Elterninitiative „Kinder brauchen Schule“ warnt
„Fatale Folgen für Heranwachsende“

Telgte -

Die Elterninitiative „Kinder brauchen Schule“, die auch von zwei Telgterinnen mitinitiiert wurde, sorgt sich ernsthaft über die Kinder und Jugendlichen, die lange nicht zur Schule gehen konnten und teilweise auch weiterhin nicht gehen können.

Donnerstag, 25.02.2021, 16:18 Uhr aktualisiert: 01.03.2021, 13:17 Uhr
Elterninitiative „Kinder brauchen Schule“ warnt: „Fatale Folgen für Heranwachsende“
Zwei Telgterinnen haben die Initiative „Kinder brauchen Schule“ mitgegründet. Foto: colourbox.com (Symbolfoto)

„Es steht aus unserer Sicht zu befürchten, dass bis Ostern die Schule für die meisten Kinder geschlossen bleibt – mit fatalen Folgen für die Heranwachsenden.“ Diese Sorge hat die überparteiliche Elterninitiative „Kinder brauchen Schule“, die ihren Ursprung durch Initiatorinnen in Telgte und Münster hat.

Bereits im Sommer 2020 hat die Gruppe um die Telgterinnen Dr. Cristina Tinkl und Katja Müller Schulministerin Gebauer bei einem persönlichen Termin ein Unterschriftenpaket mit 6500 Unterzeichnern mit vergleichbarer Zielrichtung im Hinblick auf den Präsenzunterricht an Schulen überreichet.

Am Montag sei ein besonderer Tag für die Grundschulen und Abschlussklassen gewesen – und ein erneuter Tag im Wartemodus des Homeschoolings für die Kinder, Teens und Jugendlichen im gesamten SEK I-Bereich. Deren Perspektiven hingen an dem Kriterium „stabile Inzidenz 50“ in Gesamt-NRW, heißt es im Pressebericht.

Überragende Bedeutung

Die Kinder und Jugendlichen sind seit Dezember nicht mehr in geregeltem Kontakt mit Gleichaltrigen. Alle Sport- und Freizeitstätten, alle Jugendeinrichtungen, Jugendverbandsarbeit und die Schule blieben bis heute ohne zeitliche Perspektive geschlossen. Die Situation sei inzwischen für viele Kinder und Jugendliche sehr prekär. Die vorliegenden Maßnahmen zur Prävention und Kontrolle von Sars-Cov-2-Übertragung in Schulen würden nicht genutzt, heißt es weiter. Die Stimmen der Kinder und Jugendlichen würden nicht gehört. Fachleute, die in verschiedenen Bereichen mit ihnen arbeiteten, meldeten sich aber zunehmend besorgt.

Bei realistischer Betrachtung werde die jetzige Infektionslage Deutschland noch lange begleiten. Auch die neue Perspektive der früheren Impfungen für Lehrkräfte betreffe bisher nicht die weiterführenden Schulen. Die Schulen nähmen aber gesamtgesellschaftlich unter verschiedenen Gesichtspunkten eine überragende Stellung ein. Dabei sei Präsenzunterricht für die Bildung, die Gesundheit und die soziale wie psychische Entwicklung von Kindern alternativlos. Schule biete einen unersetzlichen Raum für den Kontakt und Austausch mit Gleichaltrigen.

Kinder leiden

Zahlreiche Kinder hätten daher in den letzten Monaten erhebliche Verletzungen an ihrer Gesundheit und ihrer sozialen und psychischen Entwicklung erlitten. Dabei seien Mädchen und Jungen aller Schichten und aller Altersgruppen betroffen. Hinsichtlich der Chancengleichheit erlitten zudem besonders diejenigen Kinder uneinholbare Nachteile, die aus sogenannten prekären Verhältnissen stammten.

Die Initiative fordert andere, pandemiekonforme Konzepte und Ressourcen für einen verantwortungsvollen Präsenzunterricht. Über 500 Eltern hätten sich den konkreten Wünschen mit ihrer Unterschrift bereits angeschlossen.

Die Initiative steht im Austausch mit den Elternverbänden, insbesondere mit der Landeselternkonferenz NRW. Ebenso erfährt sie Unterstützung durch den ehemaligen Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin – Pädiatrische Hämatologie und Onkologie der Universitätsklinik Münster, Prof. Dr. Heribert Jürgens.

Wenn sich Eltern im Internet auf der Aktionsseite https://www.kinderbrauchenschule.de der Elterninitiative an der Unterschriftenaktion beteiligten, sei das ein „wichtiger Impuls in der anhaltend angestrengten Situation für die Kinder und Jugendlichen“.

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