Schulen bereiten sich auf Notbetreuung vor
Prophylaktisch um Anmeldung gebeten

Telgte -

Auch wenn den Grundschulen am Donnerstagmorgen noch genauere Informationen fehlten, machten sie sich dennoch schon einmal daran, die Notbetreuung für die nächsten Wochen vorzubereiten.

Freitag, 08.01.2021, 07:33 Uhr aktualisiert: 08.01.2021, 07:40 Uhr
Präsenzunterricht wird es mindestens bis zum 31. Januar nicht geben.
Präsenzunterricht wird es mindestens bis zum 31. Januar nicht geben. Foto: dpa

Lockdown light, dann wieder verschärfter coronabedingter Shutdown. Die sich damit immer wieder ändernden Verordnungen stellen die Schulen und die Schulämter alle paar Wochen vor neue Herausforderungen. So auch jetzt wieder: Klar ist, dass es nach Ferienende am kommenden Montag mindestens bis Ende Januar keinen Präsenzunterricht geben wird. Lediglich eine Notbetreuung für Schüler der Klassen eins bis sechs wird eingerichtet. Der Großteil der Schüler wird wieder daheim auf Distanz lernen.

„Die Schulen sind gerade dabei, sich zu sortieren“, sagt Tanja Schnur , Leiterin des Fachbereichs Schulen, am Donnerstagmittag. Klar sei, dass es an allen vier Grundschulen und an den beiden weiterführenden Schulen eine Notbetreuung geben werde.

Die Grundschulen hätten sich bereits untereinander abgestimmt, auch wenn es noch nichts Offizielles gebe, berichtete Elisabeth Ewers , Leiterin der Marienschule. Die Schulleitungen haben schon vor Bekanntwerden der detaillierten Vorgaben aus Düsseldorf vorsorglich einen Elternbrief an alle Erziehungsberechtigten versandt und um eine Anmeldung für die Notbetreuung gebeten, sollte diese benötigt werden. Rückmeldung soll bis Freitag gegeben werden, um die Zahl der zu betreuenden Kinder zu ermitteln und dann Vorbereitungen treffen zu können.

Notbetreuung für alle Schüler, deren Eltern das wünschen

Auch das Maria-Sibylla-Merian-Gymnasium hat den Bedarf abgefragt. Schulleiterin Mechthild Rövekamp-Zurhove geht aber davon aus, dass das Angebot nur von einer „sehr kleinen Gruppe“ angenommen wird. „Aber für die stehen dann ganz viele Menschen bereit, um sie zu betreuen“, so die Schulleiterin. Für den digitalen Unterricht zu Hause könnten Schülern, wenn benötigt, Endgeräte zur Verfügung gestellt werden. Oft scheitere alles aber auch am heimische Internet. Schüler, die in diesem Bereich Probleme hätten, könnten auch gerne in die Schule kommen. Dort gebe es genügend Platz, um zu lernen und dabei auch Distanz zu halten.

Inge de Lange geht davon aus, dass es von den Fünft- und Sechstklässlern der Sekundarschule einige Anmeldungen geben wird. Die Schulleiterin erinnert daran, dass die Beteiligung schon vor den Ferien hoch war. Für den digitalen Unterricht hofft sie, dass die dafür genutzte Plattform nicht wieder überlastet ist. „Wir als Schule sind gut aufgestellt“, so Inge de Lange. „Was nutzt das, wenn die Server die Leistung nicht bringen?“

Gegenüber dem Lockdown im Frühjahr 2020 gibt es den entscheidenden Unterschied, dass die Notbetreuung für alle Schüler, bei denen die Eltern dies wünschen, eingerichtet wird und nicht nur für die Mädchen und Jungen von Müttern und Vätern, die in systemrelevanten Berufen arbeiten.

Die Corona-Beschlüsse für Januar

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  • Da die Zahl der Corona-Infektionen nicht deutlich sinkt, müssen sich die Menschen in Deutschland mindestens bis Ende Januar auf weitere Beschränkungen einstellen. Auf diese Maßnahmen haben sich Bund und Länder am 5. Januar geeinigt:

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  • Der Lockdown wird bis zum 31. Januar verlängert. Die bisher bis zum 10. Januar befristeten Schließungen die Schließung der meisten Geschäfte, Restaurants, Theater, Museen und Freizeiteinrichtungen wird bis zum 31. Januar verlängert.

