Telgter Teiler zieht eine Bilanz seiner Arbeit – auch unter Corona-Bedingungen
Seit zehn Jahren eine Institution

Telgte -

Seit zehn Jahren besteht der Telgter Teiler. Corona hat die Situation für die Ehrenamtlichen aber nicht einfacher gemacht.

Sonntag, 22.11.2020, 11:26 Uhr aktualisiert: 23.11.2020, 16:10 Uhr
Einmal in der Woche werden im Ladenlokal des Telgter Teilers Lebensmittel an Bedürftige ausgegeben.
Einmal in der Woche werden im Ladenlokal des Telgter Teilers Lebensmittel an Bedürftige ausgegeben. Foto: David Krebes

„Unser Ziel ist es, den betroffenen Menschen einen kleinen materiellen Freiraum für Dinge zu verschaffen, die sie sich sonst gar nicht leisten können“, erzählt Diethelm Baumkötter vom Team des Telgter Teilers. Die Einrichtung ist ein Projekt der katholischen und evangelischen Kirchengemeinden und besteht seit genau zehn Jahren. Rund 80 Ehrenamtliche engagieren sich und sorgen dafür, dass die Lebensmittelspenden an die Bedürftigen verteilt werden. Denn, daran lässt Baumkötter keinen Zweifel: „Eine große Zahl Telgter Bedürftiger sowie Flüchtlinge benötigt die Unterstützung.“

Den Anstoß zur Gründung gab Anfang 2010 Klaus Beck bei einer Teamrunde des Kontaktpunktes. Er regte an, auch in Telgte eine Art Tafel zu gründen. Das Team beschloss nach eingehender Diskussion, die Voraussetzungen und eine denkbare Organisation zu skizzieren. Marietheres Kortenbrede und Klaus Beck übernahmen die Vorarbeiten. Da es bereits ein ähnliches Projekt in Ostbevern gab, wurden Kontakte dahin aufgenommen. Im Sommer 2010 konnte für den Telgter Teiler ein Ladenlokal an der Von-Siemens-Straße angemietet werden. Dort ist die Einrichtung heute noch ansässig. Am 20. Oktober 2010 fand die erste Auslieferung statt.

Rund 80 Ehrenamtliche

Die insgesamt etwa 80 Frauen und Männer, die in unterschiedlichen Funktionen den Teiler betreiben, arbeiten alle ehrenamtlich, betont Baumkötter. Und auf noch etwas ist er stolz: „Bisher gelang es immer, die geringe Fluktuation der Ehrenamtlichen auszugleichen.“ Dem unermüdlichen Einsatz aller sei es zu verdanken, dass die Einrichtung ihrem Auftrag stets gerecht werden konnte, auch während der Flüchtlingswelle 2015 und aktuell unter den durchaus belastenden Corona-Einschränkungen.

Organisatorisch gestaltet sich das Ganze so: Im Laufe der Woche werden vornehmlich Lebensmittel, die nicht mehr im Regelverkauf abgesetzt werden können, vom örtlichen Handel sowie überörtlichen Produzenten zur Verfügung gestellt und durch ehrenamtliche Helfer zusammengetragen. „Ein gleich bleibendes Warensortiment kann nicht erreicht werden, da das Angebot von den jeweiligen Spenderfirmen abhängig ist“, erzählt Diethelm Baumkötter. Zudem gebe es auch Lebensmittelspenden von Bürgern.

Das Warensortiment umfasst etwa Backwaren, Geflügelfleisch, Joghurt, Obst, Gemüse, Eier und Kartoffeln. Andere Produkte kommen jeweils fallweise hinzu. „Insbesondere das Angebot an Obst und Gemüse, Käse und Eier kann nicht durch die Sachspenden des örtlichen Handels gedeckt werden und wird daher über Spendengelder zugekauft“, berichtet der Teamsprecher. Von Fahrern werden die Kühl- und Frostwaren mit einem Kühlanhänger abgeholt, der seit Jahren dem Telgter Teiler zur Verfügung steht.

Zukäufe durch Spendengelder

Am Dienstagnachmittag werden die Waren für die Abgabe aufbereitet. Viel Zeit vergeht dazwischen nicht, denn bereits mittwochs von 10 bis 12 Uhr werden sie gegen Vorlage eines Berechtigungsausweises abgegeben. Besondere Beachtung finde eine ansprechende Verpackung und Präsentation der Waren. Je Erwachsenem wird für die Ausgabe eine Gebühr von einem Euro erhoben. Rund 80 Ausgaben werden Woche für Woche gezählt, das entspricht nach Angaben des Telgter Teilers rund 200 Menschen, die damit versorgt werden können.

Die Corona-Pandemie hat die Arbeit nicht erleichtert. Erstmalig in den zehn Jahren musste das Ladenlokal vom 18. März bis 6. Mai geschlossen werden. In dieser Zeit haben junge Leute aus der katholischen Kirchengemeinde und zwei Busfahrer Lebensmittel an die Haustüren der Bedürftigen geliefert.

Allerdings fehlen nach Angaben von Diethelm Baumkötter die Einnahmen aus dieser Zeit, in der das Ladenlokal geschlossen war. Seit Mitte Mai werden wieder im Ladenlokal Lebensmittel ausgegeben.

Unterstützung erfährt der Telgter Teiler durch die beiden Kirchengemeinden, zudem über Spenden. Interessierte Ehrenamtliche können sich unter   73 90 61 über die Arbeit informieren. Zudem verweist das Team des Teilers auf das Spendenkonto: DE34 4036 1906 3530 2383 03.

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