Krinkrentner in Westbevern begehen in diesen Tagen ihr 25-jähriges Bestehen
Eine starke Gemeinschaft

Westbevern -

Vor genau 25 Jahren wurden die Krinkrentner in Westbevern gegründet. Das Ganze ist eine Erfolgsgeschichte ehrenamtlichen Engagements.

Sonntag, 02.05.2021, 08:16 Uhr aktualisiert: 02.05.2021, 15:58 Uhr
Das Reinigen der Wanderwege zählt normalerweise im Frühjahr immer zu den Aktionen, mit denen die Krinkrentner die Freiluftsaison beginnen. Seit einiger Zeit werden sie dabei immer von Schülerinnen und Schülern der Grundschule in Westbevern tatkräftig unterstützt.
Das Reinigen der Wanderwege zählt normalerweise im Frühjahr immer zu den Aktionen, mit denen die Krinkrentner die Freiluftsaison beginnen. Seit einiger Zeit werden sie dabei immer von Schülerinnen und Schülern der Grundschule in Westbevern tatkräftig unterstützt. Foto: Bernhard Niemann

Es fing im kleinen Kreis an und wurde eine große Sache: Zehn Baumeister errichteten mit viel Engagement nicht nur die Krinkhütte „Zur Fledermaus“, sondern sie waren es auch, die vor genau 25 Jahren die Krinkrentner gründeten und damit eine Erfolgsgeschichte einleiteten.

Der Enthusiasmus, ehrenamtlich etwas für Westbevern zu tun, hat auch nach einem Vierteljahrhundert nicht abgenommen. „Einmalig, unschlagbar, verlässlich“, so lautet ein in diesem Zusammenhang gern gebrauchter Slogan, der ausdrückt, dass sich die selbstständige Abteilung der Krinkrentner, die Teil des Westbeverner Krinks sind, mit ihrem Tun zum Wohle der Allgemeinheit und der Verschönerung des Beverdorfes einen Namen gemacht hat.

Die Krinkrentner sind ein dickes Plus für Westbevern.

Friederike von Hagen-Baaken

„Die Krinkrentner sind ein dickes Plus für Westbevern“, sagt daher auch die Krink-Vorsitzende Friederike von Hagen-Baaken. Lob und Anerkennung wurden den aktuell 120 Mitgliedern bereits mehrfach zuteil. 2001 erhielt die Gruppe als erster Telgter Verein den Preis „Menschen für Menschen“ der Stiftung Thünte verliehen. Anlässlich der Verleihung des Preises sagte der damalige Bürgermeister Ulrich Roeingh: „Die Senioren des Westbeverner Krink haben eine glückliche Mischung zwischen Geselligkeit, Gesprächen und dem Einsatz für die Gesellschaft gefunden. Mit den Krink­rentnern ist eine Gemeinschaft von Menschen zusammengewachsen, die dem dritten Lebensabschnitt einen neuen Sinn geben.“

Auch international ist die Gruppe anerkannt: Ewald Wennemann, der seit Jahren in den USA wohnt, war von der Idee des ehrenamtlichen Engagements in der Gemeinschaft so begeistert, dass er seinerzeit spontan 200 Dollar überwies.

Eine weitere Auszeichnung gab es 2012. Seinerzeit erhielten die Krinkrentner den Ehrenamtspreis für das frisch eingeführte Bankleitsystem. Seit 2012 wird das Engagement der Gemeinschaft regelmäßig mit der Ausgabe der Ehrenamtskarte durch die Akademie Ehrenamt gewürdigt.

Die Krinkrentner sind zu einem festen Bestandteil des dörflichen Lebens geworden. „Wir unterhalten uns über alles – nur nicht über Politik“, hatte Franz-Josef Schründer , Gründer und 15 Jahre der Chef der Gruppe, vor Jahren das Erfolgsgeheimnis verraten. „Mein Ziel ist es, die Tradition fortsetzen und die Gemeinschaft im Sinne der mittlerweile verstorbenen Abteilungsleiter Franz-Josef Schründer (1996 bis 2011) und Heiner Schapmann (2012 bis 2019) zu fördern“, sagt Gunther Thieme , der seit rund einem Jahr die Gemeinschaft leitet. „Es ist beeindruckend, was meine Vorgänger bewegt haben. Daher erfüllt es mich mit Stolz, in ihre Fußstapfen treten zu dürfen“, sagt er.

Es ist beeindruckend, was meine Vorgänger bewegt haben. Daher erfüllt es mich mit Stolz, in ihre Fußstapfen treten zu dürfen.

Gunther Thieme

Allerdings schwingt derzeit auch ein wenig Wehmut mit. Denn angesichts von Corona gibt es bereits seit längerer Zeit keine Treffen und andere Veranstaltungen mehr. Und die Pandemie hat auch Auswirkungen auf das Jubiläum, das eigentlich im Mai gefeiert werden sollte. „Vielleicht lässt sich eine kleine Feier an der Krinkhütte im dritten Quartal nachholen?“, hat Thieme die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben.

Genau am 7. Mai 1996 fand das erste Treffen an der Krinkhütte statt. Das war der Auftakt für von da an regelmäßige Zusammenkünfte an jedem ersten Dienstag im Monat. Ab Herbst 2003 versammelten sich die Aktiven im Winterhalbjahr im Pfarrheim, da die Gruppe immer größer wurde. Früh wurden auch Besichtigungen und Ausflüge mit ins Programm aufgenommen. Seit 1997 finden jährlich mehrere Touren mit dem Fahrrad oder dem Bus zu Firmen, Museen oder anderen Einrichtungen statt.

Das Konzept aus Gemeinschaft und ehrenamtlichem Tun kommt an und hat dafür gesorgt, dass die Gruppe stetig gewachsen ist. Von den zehn Mitgliedern bei der Gründung ging es bereits 1997 auf 30 hoch. Das 50. Mitglied war Bernhard Wördemann im Jahre 1999. Im Jahre 2009 wurden Karl Demmer und Bernhard Tippkötter gemeinsam als 100. und 101. Mitglied aufgenommen.

Die aktive Gemeinschaft setzt sich vielfältig zum Wohle Westbeverns ein. Dazu gehört die Pflege der Wanderwege und Bänke genauso wie Müllsammelaktionen, das Kümmern um den Waldlehrpfad rund um Haus Langen oder vielfältige Pflanz- und Bauaktionen. Die Liste ist lang und ließe sich beliebig weiterführen.

1998 fand das erste Reinigen der Wanderwege statt. Seit einigen Jahren wird dieses gemeinsam mit Grundschülern durchgeführt.

Gemeinsam, das ist auch bei anderen Aktionen das Stichwort, etwa beim Bau von Nistkästen und Insektenhotels zusammen mit Grundschülern und Kindergartenkindern.

Auch in der Fahrradwerkstatt, die 2016 eröffnet wurde und unter der Verantwortung des Krink in Zusammenarbeit mit dem Verein „Zib“ (Zusammen ist besser) betrieben wird, sorgen Krinkrentner dafür, dass die Räder wieder rollen. Mehr als 550 Leezen wurden in den vergangenen Jahren gespendet, aufgearbeitet und schließlich wieder ausgegeben.

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