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  • Die Kontaktbeschränkungen werden verschärft. Künftig sind Treffen jenseits des eigenen Haushalts nur noch mit einer weiteren Person erlaubt.

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  • Die drastischen Kontaktbeschränkungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie gelten in Nordrhein-Westfalen im öffentlichen Raum und auch in den eigenen vier Wänden . Das machte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Dienstag in Düsseldorf nach den Bund-Länder-Beratungen deutlich. Kontrolliert werde im privaten Bereich aber nicht.

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  • In Landkreisen, in denen binnen sieben Tagen mehr als 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gemeldet wurden, sollen sich Menschen ohne triftigen Grund nicht mehr als 15 Kilometer von ihrem Wohnort entfernen dürfen. „Tagestouristische Ausflüge stellen explizit keinen triftigen Grund dar.“

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  • Betriebskantinen dürfen allenfalls noch Speisen und Getränke zum Mitnehmen anbieten.

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  • Schulen bleiben grundsätzlich geschlossen, oder die Präsenzpflicht bleibt ausgesetzt. In Nordrhein-Westfalen gehen, wie Ministerin Yvonne Gebauer am 6. Januar bekanntgab, die Schüler aller Jahrgänge nach den Weihnachtsferien in den Distanzunterricht. Das gelte auch für Abschlussklassen.

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  • Auch Kindertagesstätten sollen grundsätzlich geschlossen bleiben. In NRW wird es ab dem 11. Januar nur noch einen eingeschränkten Betrieb geben, die Kitas bleiben aber grundsätzlich geöffnet. Der Plan von NRW-Familienminister Stamp sieht vor, dass Gruppen voneinander getrennt und der Betreuungsumfang für jedes Kind im Januar um 10 Stunden pro Woche reduziert werden sollen.

    Für Eltern werden zusätzliche Möglichkeiten geschaffen, für die Betreuung der Kinder im genannten Zeitraum bezahlten Urlaub zu nehmen. 

    Zudem wird das Kinderkrankengeld ausgeweitet. Normalerweise erhält jedes Elternteil pro Jahr für bis zu zehn Arbeitstage Kinderkrankengeld, Alleinerziehende für bis zu 20 Tagen. Vorübergehend soll der Zeitraum auf 20 beziehungsweise 40 Tage steigen. Der Anspruch gilt auch, wenn das Kind wegen Corona nicht in die Schule oder Kita gehen kann.

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  • Wer aus einem ausländischen Risikogebiet einreist, muss sich künftig bei der Einreise testen lassen oder in den 48 Stunden davor. Die Pflicht zu einer zehntägigen Quarantäne, die ab dem fünften Tag durch einen negativen Test beendet werden kann, bleibt bestehen.

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  • Bis spätestens Mitte Februar sollen sich alle Bewohner von stationären Pflegeeinrichtungen impfen lassen können. Bis zum 1. Februar sollen etwa vier Millionen Impfdosen ausgeliefert worden sein.

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  • Für Millionen Sporttreibende in den Vereinen geht mit den Beschlüssen von Bundesregierung und Länderchefs vom Dienstag das Warten auf die Wiederaufnahme des Trainings- und Wettkampfbetriebs bis zumindest in den Februar weiter.

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  • Die Profiligen indes dürfen ohne Zuschauer und mit strengen Hygienekonzepten weiterspielen. In enger Taktung will etwa der Fußball sein Programm mit Bundesliga, DFB-Pokal und Europacup im Winter fortsetzen, auch wenn zuletzt immer wieder Coronafälle nachgewiesen wurden.

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  • Darüber, wie es ab dem 1. Februar weitergehen soll, wollen die Kanzlerin und die Regierungschefs der Länder am 25. Januar beraten. Merkel sagte nach den Beratungen, das Ziel bleibe weiter, zu einer 7-Tage-Inzidenz je 100 000 Einwohner von unter 50 zu kommen. Dies gewinne nochmals an Bedeutung durch die entdeckte Mutation des Coronavirus, die sich schneller verbreite. 

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