Warendorf
Noch rechnet sich die Sache nicht

Dienstag, 27.12.2011, 11:47 Uhr

Warendorf . Auf den ersten Blick schien die Idee bestechend: Mitten in der Altstadt – im Quartier zwischen Sparkasse an der Münsterstraße und Stadtverwaltung an der Langen Kesselstraße – könnte ein Einkaufszentrum entstehen. Ein Magnet, der die Innenstadt stärkt, Kaufkraft anzieht und so auch ein Zugewinn für die schon vorhandenen umliegenden Geschäfte ist.

Doch beim genaueren Hinschauen hat sich die Sache relativiert. Baudezernent Oliver Knaup stellte im Planungsausschuss einige Fakten vor, die zeigen, dass der Standort möglicherweise doch nicht so geeignet ist.

Die Sparkasse hatte in den vergangenen Monaten unter Begleitung der Landesentwicklungsgesellschaft ( LEG ) eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Die Prämisse: Es sollte nur eine nachhaltige und verträgliche Lösung unter Berücksichtigung der historischen Innenstadt geprüft werden. Voraussetzung 2: Eine Lösung kommt nur in Frage, wenn sie für Stadt und Sparkasse wirtschaftlich ist. Schon im Vorfeld hatte sich angedeutet, dass die Ansiedlung eines Elektronikfachmarktes nur unter Zusammenschluss verschiedener ortsansässiger Händler denkbar sei. Für einen überregionalen Anbieter wie Saturn oder Media Markt passt Warendorf als Standort nicht ins Konzept.

Es stellte sich heraus, dass eine Komplett-Verlagerung der Stadtverwaltung an einen anderen Standort sich nicht rechnen würde. Drei Varianten wurden untersucht:

eine große Einzelhandelslösung mit Verlagerung von Stadtverwaltung und Sparkasse,

eine kleine Einzelhandelslösung bei Verzicht auf die Flächen der Stadtverwaltung,

ein Umbau des Sparkassengebäudes.

Das Fazit: Weder die große noch die kleine Einzelhandelslösung rechnen sich. Eine Berechnung ergab Fehlbeträge im hohen siebenstelligen Bereich. Baut man nur die Sparkasse um, ergeben sich allenfalls Verkaufsflächen von 900 Quadratmetern. Auch nicht wirtschaftlich.

Allerdings: Es haben sich verschiedene Projektentwickler gemeldet, die den Standort unter die Lupe nehmen und sich für das Quartier interessieren. Einer dieser Entwickler hat in Zusammenarbeit mit einem Warendorfer Architekturbüro sogar schon einen Entwurf erarbeitet.

Es gibt jedoch dafür noch keine belastbaren Zahlen. Und weil es keinen Sinn mache, so Oliver Knaup, Wunschvorstellungen zu präsentieren, die sich im Nachhinein als unbezahlbar herausstellten, wartet man nun erst einmal ab.

In der Juni-Sitzung des Planungsausschusses sollen Fakten auf den Tisch. Besagter Projektentwickler hat allerdings bereits signalisiert, dass 3 000 Quadratmeter Einzelhandelsfläche an diesem Standort nicht ausreichen, um ein tragfähiges Konzept zu bekommen. Wie sich das mit anderen Planungen (z. B. am Bahnhof) verträgt, muss nun erst mal untersucht werden.

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