Warendorf
Drei kreative Köpfe

Dienstag, 10.04.2007, 14:04 Uhr

Warendorf . Die freie Theatergruppe Limes Mobile ist in Warendorf und Umgebung nicht nur durch ihre zahlreichen, sondern viel mehr durch ihre ungewöhnlichen Produktionen bekannt. Seit nunmehr 20 Jahren begeistern, verwundern und irritieren sie ihr Publikum. Immer wieder finden Christoph Neukötter , Christian Schnittker und Anne Engbert neue Wege, ihre Ideen und Anliegen szenisch umzusetzen. Es gab immer wieder Kooperationen mit anderen Künstlern und Gruppierungen. Nun sind sie wieder zu dritt auf der Bühne zu sehen. „Drei“ heißt die neue Produktion der drei kreativen Köpfe. Das Stück feiert am kommenden Samstag im Theater am Wall Premiere.
Aber halt! Genau genommen sind es drei Stücke, jeweils von einer Person umgesetzt. Jedes Stück dauert exakt 20 Minuten. Das macht eine Spieldauer von einer Stunde. Das fängt ja schon wieder kompliziert an!
Ein „Alibifon“, so der Titel des ersten Stücks, ist besser bekannt als Anrufbeantworter (AB). Blinkt der AB, weiß man, dass ein lieber Mensch eine nette Nachricht hinterlassen hat. Oder Mutti hat wieder mal angerufen und ganze Romane, gespickt mit Fragen, hinterlassen.
Wahrscheinlich hat auch schon jeder einmal passende Kommentare beim Abhören der Nachrichten abgegeben. Also praktisch Kommunikation mit dem Alibifon betrieben. Ganz normal also!
In dem dramatischen Ein-Personen-Stück kehrt ein Mann (gespielt von Kristof Neukötter) in seine unaufgeräumte Wohnung zurück. Beim Abhören seines Anrufbeantworters hört er fünf Anrufe. Alle Nachrichten verdichten sich zu einer Gewissheit: Der Anrufer will sich umbringen. Was tun? Normalerweise redet man auf den Todessüchtigen ein, um ihn zur Vernunft zu bringen. Aber wer ist die Person auf dem AB überhaupt?
„Subversion“ heißt der 20- minütige Einakter in dem Christian Schnittker die Hauptrolle spielt. In der Tragik-Komödie mit Live-Musik lässt ein Gewitter einen Mann vor Angst erzittern. Er sitzt auf seinem gepackten Koffer, jederzeit bereit, der drohenden Katastrophe zu entkommen. Aber was bitte ist Subversion? Als Subversion bezeichnet man eine Tätigkeit im Verborgenen, deren Ziel der Umsturz einer bestehenden durch Unterwanderung und Untergrabung ist. Der einsame Protagonist hatte einen Traum, der unerfüllt blieb. Er wäre so gern ein großer Pianist geworden. So sitzt er bei dem fürchterlichen Gewitter, mit verwickelten Händen auf gepacktem Koffer und hält mit tragikomischen Elementen Rückschau auf sein Leben. Fast normal also!
In „Chromatopsie“ (gespielt von Anne Engbert) ist alles anders. Der Einakter ist keinem Genre zuzuordnen. Chromatopsie ist eine Störung des Licht- und Farbensinns, bei der Farben anders wahrgenommen und benannt werden. Bianca liebt es, sich und ihre Umwelt mit Giften einzunebeln. So „vernebelt“ sieht sie die Welt natürlich in ganz neuen Farben. Sie wechselt ständig und unvermittelt ihre Richtung und Stimmung und jongliert dabei zwischen Traum und Wirklichkeit. Oder liegt es gar nicht an den Giften? Schlummern in ihr vielleicht mehrere Persönlichkeiten? Oder ist bei Bianca alles in Ordnung und das Problem liegt woanders?
Wer Limes Mobile kennt, der weiß, dass alles ganz anders kommen wird, als angekündigt. Und auch am Samstag (14. April) um 20 Uhr im Theater am Wall wird nichts so sein, wie es auf den ersten Blick scheint.
Karten gibt es bei Neukötter Optik und Schmuck, Münsterstraße, ✆ 02581/ 2220 (neukoetter-optik@-online.de) und an der Abendkasse im Theater am Wall.

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