Vorschau auf 2021 im Museum Relígio
Ausstellungen und digitale Angebote

Telgte -

Das Museum Relígio hat digitale Angebote für die Zeit der pandemiebedingten Schließung entwickelt. Zudem ist das Programm für das Jahr 2021 in Vorbereitung. Eine Ausstellung zum jüdischen Pessach-Fest steht als Erstes an. Sie soll dann parallel zur zweiten Sonderausstellung „Geld und Glaube“ weiterlaufen.

Sonntag, 14.02.2021, 18:23 Uhr aktualisiert: 14.02.2021, 18:30 Uhr
Vorschau auf 2021 im Museum Relígio: Ausstellungen und digitale Angebote
Foto: Jüdisches Museum Westfalen

Trotz des Lockdowns und der Schließung der Museen arbeitet das Telgter Museum Relígio mit Hochdruck hinter den Kulissen. Finanziert durch das Förderprogramm „Neustart Kultur“ haben die Verantwortlichen digitale Angebote entwickelt, um das Museum auch während der Schließung online zugänglich zu machen. Das teilt das Museum mit.

Unter der Rubrik „Religio digital“ können sich Interessierte bereits über 60 Objekte des Museums informieren und unter „Sammlung online“ auf der Homepage der Einrichtung ansehen. „Das ist noch nicht viel, aber ein guter Anfang, um weitere Objekte einzupflegen. Andere Museen können auf diese Weise mögliche Leihgaben für ihre Ausstellungen vom Museum Relígio recherchieren“, so Museumsleiterin Dr. Anja Schöne . Ein weiteres Angebot ist eine Web-App. Sie ist auf der Homepage unter der Rubrik „Dauerausstellung“ zu finden. Die Hörstationen der Audioführung sind über die App zu hören, die Texte in Deutsch und Englisch zu lesen. Die App ist kostenlos und kann auf allen Geräten abgespielt werden. Lehrerinnen und Lehrer könnten mit der App die Inhalte des Museums in ihren Unterricht einbinden. Nach der Öffnung des Museums steht im ganzen Haus WLAN zur Verfügung.

Zusammenarbeit mit der WWU

Auch das Ausstellungsprogramm für das Jahr 2021 ist in Vorbereitung. Eine Ausstellung zum jüdischen Pessach-Fest steht als Erstes an. Die Eröffnung richtet sich nach der aktuellen Corona-Situation. Sie soll dann parallel zur zweiten Sonderausstellung „Geld und Glaube“ weiterlaufen.

Im Rahmen des Festjahres #2021JLID – Jüdisches Leben in Deutschland zeigt das Museum Relígio eine Wechselausstellung unter dem Titel „Pessach – Von Exodus bis Covid-19“. Die Ausstellung entsteht aktuell in Zusammenarbeit zwischen dem Museum, dem Institut für Jüdische Studien der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) sowie Studentinnen der Kunstgeschichte an der WWU.

Förderung des interreligiösen Dialogs

In wöchentlichen Onlinesitzungen und an digitalen Workshop-Tagen haben die Studierenden den Ausstellungstitel sowie ein Ausstellungskonzept erarbeitet. Besucherinnen und Besucher soll das Pessachfest in drei Ausstellungsbereichen nähergebracht werden. Zuerst werden die biblischen Ursprünge des Festes erklärt: das Ende der Sklaverei unter dem Pharao und der damit verbundene Auszug der Israeliten aus Ägypten. Verbunden damit ist die Aufforderung, jedes Jahr dem Auszug mit einem Fest zu gedenken. Hier sind Kupferstiche aus dem 18. Jahrhundert zu sehen. In einem zweiten Ausstellungsbereich wird das eigentliche Fest präsentiert, inklusive der dazugehörigen Vorbereitungen und dem sogenannten Seder-Abend. Der dritte Bereich, in den Interviews zu persönlichen Erfahrungen rund um das Pessach-Fest eingebettet werden sollen, beschäftigt sich damit, wie Pessach heute, also konkret auch in Zeiten von Covid-19, gefeiert wird. Die Ausstellung trägt dazu bei, jüdisches Leben in Deutschland sichtbar zu machen und den interreligiösen Dialog zu fördern, heißt es in der Mitteilung des Museums.

Aspekte und Zusammenhänge von Geld und Glauben

Die Laufzeit der Sonderschau „Geld und Glaube“ ist für den Zeitraum vom 2. Mai bis 29. August 2021 geplant. Die Wechselausstellung präsentiert, diskutiert und hinterfragt Aspekte und Zusammenhänge von Geld und Glauben. Im Mittelpunkt der Wechselausstellung stehen Judentum, Christentum und Islam. Bereits in den Heiligen Schriften lassen sich Gebote und Verbote zum Thema Geld finden. Neben Glaubenslehren wirft die Ausstellung ebenso einen Blick auf Glaubenspraktiken, die mit Geld verbunden sind. Die sonntägliche Spende in der Kirche wird ebenso präsentiert wie Rituale zu Festen und Feiern. Auch bei Jenseitsvorstellungen hört der Gedanke an Geld und Reichtum nicht auf. Münzen als Grabbeigaben stehen in Kontrast zum letzten Hemd, welches bekanntermaßen keine Taschen hat. Zur Ausstellung erscheint ein Begleitband. „Wir planen, den Besucherinnen und Besuchern nach dem Lockdown ein attraktives Ausstellungsangebot zu bieten“, so Malin Drees, Kuratorin der beiden Ausstellungen.

 

Aktuelle Informationen zu den Aktivitäten des Museums finden sich auf der Homepage unter www.museum-religio.de und auf dem Instagram-Kanal: @museum_religio.

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