Einführung der digitalen Ratsarbeit
Papier im Ratssaal hat ausgedient

Telgte -

Papier hat bald ausgedient. Die Rats- und Ausschussarbeit soll in Telgte ab dem kommenden Jahr digital(er) werden.

Montag, 30.11.2020, 18:35 Uhr aktualisiert: 02.12.2020, 14:40 Uhr
Künftig sollen die Politiker bei ihren Sitzungen im Ratssaal und bei der Vorbereitung auf das System „Mandatos“ zugreifen können, in dem die Unterlagen verwaltet werden.
Künftig sollen die Politiker bei ihren Sitzungen im Ratssaal und bei der Vorbereitung auf das System „Mandatos“ zugreifen können, in dem die Unterlagen verwaltet werden. Foto: Andreas Große Hüttmann

Die Rats- und Ausschussarbeit soll ab dem kommenden Jahr digital(er) werden. Das hat der Hauptausschuss einstimmig beschlossen. Mit Beginn des neuen Jahres soll der Einsatz einer entsprechenden Software von der Verwaltung vorbereitet werden. Bis Ende März werden alle Politiker die entsprechenden Unterlagen sowohl digital als auch weiter in Papierform erhalten. Das Ziel ist aber, im kommenden Jahr den Hebel komplett umzulegen und bis auf den Haushaltsplan und andere Extra-Vorlagen alle notwendigen Dokumente ausschließlich in digitaler Form anzubieten.

Um das umsetzen zu können, sind nicht nur entsprechende Endgeräte, sondern auch eine Software notwendig. Die heißt „Mandatos“ und wird nach Angaben von Fachbereichsleiter Stephan Herzig bereits mit guten Erfahrungen in einigen anderen Kommunen im Kreis Warendorf eingesetzt. Von Mai bis Juli dieses Jahres wurde die Applikation zudem in der Verwaltung auf Herz und Nieren geprüft. „Als Testergebnis kann festgehalten werden, dass mit dieser Lösung eine papierlose Ausschussarbeit in Telgte gut realisierbar ist“, betonte der Kämmerer. Die Verwaltung hat bereits eine Version angeschafft, die Apple-Systeme unterstützt. Eine Android-Version soll ebenfalls kommen.

Damit die digitale Rats- und Ausschussarbeit an den Start gehen kann, wird es einen Zuschuss für alle Ratsmitglieder und sachkundigen Bürger zur Anschaffung eines privaten Endgerätes geben. Der Vorschlag der Verwaltung war, Ratsmitgliedern 500 Euro zuzugestehen, sachkundigen Bürgern 100 Euro.

Das war für Peter Spieker ( Grüne ) das falsche Signal. „In unserer Fraktion sind die sachkundigen Bürger ein wesentliches Element der Mitarbeit an politischen Entscheidungen und verdienen daher den gleichen Zuschuss wie ein Ratsmitglied“, argumentiert er. Die Grünen schlugen vor, beide Gruppen mit je 350 Euro zu bezuschussen. Die Bedeutung sachkundiger Bürger für die politische Arbeit stellte auch Klaus Resnischek (SPD) heraus, der 500 Euro für beide Gruppen als gerechtfertigt ansah. Dr. Hartmut Pfeiffer (FDP) argumentierte, dass die Geräte seiner Meinung nach zu einem Teil auch privat genutzt würden. Das Ziel müsse es sein, Ratsmitglieder und sachkundige Bürger gleich zu behandeln, zugleich aber mit den zur Verfügung stehenden 20 000 Euro für die 32 Ratsmitglieder und annähernd ebenso vielen sachkundigen Bürgern auszukommen.

Am Ende gab es ein einstimmiges Votum: Ratsmitglieder und sachkundige Bürger bekommen jeweils 350 Euro als Zuschuss für ein privat beschafftes Gerät.

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