Ein Jahr nach der Auflösung des Spielmannszuges „Rote Husaren“
Vereinsvermögen aufgeteilt

Telgte -

Zum Jahresende 2019 hat sich der Spielmannszug „Rote Husaren“ aufgelöst. Ein Jahr lang hatten die Liquidatoren Zeit, die Vermögensbestände aufzulisten, zu veräußern und das verbliebene Guthaben über die Stadt einem gemeinnützigen Zwecke zuzuführen. 14 400 Euro standen am Ende unter dem Strich.

Montag, 22.02.2021, 07:00 Uhr
Drei langjährige Funktionäre des Spielmannszuges „Rote Husaren“: (v.l.) Walter Heumann, Hans Hotte und Tim Ahlers.
Drei langjährige Funktionäre des Spielmannszuges „Rote Husaren“: (v.l.) Walter Heumann, Hans Hotte und Tim Ahlers. Foto: Bernd Pohlkamp

Der Spielmannszug „Rote Husaren“ hat sich nach 66 Jahren Vereinsleben zum Jahresende 2019 aufgelöst. Ein Jahr lang hatten die drei ernannten Liquidatoren Tim Ahlers , Ralf Heitmann und Walter Heumann – unter juristischer Begleitung – Zeit, die Vermögensbestände aufzulisten, zu veräußern und das verbliebene Guthaben über die Stadt einem gemeinnützigen Zwecke zuzuführen. Das ist jetzt zum Jahresanfang 2021 geschehen. Auf 14 400 Euro beläuft sich das restliche Vereinsvermögen. Erhalten haben das Geld jeweils zu einem Drittel die Telgter Jugendgruppen des Deutschen Roten Kreuzes , der Freiwilligen Feuerwehr und des Malteser-Hilfsdienstes.

Das sind 4800 Euro für jede einzelne Jugendgruppe von DRK, MHD und Feuerwehr. „Die haben sich natürlich sehr darüber gefreut“, berichtet Walter Heumann, der nochmals als Kassierer tätig war und das Geld überwies. Die offizielle Übergabe soll erfolgen, wenn es die Coronaauflagen erlauben.

Entscheidend für die Auflösung war der eklatante Nachwuchsmangel. Spielverpflichtungen konnten in den vergangenen Jahren wegen fehlender Akteure kaum noch wahrgenommen werden. Neue Musiker waren aufgrund des großen Musikangebotes in der Stadt nicht mehr zu begeistern. Langjährige Leistungsträger traten aus Altersgründen zurück. „Vor jedem Auftritt wussten wir nicht, ob wir spielfähig sind“, schildert Walter Heumann das schließlich erwartbare Ende des Vereins.

Mit 66 war dann Schluss: Nach dieser Anzahl Vereinsjahre, in denen die Aktiven sich und anderen Menschen so viel Freude bereitet hatten, blieb den verbliebenen 16 Musikern letztlich nur noch der Schritt zur Vereinsauflösung. Der Spielmannszug „Rote Husaren“ war mehr als ein halbes Jahrhundert lang ein über die Grenzen der Stadt hinaus ein bekannter und beliebter Spielmannszug.

Kassierer Walter Heumann war selbst 50 Jahre lang aktiv im Verein. „Einige Tränen flossen auch jetzt noch einmal“, gestand er. Mit Wehmut, doch auch mit Erleichterung, habe er jetzt mit seinen langjährigen Vereinskameraden einen Schlussstrich gezogen.

2014 hatte Tim Ahlers die Führung des Vereins von Hans Hotte übernommen. Hans Hotte führte den Spielmannszug „Rote Husaren“ von 1957 bis 2014 in Doppelfunktion, als erster Vorsitzender und Tambourmajor. Er hat die Geschicke des Musikvereins wesentlich mitgeprägt. Nicht nur bei Schützenfesten und Aufmärschen waren die „Roten Husaren“ aktiv. Über Jahrzehnte waren sie auch dem Karneval eng verbunden. Bis zu 35 Einsätze hatten sie durchschnittlich jedes Jahr. Bei vielen Vereins- und Stadtfesten erfreuten die „Roten Husaren“ mit ihrer Musik die Menschen. 1200 öffentlichkeitswirksame Auftritte soll es im gesamten Vereinsleben gegeben haben.

Im vergangenen Jahr nahmen die bestellten Liquidatoren eine Bestandsaufnahme vor und veräußerten vor allem Musikinstrumente. Mitglieder, die Interesse hatten, ihr gespieltes Instrument zu behalten, konnten es erwerben. Nicht zu veräußerndes Material erhielt die Interessengemeinschaft der Spielmannszüge im Kreis Warendorf. Die Uniformen durften die „Roten Husaren“ behalten.

Die vielen Altmitglieder haben sich zu einer Whats­App-Gruppe zusammengeschlossen. „Wir haben so viele Jahre gemeinsam geprobt, musiziert und gefeiert, da möchten wir auch in Zukunft privat verbunden bleiben“, so Walter Heumann. Er könne sich durchaus vorstellen, dass ab und zu auch einige ehemalige „Rote Husaren“ ihr Instrument aus dem Schrank holen, privat mal wieder auftreten und alte, unvergessliche Lieder neu aufspielen.

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