Beide Kliniken in Telgte warten auf konkrete Termine für Mitarbeiter
Impfstraße im Rochus ist fertig

Telgte -

„Es gibt eine hohe Bereitschaft, sich impfen zu lassen – dafür bin ich sehr dankbar“, sagt Matthias Rothermundt, Ärztlicher Direktor des Rochus-Hospitals. Julia Swienty, Kaufmännische Direktorin der Klinik Maria Frieden, spricht von einer Zustimmungsquote in ihrem Haus von 62 Prozent. „Aber die ist noch nicht final.“

Donnerstag, 07.01.2021, 18:30 Uhr aktualisiert: 07.01.2021, 20:20 Uhr
Rochus-Hospital: „Nicht jeden psychisch kranken Menschen kann man isolieren.“
Rochus-Hospital: „Nicht jeden psychisch kranken Menschen kann man isolieren.“ Foto: Bettina Laerbusch

„Momentan“, sagte am Donnerstagvormittag Julia Swienty, „liegt die Quote derjenigen, die sich impfen lassen wollen, bei 62 Prozent. Das ist aber noch nicht final.“ Die Kaufmännische Direktorin der Klinik Maria Frieden geht davon aus, dass es noch etliche Nachmeldungen geben wird. „Ich hoffe darauf.“ Die Aufklärungs- und Informationsbögen seien an alle Mitarbeiter gegangen, auch an die von externen Unternehmen wie etwa TheraNet, auf deren Therapeuten Maria Frieden zurückgreift. „Schon vor Weihnachten sind die Mitarbeiter angesprochen worden“, sagte Swienty. Maria Frieden selbst – die Klinik gehört zur St.-Franziskus-Stiftung – habe 185 Frauen und Männer beschäftigt. Hinzu kämen noch viele Ehrenamtliche, die Patientenkontakt hätten.

Julia Swienty, Kaufmännische Direktorin Maria Frieden

Julia Swienty, Kaufmännische Direktorin Maria Frieden Foto: Maria Frieden

Die Krankenhaus-Mitarbeiter – in erster Linie diejenigen, die in Notaufnahmen, auf Covid- und Intensivstationen arbeiten – sollen jetzt auch ganz schnell geimpft werden, nachdem der historische Impfmarathon in den Altenheimen in NRW kurz nach Weihnachten mit den ersten Impfdosen angelaufen ist. Viele Ärzte hatten daraufhin eindringlich an Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann appelliert, diejenigen, die kranke Menschen in den Krankenhäusern versorgen, genauso schnell impfen zu lassen wie Bewohner von Altenheimen, da sie einfach nicht ausfallen dürften. Der 18. Januar steht jetzt als Impfstart für Klinikmitarbeiter im Raum.

Dass es dann wirklich losgeht, konnte Julia Swienty am Donnerstag nicht bestätigen. „Uns wurde noch kein Datum genannt.“

Dasselbe sagten am Donnerstagmittag Professor Matthias Rothermundt , Ärztlicher Direktor des Rochus-Hospitals, sowie Daniel Freese, Kaufmännischer Direktor. „Der ganze Weg, wie die Krankenhäuser versorgt werden, die Koordination, ist uns noch nicht bekannt“, machte Freese deutlich. Rothermundt hofft, dass für alle, die sich impfen lassen wollen, auch Impfdosen zur Verfügung stehen. Das Rochus hat gut 750 Mitarbeiter. Weit mehr als 1000 Dosen müssten es also sein. „Die Impfstraße ist fertig“, so der Ärztliche Direktor.

Prof. Dr. med. Matthias Rothermundt, Ärztlicher Direktor des St.-Rochus-Hospitals in Telgte

Prof. Dr. med. Matthias Rothermundt, Ärztlicher Direktor des St.-Rochus-Hospitals in Telgte Foto: Rochus-Hospital

Anders als Maria Frieden – die Mitarbeiter dort sollen im Marienhaus in Münster auf dem Gelände des St.-Franziskus-Hospitals geimpft werden – werden die ­Rochus-Mitarbeiter auf dem Areal in Telgte geimpft. Sollten nicht sofort ausreichend Impfdosen zur Verfügung stehen, werde eine Prioritätenliste angefertigt. Rothermundt: „Das geht ganz schell. Wer am gefährdetsten ist, wird zuerst geimpft.“ Ein Arzt und Pfleger beziehungsweise eine Ärztin und eine Pflegerin wären dann also früher an der Reihe als jemand aus der Küche oder Technik. „Aber auch ein Techniker geht auf Station“, machte Daniel Freese deutlich, dass es wichtig ist, auch diejenigen schnellstmöglich zu impfen.

423 Mitarbeiter haben nach Angaben von Freese – Stand 5. Januar – bisher schriftlich erklärt, dass sie sich impfen lassen wollen. „Das sind 90 Prozent derjenigen, die sich zurückgemeldet haben“, sagte Rothermundt – ebenso wie Freese im Telefongespräch mit dieser Zeitung. „Es gibt eine hohe Bereitschaft, sich impfen zu lassen – dafür bin ich sehr dankbar“, sagte Rothermundt.

Bis zum 13. Januar haben die Mitarbeiter noch Zeit, sich zu melden. Rothermundt hat Impfsprechstunden angeboten, in denen er alle, die das möchten, über die Corona-Impfung persönlich aufklärt. Am 12. Januar ist eine weitere Sprechstunde terminiert.

In der Klinik Maria Frieden, in der viele alte Mensschen behandelt und therapiert werden, gibt es, so Julia Swienty auf Nachfrage, aktuell keinen einzigen Corona-Fall. „Einmal pro Woche darf ein Patient einen Besucher empfangen.“

Im Rochus – Stand diese Woche – sind 21 Patienten positiv sowie 18 Mitarbeiter. Alle seien isoliert, so Rothermundt, der am Donnerstag davon ausging, dass die Zahlen von Tag zu Tag sinken werden. „Wir konnten alle zurückverfolgen, die Ansteckungen gehen allesamt auf eine einzige Patientin zurück.“ Rothermundt betonte, wie wichtig es zur Bekämpfung der Pandemie sei, nicht nur somatische Krankenhäuser – zum Beispiel die Uniklinik und das Clemenshospital in Münster oder das Josephs-Hospital in Warendorf – zu berücksichtigen, sondern auch Kliniken wie das Rochus: „Nicht jeden psychisch kranken Menschen kann man isolieren.“

Die Menschen, die auf dem Rochus-Gelände wohnen, werden, was das Impfen gegen das Coronavirus angeht, genauso behandelt wie diejenigen, die in Altenheimen leben. Der Termin dafür stehe fest, sagte Freese – Stand Donnerstag. Er finde in den nächsten Tagen statt.

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