Warendorf
Volle Kartons und leere Regale

Freitag, 20.07.2007, 19:07 Uhr

Warendorf . Die Mitarbeiter der Warendorfer Stadtbücherei haben derzeit alle Hände voll zu tun – und das im wahrsten Sinne des Wortes. „Gestern war bei uns Großkampftag “, erklärt Birgit Lücke , die Leiterin der Bibliothek. 1 300 Kisten voll mit Büchern wurden am Donnerstag in die Räume der ehemaligen Volkshochschule in der Kurzen Kesselstraße geliefert, und jede von ihnen wollte gleich dem richtigen Regal zugeordnet werden.

„Und wehe, es steht ein Karton falsch“, lacht Lücke, die mit ihren Kollegen den Vortag mit dem Schleppen von Bücherkisten verbracht hat. Der Umzug der Bücherei von der Oststraße in die Kurze Kesselstraße ist in vollem Gange, und renoviert wird gleichzeitig auch noch: Alte Zwischenwände kommen raus, neue Decken werden eingezogen und die Räume gemäß aktuellen Brandschutzbestimmungen hergerichtet. Und mittendrin leere Regale und Stapel von Bücherkisten.

Die Handwerker taten Birgit Lücke schon ein wenig Leid: „Immer, wenn sie die Leiter gerade aufgestellt hatten, kamen die Möbelpacker und haben sie verscheucht.“ Davon abgesehen habe sich das Vorsortiersystem gut bewährt. Alle Kartons sind mit einer Signatur versehen, welche den genauen Bestimmungsort der Bücher im Erdgestoß oder im Ersten Stock des Gebäudes verrät.

Rund 700 Quadratmeter Raum stehen der Stadtbibliothek in Zukunft zur Verfügung, außerdem wurden neue Regale zugekauft. Das ermöglicht den Betreibern ganz neue Möglichkeiten im konzeptionellen Bereich: „Wir haben unser altes Stiefkind, die Kinder- und Jugendbücherei, entschieden vergrößert“, erklärt Mitarbeiterin Angela Hinzen. Besagte Abteilung soll sich über beinahe das gesamte Erdgeschoß erstrecken, eine Leseecke mit Sofa soll zudem für mehr Gemütlichkeit sorgen.

Ähnliches wird es in der Erwachsenenabteilung geben: Dort entsteht ein Büchercafé mit Kaffeeautomat. Wesentlich mehr Platz haben auch die Angestellten. Im Bürotrakt gibt es einen gesonderten Besprechungsraum, und auch der Verbuchungsbereich bekommt ein neues Gesicht – und neue Technik. Mittlerweile sind alle Medien mit einem neuen Magnetstreifen für die elektronische Verbuchung markiert worden. „Außerdem wird es einen Selbstverbuchungsterminal für die Kunden geben“, sagt Lücke.

Neuanschaffungen hat es in diesem Jahr aufgrund des Umzugs kaum gegeben, von Romanen und Reiseführern für den Urlaub abgesehen. „Dafür war keine Zeit. Neu kaufen werden wir erst jetzt“, so Lücke. An Beschäftigung wird es ihr in den nächsten Tagen nicht mangeln. Am Montag soll mit dem Einräumen der Bücher begonnen werden. Am Samstag, 4. August, öffnet die Bücherei im Rahmen eines Tags der Offenen Tür dann zum ersten Mal ihre Pforten. Der erste „richtige“ Öffnungstag ist der darauf folgende Montag.

Bis dahin müssen sich die Warendorfer noch gedulden. Was einigen sichtlich schwer fällt: „Die Leute auf der Straße fragen schon, wann es losgeht“, erklärt Lücke. Immerhin, einige Bücherwürmer haben sich rechtzeitig vor dem Umzug mit Lektüre eingedeckt und so den Bibliotekaren noch die Arbeit erleichtert. „Wir haben den Kunden gut zugeredet, damit sie ein paar Bücher mehr mitnehmen“, sagt die Leiterin. Zumindest diese Bücher müssen dann erst später einsortiert werden.

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