Eine-Welt-Laden leidet unter der Corona-Pandemie
Ein Viertel fehlt in der Kasse

Ostbevern -

Wegen der Corona-Pandemie hat der Eine-Welt-Laden in den vergangenen Monaten deutlich weniger Fair-Trade-Waren verkauft als gewohnt. Dadurch brechen nicht nur dem Geschäft die Einnahmen weg, auch die Existenz der Erzeuger in Afrika oder Südamerika ist gefährdet.

Montag, 23.11.2020, 18:44 Uhr
Magdalena van Teeffelen (li.) und Anne Jakobi-Bisping präsentieren das aktuelle Weihnachtsangebot des Eine-Welt-Ladens.
Magdalena van Teeffelen (li.) und Anne Jakobi-Bisping präsentieren das aktuelle Weihnachtsangebot des Eine-Welt-Ladens. Foto: Anne Reinker

Die Corona-Pandemie legt vieles lahm. Nicht nur die Unternehmenswelt hierzulande leidet darunter. Auch der Eine-Welt-Laden ist davon betroffen, der in den zurückliegenden Monaten deutlich weniger Fair-Trade-Produkte aus seinem Sortiment verkaufen konnte als in den vergangenen Jahren. Wer dadurch am meisten betroffen ist? Die Erzeuger in den hauptsächlich südamerikanischen und afrikanischen Ländern, deren Existenzgrundlage aufgrund der geringeren Nachfrage aus den Industrieländern bedroht ist.

Magdalena van Teeffelen und Anne Jakobi-Bisping aus dem Eine-Welt-Laden können von der aktuellen Situation berichten und rücken gleichzeitig ihre Weihnachtsartikel für die kommenden Wochen in den Fokus.

Krippenfiguren und Engel, Marzipanschokolade und Christbaumanhänger sind nur einige der vielen Artikel aus dem Fair-Trade-Warenkorb, die im kleinen Ladenlokal im Edith-Stein-Haus erworben werden können. Magdalena van Teeffelen und Anne Jakobi-Bisping hoffen im Sinne der Erzeuger in den Entwicklungsländern auf großes Interesse an den Produkten, denn: „Wir haben ein Viertel weniger Einnahmen“, bedauert Magdalena van Teeffelen. Und das heißt gleichzeitig, dass die Hersteller um ihre Existenzgrundlage zittern müssen. „Die Armut breitet sich wieder aus“, erklärt van Teeffelen. Ein gutes Weihnachtsgeschäft in den Eine-Welt-Läden könne das etwas lindern.

„Corona überdeckt alles“, sagte Anne Jakobi-Bisping. Die Problematik sei, dass die Notsituation der Erzeuger in den Ländern „allgemein etwas aus dem Blick geraten ist“, meinte sie.

Warum die Einnahmen so sehr in den Keller gerutscht sind, können die Aktiven aus dem Laden schnell erklären. Die Friseure im Ort dürfen keine Getränke mehr anbieten, die Gastronomen haben keine Möglichkeit mehr, die Artikel zu verkaufen, und vor allem: Die Veranstaltungen, bei denen das Team des Eine-Welt-Ladens für Kaffee und Kuchen sorgte, mussten ersatzlos gestrichen werden.

„Dieses Jahr ist ja alles weggebrochen“, erzählt Magdalena van Teeffelen – die Wallfahrt, der Kastaniensonntag oder der Flohmarkt in der Schule. Es gab deutlich weniger Möglichkeiten für das Team, die Waren anzubieten. Besonders hart trifft es die Kasse, dass der kfd-Basar nicht stattfinden konnte, denn dort wurden in den vergangenen Jahren die fair gehandelten Heißgetränke in großen Mengen ausgeschenkt. „Und die Leute kamen dann auch von morgens bis abends zum Einkaufen zu uns“, sagte van Teeffelen. „Und wenn wir den Kaffee hier nicht verkaufen können, haben die Kaffeebauern keinen Umsatz“, machte sie deutlich.

Die Korbtaschen, die das Team im Laden verkauft, wurden von Frauen in Marokko geflochten. „Sie schaffen sich dadurch ein Einkommen“, erklärte Magdalena van Teeffelen. Wenn diese Gelder nun nicht kommen, „können die Kinder nicht zur Schule gehen“, erklärt die Ostbeveranerin. Denn die finanziellen Möglichkeiten für Schulbücher und -kleidung seien dann nicht mehr gegeben.

Unterstützung findet der Eine-Welt-Laden glücklicherweise durch die Beverdeele, die eine Auswahl aus dem Fair-Trade-Sortiment verkauft. „Das klappt wirklich gut“, freute sich van Teeffelen.

Nun hat das Team die Weihnachtsartikel in die Regale gebracht: Weihnachtsschmuck aus Bethlehem, Marzipanschokolade aus Paraguay, paraffinfreie Kerzen, Krippenfiguren aus Nepal, kenianische Engel aus Speckstein und Grußkarten aus Botsuana sind einige Beispiele. Und natürlich dürfen auch die südafrikanischen Weine nicht vergessen werden, wie Magdalena van Teeffelen betonte. Geschenkideen findet man etwa mit Teelichtern und Holzspielzeug aus Sri Lanka sowie Schals und Tüchern.

 

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