Auslegeorte für Tagebuch mit (Corona-)Befindlichkeiten
Im Rathaus, in der Volksbank oder bei Tourismus + Kultur

Telgte -

Die WN-Leser haben sich Gedanken gemacht, wo das Tagebuch mit (Corona-)Befindlichkeiten am besten ausgelegt werden könnte, um möglichst viel Bürger zu einem Eintrag zu bewegen.

Mittwoch, 06.01.2021, 14:58 Uhr aktualisiert: 06.01.2021, 15:00 Uhr
Bürgermeister Wolfgang Pieper hat seine Gedanken in dem Buch bereits niedergeschrieben.
Bürgermeister Wolfgang Pieper hat seine Gedanken in dem Buch bereits niedergeschrieben. Foto: Erhard Kurlemann

Christoph Matthey hatte in der ersten Lockdown-Phase im April ein Buch vor seinem Laden an der Emsstraße ausgelegt, in dem Bürger ihre Erlebnisse, Sorgen, Ängste, aber auch schöne Gedanken niederschreiben konnten. Doch die Resonanz war eher ernüchternd. Nur fünf Einträge waren darin bis zum Jahreswechsel zu finden. Das könnte daran gelegen haben, dass das Buch am falschen Ort gelegen hatte. Die WN hatten ihre Leser aufgerufen, sich Gedanken zu machen, wo das Buch einen besseren Platz finden könnte.

Gunther Thieme spricht sich dafür aus, es im Rathausfoyer auszulegen, da es dort relativ viel Publikumsverkehr gibt.

Klaus Meyer würde die Schalterhalle der Volksbank präferieren. Diese habe mehrere Vorteile: Es handele sich um einen geschützten, aber für jedermann – auch außerhalb der Bankzeiten – zugänglichen Standort, der rege frequentiert sei. Die nötige Ungestörtheit beim Hineinschreiben sei gegeben. Und für Kunden ließen sich etwaige Wartezeiten kreativ überbrücken. Weiterer Vorteil: Eine Kontrolle gegen Missbrauch sei durch das bankpersonal und durch Kameras gegeben.

Peter Schulze Niehoff gibt zu, dass er durchaus guten Willens gewesen sei, einen Eintrag zu machen, das aber schlicht aus den Augen verloren habe. „Und wie mir selbst, wird es wohl auch einigen anderen ergangen sein. In diesem verrückten Corona-Jahr ist irgendwie alles durcheinandergeraten und so letztlich manches auf der Strecke geblieben“, schreibt er. „Das ist schade, insbesondere, da es sich bei dem Buch, das Herr Matthey zu diesem Zweck zur Verfügung gestellt hat, nicht um eine x-beliebige Kladde, sondern vermutlich um ein anständiges Stück Handwerkskunst handeln dürfte.“

Angesichts der Lockdown-Verlängerung hält Schulze Niehoff es für schwierig, das Buch der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Im Grunde sei die Stadttouristik Tourismus + Kultur vermutlich ein guter Standort, da diese auch von den Besuchern der Bücherei frequentiert werde – von Menschen eben, die per se schon einmal keine Abneigung gegenüber dem geschriebenen Wort hätten. Oder in der Buchhandlung Lesart möglicherweise, die ja auch ein bibliophiles Publikum anspreche. Eventuell wäre es sogar gut, den Standort über verschiedene Locations zu variieren, so Schulze Niehoff, jedoch unter Einbeziehung der Tagespresse und der sozialen Medien, um den jeweiligen Standort zu bewerben. Schließlich könnte man – im Rahmen der Möglichkeiten natürlich – potenzielle Autoren auch direkt ansprechen, sofern man denn über ein entsprechendes Netzwerk verfüge.

All das sei aber tatsächlich wohl unter den aktuellen Bedingungen leider nur schwer zu verwirklichen, insbesondere weil die Kontaktbeschränkungen weiter verschärft wurden, schreibt Schulze Niehoff.

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