Verwaltung ist auf der Suche nach einer Lösung
Gelbes Sack-Chaos im Süden

Telgte -

Im Süden Telgtes liegen an vielen Stellen Gelbe Säcke herum. Ginge es nach dem aktuellen Abfallentsorgungskalender, würden sie erst am 22. Januar abgeholt. Die Stadtverwaltung will mit dem Entsorger einen Weg finden, diese bereits früher abfahren zu lassen.

Montag, 04.01.2021, 19:04 Uhr aktualisiert: 04.01.2021, 19:10 Uhr
Die Gelben Säcke türmen sich bereits an einigen Stellen im Süden der Stadt, dort sollen sie laut Abfallkalender aber eigentlich erst am 22. Januar abgefahren werden.
Die Gelben Säcke türmen sich bereits an einigen Stellen im Süden der Stadt, dort sollen sie laut Abfallkalender aber eigentlich erst am 22. Januar abgefahren werden. Foto: Bernd Pohlkamp/A. Große Hüttmann

An der Walter-Gropius-Straße war ein Nachbar bereits kreativ. Er hat hinter einem Haufen von Gelben Säcken, die dort seit dem Jahreswechsel unter einer Laterne liegen, bereits ein laminiertes Hinweisschild angebracht. „Abholung leider erst am 22.01.2021“ steht darauf.

So wie an dieser Straße im südlichen Stadtgebiet sieht es an vielen Stellen südlich der Ems aus. Oft türmen sich bergeweise gelbe Beutel an den Straßen und Wegen. Der Grund dafür: Während im nördlichen Stadtgebiet am 31. Dezember noch ein Abholtermin anstand, fiel der im Süden wegen des Feiertages aus, ein Ersatztermin wurde indes nicht vorgesehen. Das führt nun dazu, dass zwischen dem letzten Termin im alten Jahr – der war vor Weihnachten – und dem nächsten am 22. Januar rund fünf Wochen liegen. Entsprechend sauer sind viele Telgter im südlichen Stadtgebiet, das zeigen nicht nur die Kommentare in den Sozialen Medien, sondern auch Gespräche.

„Wo soll ich meine Säcke denn so lange lagern?“, fragt beispielsweise der Bewohner einer kleinen Mietwohnung in den Drostegärten in einem solchen Kommentar im Internet. Maximal drei Säcke könne er in den Müllboxen unterbringen, aktuell sei das Volumen – nicht zuletzt auch wegen der vielen Verpackungen, die über Weihnachten angefallen seien – bereits ausgeschöpft. So wie ihm geht es vielen.

Genervt sind zudem etliche Anwohner der zentralen Müllsammelplätze, die in vielen Wohngebieten im südlichen Stadtgebiet vorhanden sind. „Die Wenigsten sammeln ihre Säcke doch wieder ein, die meisten werden nun bis zum 22. Januar liegenbleiben. Hoffentlich ziehen die kein Ungeziefer an“, sagt ein Bewohner des Gebietes am Grünen Weg.

Einige „findige“ Zeitgenossen kamen zum Jahreswechsel gar auf die Idee, ihre Beutel vom Süden in den Norden zu schaffen, wo noch ein regulärer Abfuhrtermin stattfand. Gleich mehrfach berichteten Bewohner von Wohngebieten nördlich der Ems von solchem Mülltourismus.

Stefan Bruns, in der Stadtverwaltung für die Abfallbeseitigung zuständig, kann die Verärgerung der Bürger verstehen, sagt aber auch, dass alle Bürger im Vorfeld über den Entsorgungskalender, die WN und die Sozialen Medien darüber informiert worden seien, dass es einen geänderten Abfuhrrhythmus gebe. „Im Prinzip hätte das allen klar sein müssen.“ Bruns weiß aber auch, dass „keiner seine Säcke wieder reinholen wird“. Deshalb sei man in Gesprächen mit dem Entsorger PreZero, inwieweit es möglich sein könnte, die derzeit draußen liegenden Gelben Säcke einmal außer der Reihe abzufahren. Wie eine solche Lösung aussehen könnte, war am Montag noch offen. Eins ist aber wahrscheinlich: Die Kosten für die Sonderaktion werden wohl über die Abfallgebühr auf die Bürger umgelegt werden müssen.

 

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