Günter Grass-Brücke am Emstor
60 Liter Farbe und 40 Sprühdosen

Telgte -

Einweihung im ganz kleinen Kreis: Unter dem Motto „Graffiti trifft Grass“ wurde in den vergangenen Tagen von den Künstlern „Die Jungs – Wandgestaltung“ aus Oldenburg die Günter Grass-Brücke ein neues Farbgewand getaucht. Bürgermeister Wolfgang Pieper würdigte jetzt das Werk.

Montag, 03.05.2021, 05:49 Uhr aktualisiert: 03.05.2021, 11:04 Uhr
Eröffnungsfeier unter der Günter Grass-Brücke im ganz kleinen Kreis und ohne Gäste: Sparkassen-Vorstandsmitglied Peter Scholz, Simone Thieringer (Kulturmanagement der Stadt Telgte), Bürgermeister Wolfgang Pieper und der Künstler Renke Harms von den „Jungs-Wandgestaltung“ aus Oldenburg.
Eröffnungsfeier unter der Günter Grass-Brücke im ganz kleinen Kreis und ohne Gäste: Sparkassen-Vorstandsmitglied Peter Scholz, Simone Thieringer (Kulturmanagement der Stadt Telgte), Bürgermeister Wolfgang Pieper und der Künstler Renke Harms von den „Jungs-Wandgestaltung“ aus Oldenburg. Foto: Bernd Pohlkamp

Die Emsstadt Telgte ist um ein bewundernswertes Kunstwerk im öffentlichen Raum reicher. Unter dem Brückendurchgang der Günter Grass-Brücke am Emstor zwischen Busparkplatz und Planwiese wurde am gestrigen Sonntag offiziell ein Kunstobjekt vollendet, das an das „Treffen in Telgte“ aus dem Jahr 1979 mit dem 2015 verstorbenen Schriftsteller und Literaturnobelpreisträgers Günter Grass erinnern soll. Die Eröffnung des Kunstwerkes fand in Anbetracht der aktuellen Pandemie-Situation nur in einem kleinen Kreis statt: Bürgermeister Wolfgang Pieper, Sparkassen-Vorstandsmitglied Peter Scholz, Simone Thieringer von Tourismus+Kultur Telgte sowie stellvertretend für die Oldenburger Künstler, Renke Harms, nahmen daran teil. Bürgermeister Wolfgang Pieper sprach von einem besonderen Ereignis. Es schmerze ihn, dass so ein großartiges Kunstwerk nicht im Rahmen eines großen Festes eröffnet werden konnte.

Die Stadt Telgte hatte die Graffitikünstler „Die Jungs – Wandgestaltung“ aus Oldenburg beauftragt, die einhundert Quadratmeter Betonwände unter der Günter Grass-Brücke so künstlerisch zu gestalten, dass sich dort ein Bezug zur Erzählung im Buch „Das Treffen in Telgte“ widerspiegelt. Vier Tage lang oder einhundert Stunden benötigten die drei Oldenburger Jungs, Robin Holthaus, Sebastian Zeberg und Renke Harms – alles Graffitikünstler, Mediengestalter, Werbekonzepter und Illustratoren – für dieses dreidimensionale sehenswerte künstlerische Werk. Rund 60 Liter Farbe wurden mit Pinsel verarbeitet. Farbe aus rund 40 Sprühdosen kamen hinzu.

So entwickelten sich in der vergangenen Woche im Durchgang unter der Brücke farbintensive und formenstarke Bilder und Schriftzüge. Die Oldenburger Künstler bezogen sich dabei auf Zeichnungen und Zitate aus dem Buch von Günter Grass. Aus Grass-Motiven wurden so Graffitis, aus Zitaten kunstvolle Signaturen. Der Satz, „Gestern wird sein, was morgen gewesen ist“, hat seinen Ursprung in Günter Grass‘ Erzählung. Sie beginnt mit diesen Worten. Renke Harms ließ in seiner Erzählung erkennen, mit welcher Fantasie, Leidenschaft und Begeisterung er diese dreidimensionale Darstellung mit seinen beiden Kollegen gestaltet habe. Renke Harms bezeichnete die berühmten Grass-Federzeichnungen von Händen als die zentralen optischen Elemente auf den Brückenköpfen. „Abstrakte Formen, florale Elemente und Linienspiele ergänzen das Gesamtbild, das sich zugleich in die grüne Umgebung einfügt und dennoch die Blicke auf sich zieht,“ unterstrich der Künstler. Ermöglicht wurde dieses Kunstprojekt „Brückenkunst“ dank der Unterstützung der Kulturstiftung der Sparkasse Warendorf. Sparkassen-Vorstandsmitglied Peter Scholz machte deutlich, dass die Kulturstiftung der Sparkasse mit diesem Projekt einen weiteren besonderen Ort in der Region geschaffen habe und dadurch einen erheblichen Beitrag für das gesellschaftliche Leben in der Stadt Telgte leiste.

Das Kunstwerk unter der Grass-Brücke soll in Zukunft, sobald dieses möglich ist, ein Ort der Begegnung werden. Simone Thieringer gab auch einen kleinen Vorgeschmack: Kleine Konzerte und Lesungen seien möglich. Natürlich wird die Stadtführung, „Grass‘sche Spuren – Ein Treffen in Telgte“, diesen Bereich in die Stadtrundgänge einbeziehen. Auch sei angedacht, die Fläche mit Sand auszufüllen und Liegestühle dort aufzustellen: Der neue Ort der Begegnung soll Optimismus für die kommenden Monate verbreiten.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7946208?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F191%2F
Nachrichten-Ticker