Vadruper Schützenverein ist stolz auf 46-jährigen Zimmerermeister
„Auf Stefan ist immer Verlass“

Westbevern -

In vielfältiger Form engagiert sich Stefan Hesse im Schützenverein Westbevern-Vadrup.

Freitag, 05.03.2021, 16:23 Uhr aktualisiert: 05.03.2021, 17:29 Uhr
Stefan Hesse (l.) gehört zu den Schützenbrüder im Schützenverein Westbevern-Vadrup, der lieber im Hintergrund arbeitet. Hier renoviert er zusammen mit Bernhard Hobeling die Vogelstange. Auch beim Fahnenschlag zu Ehren der neuen Majestäten ist Stefan Hesse (kl. Bild, Mitte) in Aktion – und das bereits seit 25 Jahren.
Stefan Hesse (l.) gehört zu den Schützenbrüder im Schützenverein Westbevern-Vadrup, der lieber im Hintergrund arbeitet. Hier renoviert er zusammen mit Bernhard Hobeling die Vogelstange. Auch beim Fahnenschlag zu Ehren der neuen Majestäten ist Stefan Hesse (kl. Bild, Mitte) in Aktion – und das bereits seit 25 Jahren. Foto: Bernhard Niemann

Stefan Hesse gehört zu den Schützenbrüdern im Schützenverein Westbevern-Vadrup, die im Hintergrund arbeiten und wichtige Vorbereitungen im Hinblick auf ein Schützenfest treffen. Sein spezielles Aufgabengebiet ist der Bau der Holzvögel, die für die Wettbewerbe eines Schützenfestes zur Ermittlung der Majestäten benötigt werden. Hinzu gesellt sich die Instandhaltung des Kugelfangs, ohne den es beim Schießen auf den Holzvogel hoch oben an der Stange nicht ginge. Da aller guten Dinge drei sind, ist Stefan Hesse auch beim Fahnenschlag zu Ehren der Majestäten in Aktion.

„Stefan wendet viel Zeit auf für sein ehrenamtliches Engagement. Er ist mit Leib und Seele Schützenbruder und bringt sein handwerkliches Geschick zu Gunsten unseres Vereins ein. Und das schon über viele Jahrzehnte. Das verdient Lob und Anerkennung. Solch engagierte Mitglieder benötigt jeder Verein. Auf Stefan ist immer Verlass“, sagt der erste Vorsitzende Reinhard Wendker . Verdiente Anerkennung für Stefan Hesse, die auch die Wertschätzung seines ehrenamtlichen Engagements ausdrücken, das durch Unterstützung bei Arbeitseinsätzen des Vereins über die genannten Bereiche hinaus geht.

Seit seinem 18. Lebensjahr fertigt Hesse Holzvögel für die Schützenfeste an. Der heute 46-jährige Zimmerermeister wechselte sich zunächst mit Franz-Josef Beumer Jahr für Jahr beim Bau der kleinen bunten Kunstobjekte ab. Seit nunmehr zehn Jahren baut Hesse die fünf bis sechs Holzvögel für jedes Schützenfest selbst. Diese bestehen aus Fichtenholz. Die einzelnen Teile – Grundelement, Flügel, Kopf und Krone – werden verleimt. Nägel oder kleine Schrauben sind bei der Zusammensetzung nicht erlaubt. Ist das erledigt und alles getrocknet, bekommt der Vogel einen bunten Anstrich.

„Holzvögel für Kinder und Jugendliche werden in einem leichteren Bausatz gefertigt, die für die Erwachsenen sind schon so konzipiert, dass sie sehr viel Gegenwehr leisten und hartnäckig sind, ehe dem Schützen beim Blick über Kimme und Korn der Volltreffer gelingt. Die Anfertigung der Holzvögel entspricht einem bestimmten Schema. Rund zwei Stunden benötige ich für die Anfertigung eines Exemplars“, berichtet Stefan Hesse, dem die Arbeit sichtlich Spaß macht. „Es ist ein schöner Moment , wenn ein neuer bunter Holzvogel fertig ist. Der Gedanke, dass dieser beim Wettbewerb um die Majestäten in unzählige Späne zerbricht, die dann von der Stange heruntersegeln, kommt einem erst beim Schießen“, sagt er schmunzelnd.

Stefan Hesse selbst konnte beim Vadruper Schützenfest 1998 dem Holzvogel der Garaus machen und sich als Schützenkönig feiern lassen. Ob er seinerzeit auch selbst den Holzvogel gebaut hat oder Franz-Josef Bäumer, blieb stets ein Geheimnis.

Bevor der Holzvogel auf einer Schraube im Kugelfang befestigt wird, hat die Instandsetzung des Kugelfangs Priorität. „Das geschieht rund drei Wochen vor dem Schützenfest. Die sechs Zentimeter dicken Bretter werden auf einer Fläche von 90 mal 90 erneuert. Unter den Brettern wird Steinwolle eingebracht. Dann folgt der Anstrich. Damit aber nicht genug: Nach jedem Schießwettbewerb müssen die Bretter im Innenbereich des Kugelfangs aufgrund der Einschläge der Kugeln erneuert werden. Damit heißt es mindestens vier Mal innerhalb der Schützenfesttage: Kugelfang herunter, neue Bretter einsetzen, Holzvogel platzieren und wieder hochhieven.

Stefan Hesse erledigt diese Tätigkeiten in Zusammenarbeit mit Bernhard Hobeling und Josef Markfort-Wiegert. „Wir sind ein eingespieltes Trio, das dafür sorgt, dass von der Wartung des Kugelfangs über den Aufzug an der Vogelstange bis zur Halterung alles passt“, freut sich Hesse. Das Trio ist auch im Einsatz, wenn es alle paar Jahre darum geht, die Schützenstange – sie ist elf Meter hoch und wiegt eine Tonne – mit Kugelfang für die Überprüfung durch den Kreis vorzubereiten, damit die Sicherheitsabnahme auch erfolgt.

Zurück zu Stefan Hesse, der seit 25 Jahren beim Schützenfest die Fahne im Takt bewegt. Das macht er zusammen mit Christian Pohlmann, Christian Ahlbrandt, Jens Tepper, Martin Cieslik und Moritz Brandherm. Das Sextett sorgt mit seinem Vortrag für einen besonderen Moment bei der Proklamation.

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