Aufwertung des Naturschutzgebiets „Heideweiher Fockenbrocksheide“
Botanische Schatzkammer

Telgte -

Das nordöstlich von Telgte gelegene Naturschutzgebiet „Heideweiher Fockenbrocksheide“ wird von Experten als botanische „Schatzkammer“ bezeichnet. Teile der Flora sind aber stark gefährdet. Im Rahmen eines Projektes soll das Gebiet nun aufgewertet werden.

Mittwoch, 03.02.2021, 06:14 Uhr aktualisiert: 03.02.2021, 06:20 Uhr
Das Naturschutzgebiet „Heideweiher Fockenbrocksheide“ nordöstlich von Telgte weist nährstoffarme Feuchtbiotope mit stark gefährdeten Arten auf.
Das Naturschutzgebiet „Heideweiher Fockenbrocksheide“ nordöstlich von Telgte weist nährstoffarme Feuchtbiotope mit stark gefährdeten Arten auf. Foto: Andreas Beulting

Im Rahmen des Integrierten Life-Projektes „Atlantische Sandlandschaften“ beginnen jetzt Arbeiten im Naturschutzgebiet „Heideweiher Fockenbrocksheide“. Bei der Realisierung arbeiten die Bezirksregierung Münster, der Kreis Warendorf, die Stadt Telgte und der Nabu-Naturschutzstation Münsterland zusammen.

Das kleine, wenig bekannte Naturschutzgebiet nordöstlich von Telgte zeichnet sich durch eine stark gefährdete Flora nährstoffarmer Feuchtbiotope aus. Viele der vorkommenden Arten sind im Kreis Warendorf nur an sehr wenigen Standorten anzutreffen, was das Gebiet zu einer echten botanischen Schatzkammer macht, schreibt die Bezirksregierung Münster. Die das Gebiet prägenden Heideweiher und Feuchtheiden waren einst häufig und zum Teil landschaftsprägend im Münsterland – heute sind sie sehr selten und im Bestand bedroht. Gemeinsam zählen sie zu den besonders unter Schutz stehenden Lebensraumtypen der Europäischen Union, und ihr Erhaltungszustand wird landesweit als schlecht bewertet. Daher sind Maßnahmen zur Sicherung und gezielten Förderung dieser Lebensräume mit ihrer einzigartigen Flora von nationaler Bedeutung, so die Bezirksregierung.

Den hohen Naturschutz-Wert des Gebietes hat der Kreis Warendorf bereits vor sechs Jahren zum Anlass genommen, in Kooperation mit der Stadt Telgte als Eigentümerin der Flächen sowie der Naturschutzstation erste Optimierungsmaßnahmen an den stark zugewachsenen Heideweihern durchzuführen. Mit Erfolg: So sind an den sanierten Gewässern seltene, bereits verschollene Arten wieder neu aufgetreten. Ihre langlebigen Samen hatten im Boden – quasi im Dornröschenschlaf – überdauert.

Zur weiteren Aufwertung des Schutzgebietes und Vergrößerung der geschützten Lebensraumtypen sind in den kommenden Monaten umfangreiche Entwicklungsmaßnahmen geplant. Seit Ende Januar wird zunächst auf einer Gesamtfläche von etwa einem Hektar der Kiefernforst entnommen. Alte und prägende Bäume bleiben dabei erhalten. Im Spätsommer wird der oberste humose Boden abgetragen, um nährstoffarmen Sandboden zu erhalten, auf dem sich die Feuchtheide ausbreiten kann. Zudem sind weitere Sumpf- und Gewässerstandorte geplant. Um den Verlaust des Waldstandortes auszugleichen, ist die Aufforstung naturnaher Laubmischwälder auf einer doppelt so großen Fläche vorgesehen.

Zukünftig werden die Schafe der Naturschutzstation die Pflege des Gebietes übernehmen, um die Heidelandschaft zu erhalten.

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