Werner Heß will nach Corona wieder Angebote machen
Ein Vogelhäuschen muss nicht nur ein Vogelhäuschen sein

Telgte -

Warum muss ein Vogelhäuschen nur ein Vogelhäuschen sein? Hobbyhandwerker Werner Heß hat dazu weitere Ideen entwickelt. Nach Corona sollen Interessenten dabei mitarbeiten können

Samstag, 26.12.2020, 05:19 Uhr
Werner Heß will nach Corona wieder Angebote machen: Ein Vogelhäuschen muss nicht nur ein Vogelhäuschen sein
Foto: Bernd Pohlkamp

Werner Heß ist Schreiner aus Leidenschaft. Fundiertes Wissen und die Erfahrungen, die er in seinem Berufsleben und in seiner Selbstständigkeit bis zum Eintritt ins Rentenalter gesammelt hat, will er gerne weitergeben. Seit fünf Jahren ist er Rentner. Seitdem gestaltet er seine Freizeit als Hobby-Handwerker. Sein Ziel sei es, so der Telgter, sein beruflich erworbenes Handwerkszeug weiterzuvermitteln.

Als Feinmechaniker hatte Werner Heß bis vor zehn Jahren an der Technischen Orthopädiewerkstatt Münster der UKM gearbeitet. Danach machte er sich selbstständig, arbeitete dann noch fünf weitere Jahre für die UKM. In dieser Zeit fertigte er technische Hilfen für Schwerstbehinderte an, etwa hydraulische Stützräder für Fahrräder oder Badewannensitze für Kleinkinder.

Die Genauigkeit, individuell einsetzbare Mobilitätshilfen zu formen und herzustellen, verbesserte er stets. Die hilfsbedürftigen Personen erhielten einen effektiven Nutzen und können den Alltag leichter bewältigen. Im Ruhestand wollte Werner Heß weiter aktiv bleiben. Seine Begeisterung und seine Berufserfahrung im Tischler-Handwerk möchte er auch jungen Menschen vermitteln und sie dafür begeistern. Seit zehn Jahren setzt er sein ehrenamtliches Engagement bereits auf dem Schulbauernhof Emshof um. Dort engagierte er sich als Vorstandsmitglied des Vereins Emshof und auch als Berater in der Holzwerkstatt. Er erstellte beim Umbau der Scheune das Konzept für die Kinderwerkstatt, bereitete Modelle vor, die die Kinder in den Ferien nachbauten. Auch heute noch steht er dort für Tipps und Fragen zur Verfügung.

Inzwischen hat er eine weitere Arbeitsstätte auf dem Hof Tieskötter an der Harkampsheide 4 „entdeckt“. Dort gestaltet er in einer Holzwerkstatt Vogelhäuschen und andere Objekte, die er – sobald die Corona-Pandemie dieses wieder zulässt – gemeinsam mit weiteren interessierten Menschen herstellen möchte. „Das Thema kann sehr unterschiedlich sein.“ Das Material besteht jedoch überwiegend aus Holz. So sei es auch möglich, dass der Auftraggeber sein Wunschobjekt mit Werner Heß gemeinsam anfertigt, mit baut und mit schreinert. Dadurch erfahren die Kursteilnehmer, wie abwechslungsreich und flexibel eine Handwerkstätigkeit sein kann. „Das Arbeiten mit Holz und Metall fördert Kreativität und Ideenentwicklung.“ Die Werkstatt ist mit professionellen Werkzeugen und Maschinen ausgestattet. Damit konnte Werner Heß auch seine neue Idee, ein quadratisches Vogelhäuschen mit drei Verwendungsmöglichkeiten, entwickeln. Werner Heß: „Das Vogelhäuschen ist so gebaut, dass es in der kalten Jahreszeit zur Winterfütterung und im Frühjahr als Nistkasten eingesetzt werden kann. In der Adventszeit kann diese Vogelvilla sogar mit einem Teelicht versehen werden. Sobald auf dem Hof Tieskötter wieder Kursteilnehmer zugelassen sind, soll das multifunktionale Vogelhäuschen in Serie gehen.“

Ursprünglich wollte Werner Heß zusammen mit der Kunsthistorikerin Ruth Tieskötter bereits in der Vorweihnachtszeit eine Holzwerkstatt mit Kursteilnehmern auf dem Bauernhof Tieskötter anbieten. Coronabedingt wurde dieses Projekt abgesetzt. Das schließt nicht aus, dass einzelne Objekte noch realisiert werden können. Die bereits angemeldeten Kursteilnehmer werden informiert, sobald die Corona-Schutzregeln dieses wieder zulassen. Bis dahin wird der Hobby-Handwerker Objekte nach Wünschen seiner Auftraggeber anfertigen.

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