehrertrag bis zu 30 Prozent aus“, sagt der Fachmann im Gespräch. Sonne und Regen in einem ausgewogenen Verhältnis, kurze Flugzeiten sowie ein gutes Umfeld für die Bienenvölker: Dieser Mix hat bei dem Imker zu ebendieser Zufriedenheit geführt. Die Sorten Sommerblüte, Waldblüte, Raps- oder Lindenhonig sowie die Frühtracht sind längst in Gläser abgefüllt.

Den Rapshonig bezeichnet der Imker aus Leidenschaft als seine persönliche Nummer eins. Der Rapshonig und die Frühtracht würden gerade von Kindern und Jugendlichen bevorzugt. Die Sorten Lindenhonig sowie die Wald- und Blütenvarianten eher von der älteren Generation. „Es ist zudem auch ein eher dunkler Honig dabei, der gerne von Senioren genommen wird“, erläutert der Experte.

Der Westbeverner stellt sich mit seinen Naturerzeugnissen wieder der Honigbewertung. Der 61-Jährige hat die Sorten Frühtracht und den Rapshonig zur Bewertung an den Landesverband westfälischer Imker und die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen geschickt. „Ich bin natürlich gespannt, wie ich dieses Mal abschneide“, sagte Esser. Im vergangenen Jahr wurde er mit Gold für seinen Lindenhonig ausgezeichnet. Noch in diesem Monat soll das Ergebnis den am Wettbewerb beteiligten Imkern mitgeteilt werden. „Es wird aufgrund der Corona-Pandemie wohl nur schriftlich kommen, eine sonst übliche Zusammenkunft der Platzierten wird sicherlich ausfallen“, vermutet Esser. „Bei der Honigbewertung werden strenge Maßstäbe angelegt. Bereits ein kleines Bläschen, eine Leimspur oder ein Fingerabdruck führen zu Punktabzügen“, kennt der Imker die Feinheiten.

Mit dem Schleudern und Abfüllen in die Gläser ist für den Hobbyimker auch die Phase angebrochen, in der die Versorgung seiner 68 Bienenvölker mit Zuckersirup für die Winterruhe erfolgt. 15 Kilogramm pro Volk sind dafür notwendig.

Die Völker sind an verschiedenen Standorten in den Kreisen Warendorf, Münster und Steinfurt verteilt. Immer mehr Besitzer von Obstwiesen wünschen sich das Aufstellung von Bienenvölkern zur Bestäubung von Äpfeln, Birnen, Kirschen, Erd- oder Johannisbeeren, erzählt der Fachmann.

Sechs Bienenvölker befinden sich zudem im Krink-Bienenhaus, das sich im hinteren Bereich des Dorfplatzes befindet. „Der Ertrag dort lag über dem Durchschnitt, die auf dem Rathausdach in Telgte untergebrachten Völker haben aber noch ein Tick mehr produziert“, lässt sich der Imker ein wenig in die Karten schauen.

Was die Imkerzahlen angeht, sieht der Vorsitzende des Ortsvereins und Mitglied im Imkerverein Münster eine leichte Zunahme. Auch die Zahl der Frauen unter den Bienenfreunden haben zugenommen.

Nachdem nun der Honig verarbeitet ist und die Völker versorgt sind, baut der gelernte Zimmermann neue Rahmen für seine Waben, reinigt die alten und bringt sie für die nächste Saison wieder auf Vordermann. Robert Esser kam übrigens eher zufällig zum Hobby. Ein Züchter bat den Zimmermann, Kisten für dessen Völker zu bauen. Als Gegenleistung bot er ihm zwei Völker an. Robert Esser, bis dato absoluter Laie, überlegte kurz, stimmte aber zu, nachdem ihm der Fachmann Unterstützung anbot. Esser besuchte Kurse bei der Landwirtschaftskammer, las viel Fachliteratur und tauschte sich regelmäßig mit anderen Hobbykollegen aus.

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