Warendorf
Eins, zwei, drei im Sauseschritt, und die Darpes laufen mit

Dienstag, 02.10.2007, 17:10 Uhr

Warendorf . Das war ein mehr als würdiger Anlass für die letzte Großveranstaltung im Warendorfer Bürgerhof : Zur Feier des 175-jährigen Bestehens des Familienunternehmens Darpe ( Industriedruck und Bürocenter) präsentierte sich das Congresscentrum gestern noch einmal in vollem Glanz. Eingerahmt von einer „Ahnengallerie“ mit den Portraits der Stammhalter aus fünf Generationen, die das Firmengeschick in den vergangenen Jahrhunderten entscheidend mitbestimmt haben, feierten Sven , Katja und Stephan Darpe gemeinsam mit der Seniorchefin und ihren Enkelkindern sowie den 425 Geburtstagsgästen (unter ihnen Mitarbeiter, Kunden, Gäste aus Politik und Wirtschaft) das stattliche Jubiläum.

Die Schlange der Gratulanten wollte einfach nicht enden – fast eine ganze Stunde verging, bis alle Gäste dem „Darpe-Clan“ ihre Glückwünsche ausgesprochen und die Geschenke überreicht hatten. Sichtlich gerührt nahm Katja Darpe, die gemeinsam mit ihrem Mann Stephan die Geschäftsleitung des Bürocenters inne hat und gestern den Anfang bei den Festansprachen machte, die Meriten entgegen. Katja Darpe wusste jedoch auch, wem sie in erster Linie zu danken hatte: „Meine Eltern haben uns vorgemacht, wie es geht“, erklärte sie und verwies auf den Verdienst der fünften Generation, bestehend aus dem mittlerweile verstorbenen Karl-Heinz Darpe und der Seniorchefin Irmgard Darpe, die noch immer in der Firma tätig ist.

Für jedes ihrer 42 Dienstjahre überreichte ihr Sohn Sven Darpe, der 1997 aus Süddeutschland zurück kehrte, um den väterlichen Betrieb weiter zu führen, eine rote Rose. Das elterliche Team, so Sven Darpe, habe den größten Anteil daran, „dass wir heute hier feiern können“ – habe es doch ein „festes Fundament“ für weiteres Wachstum gelegt. Darüber hinaus hat der Stammhalter auch die Firmenphilosophie des Vaters übernommen: „Mach nur solche Geschäfte, bei denen Du Deinen Geschäftspartnern offen in die Augen schauen kannst. Dann wirst Du ruhig schlafen“, hatte der seinem Sohn geraten.

Auf diese Weise klang bereits an, welche Rolle der Begriff „Tradition“ – ein Wort, das die Festredner so oft wie kein anderes in ihre Ansprachen einflochten – für das Familienunternehmen bedeutet. Gleichzeitig ließ die sechste Generation keinen Zweifel daran, dass sie auch frohen Mutes und voller Innovationskraft in die Zukunft schaut: „Darpe bleibt Darpe“, versicherte Katja Darpe. Auch die Seniorchefin äußerste sich optimistisch, schließlich sitzt die nächste Generation schon in den Startlöchern: „Wir haben fünf Chancen, und drei von ihnen sitzen schon hier“, so Irmgard Darpe. Daran dürfte auch die Tatsache, dass – wie Sven Darpe verriet – seine Kinder Lara (11) und Hennes (4) Zoologin beziehungsweise Dachdecker werden wollen, nichts ändern.

Ein 175-jähriges Firmenjubiläum, das sei keineswegs selbstverständlich, erklärte Regina van Dinther, die als NRW-Landtagspräsidentin ebenfalls zu den Festrednern zählte. Gerade in Zeiten des globalen Wettbewerbs würden mittelständische Familien immer mehr in den Blickpunkt rücken. Sie seien „Beispiele dafür, dass das Ethos vom ehrlichen Kaufmann noch gilt“. Kundennähe, hohe Qualitätsansprüche und eine enge Verbindung zu den Mitarbeitern zeichneten Familienunternehmen wie die Firma Darpe aus. In diesem Zusammenhang unterstrich die Landtagspräsidentin auch die Vorbildfunktion der Familienbetriebe: „Sie sind die Vorreiter unserer Gesellschaft. Wir brauchen mehr positive Leitbilder in der Wirtschaft.“

Bürgermeister Jochen Walter argumentierte ähnlich. Ihn beeindrucke vor allem die Frische und der Optimismus, mit dem sich Stephan und Sven Darpe ihren Aufgaben in einer nicht ganz einfachen Zeit stellen würden. Walter betonte außerdem die tiefe Verwurzelung der Firma Darpe in der Emsstadt: „Wir Warendorfer können stolz sein, dass sich Tradition, Fortschritt und Erfolg auf diese Weise mit dem Namen unserer Stadt verbinden.“

Die richtige Mischung aus Tradition und Innovation ist das Erfolgsrezept der Firma Darpe – darin waren sich die Laudatoren einig. „Eins, zwei, drei im Sauseschritt, läuft die Zeit, wir laufen mit.“ Diesen Spruch von Wilhelm Busch hatten die Darpes zum Motto der Jubiläumsfeier gewählt. Dazu Sven Darpe: „Wir laufen mit. Und das tun wir gar nicht schlecht.“

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