Martin und Maren Brüggemann
Krippe aus abgeworfenen Geweihen

Westbevern -

„Geheimnis der Heiligen Nacht“ – so lautet der Titel der 80. Krippenausstellung. Auch Martin Brüggemann und seine zehnjährige Tochter Maren haben sich davon inspirieren lassen. Fast neun Monate haben sie an ihrer „Hubertuskrippe“ gewerkelt.

Montag, 11.01.2021, 06:20 Uhr
Martin und Maren Brüggemann: Krippe aus abgeworfenen Geweihen
Foto: privat

Die 80. Krippenausstellung findet im Schatten der Corona-Pandemie statt und trägt den Titel „Geheimnis der Heiligen Nacht“. 139 Krippen sind im Museum Religio ausgestellt. Seit 80 Jahren werden Besucher auf das Weihnachtsfest eingestimmt. Dieses Mal bleiben coronabedingt die Türen bis auf Weiteres verschlossen. Was sich dahinter verbirgt, haben die Westfälischen Nachrichten bei den Telgtern nachgefragt, die sich erstmals mit einer Krippe beteiligen. Dazu gehören auch Martin Brüggemann und seine zehnjährige Tochter Maren . Sie haben eine Hubertuskrippe aus Naturprodukten geschaffen. Mit dieser Hubertuskrippe, so Martin Brüggemann, „möchten wir Jesus durch seine Geburt in der Heiligen Nacht als Schlüssel für Frieden und Hoffnung für unsere Erde darstellen.“

Der Weg zu dieser außergewöhnlichen Krippendarstellung begann mit dem Besuch der 79. Krippenausstellung, als die Idee zu einer Ausstellungsbeteiligung aufflammte und Vater und Tochter zusammen begeistert waren. Maren bastelt und werkelt schon lange gerne mit Naturprodukten aus Hof und Garten.

Die Familie Brüggemann lebt auf einem ehemaligen landwirtschaftlich betriebenen Bauernhof, der vor etwa 25 Jahren die Arbeit einstellte. Zeitgleich entstand seinerzeit ein Damwildgehege rund um den Hof. Die männlichen Hirsche dort werfen jährlich zwischen Ende Februar bis April ihre Geweihe ab. Diese wurden alle gesammelt und Martin Brüggemann hatte sie aufbewahrt. „Die Idee zur Krippe“, so der Westbeverner, „kam mir, als ich in einem Regal all die vielen Geweihstangen erblickte. Alles greift ineinander, dachte ich mir. Nur so geht es, und die Idee zur Hubertuskrippe war geboren.“ Seine Tochter konnte Martin Brüggemann sofort für seine Idee gewinnen.

Fast neun Monate lang hat das Familien-Team getüftelt und sich immer wieder gefragt: „Wie machen wir es, Naturmaterialien so miteinander zu verbinden, dass die Symbolkraft und das Ausstellungsthema spürbar werden? Immer wieder haben wir Überlegungen angestellt, wie wir die Geweihstangen mit dem Thema ,Geheimnis der Heiligen Nacht’ verbinden können.“

Geduld, Handarbeit und Kreativität waren gefordert, um das Krippenprojekt zu realisieren. Die Geweihstangen wurden von Maren Brüggemann in einem Schaumbad gereinigt. „Gemeinsam haben wir diese immer wieder ineinander gestellt und verhakt. Solange, bis sie selbstständig stehen blieben.“

Der Rahmen und damit das Grundgerüst für die Krippe stand. Weil Geweihstangen vom Damwild vielfach verzweigt sind, greifen sie durch das Zusammenstellen ineinander. „Nur was ineinandergreift, hält auch zusammen und funktioniert auf Dauer“, erklärt Martin Brüggemann. Maria und Josef sowie die Heiligen Drei Könige wurden aus Geweihstangen der Jungböcke (Spießer) gefertigt.

Die Hubertuskrippe – benannt nach dem heiligen Hubertus, Schutzpatron der Jagd – steht in der Ausstellung auf einem alten Rotweinfass, das als Sockel dient. Maren Brüggemann hatte genug zu tun, allein den Sockel optisch schön aussehen zu lassen: Reinigen, Schleifen und neu anstreichen. Schließlich war die Skulptur fast fertig. „Wir erinnerten uns noch an das Kirchenlied ‚Tauet, Himmel, den Gerechten‘. Dabei inspirierte uns die Liedzeile: „...denn verschlossen war das Tor, bis der Heiland trat hervor.“

Ein alter Schlüssel als Symbol für das Christuskind ziert das Innere des Naturkunstwerkes.

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