Warendorf
CO2-Emissionen dringend drosseln

Sonntag, 20.01.2008, 18:01 Uhr

-li- Warendorf / Kreis Warendorf. Zum Neujahrsempfang des grünen Orts- und Kreisverbandes Warendorf begrüßte Ortsverbandssprecher Hubert Grobecker am Sonntag über 60 Gäste. Er freute sich wie die Kreisverbandssprecherin Birgit Olosun darüber, dass so viele Interessierte den Weg ins Grüne Zentrum in Warendorf gefunden hatten.

In seinem Grußwort ging Hermann-Josef Schulze Zumloh als Vorsitzender des Kreisverbandes des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes darauf ein, dass er als Hausherr den Grünen gerne die Veranstaltung im Grünen Zentrum ermöglicht habe, selbst wenn das Verhältnis zwischen den Landwirtschaftsvertretern und grünen Ministern nicht immer problemlos gewesen sei.

Grobecker ging in seinen einführenden Worten auf den Schwerpunkt des Neujahrsempfangs ein, auf die Klimapolitik. Er wies auf mehrere erfolgreiche Veranstaltungen der Grünen zu diesem Thema im letzten Jahr hin und mahnte alle Anwesenden, vor allem die Verantwortlichen aus der Verwaltung und den Ratsfraktionen, die Anstrengungen für die Senkung von CO2-Emissionen zu verstärken.

Die notwendigen Fakten dazu lieferte der grüne Landtagsabgeordnete und Vorsitzende der Enquetekommission „Öl und Gas“ des Landtags NRW, Reiner Priggen . In einem anschaulichen Vortrag machte Priggen klar, dass die Erderwärmung von zwei Grad schon nicht mehr aufzuhalten sei: „Wir liegen jetzt bei 0,7 Grad Erwärmung“, führte Priggen aus, „und müssen alle Anstrengungen unternehmen, um nicht mehr als zwei Grad zu bekommen.“ Diese zwei Grad werden von der Wissenschaft als gerade noch beherrschbar für das Klima angesehen.

Dabei liegen die derzeitigen Emissionen in der Welt sehr unterschiedlich: „Während US-Amerikaner 20 Tonnen emittieren, liegt China bei 3,7 Tonnen pro Kopf und Nigeria bei 0,37 Tonnen.“ Für den grünen Landtagsabgeordneten ist klar, dass vor allem die Industrienationen zu deutlich geringeren Emissionen kommen müssen. „Kein Mensch hat per se das Recht, dem Klima mehr Schaden zuzufügen als andere.“

Mit diesem Zitat von Bundeskanzlerin Angela Merkel verdeutlichte Priggen, dass Klimapolitik mittlerweile in Deutschland politisch konsensfähig ist: „Es ist dringend notwendig, aber auch möglich, von derzeit zehn Tonnen CO2 pro Kopf und Jahr in Deutschland auf 2,2 Tonnen herunterzukommen.“ Als groben Anhaltspunkt nannte der grüne Landtagsabgeordnete, dass 40 Prozent der Emissionen bei der Stromerzeugung und je 30 Prozent beim Verkehr und bei der Klimatisierung der Gebäude entstehen. In allen drei Bereichen müsse man schnell und konsequent ansetzen, forderte Priggen auf und nannte die Dämmung von Altbauten, den Neubau von Häusern in Passivhausbauweise, die Stärkung regenerativer Energien und verbrauchsarme Motoren als vordringliche Lösungen.

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