Warendorf
Dreiflügelbau beeindruckt

Freitag, 12.09.2008, 22:09 Uhr

-kg- Freckenhorst . Zu den besonders bemerkenswerten alten Ansichten von Freckenhorst gehört ein Steindruck , der in der Druckerei von A. Benoit in Paris um 1890 für einen Schulprospekt erstellt wurde und das Kloster zum Heiligen Kreuz aus der Vogelperspektive zeigt.

Schon der vom Auftraggeber gewählte Druckort verweist auf den gesellschaftlichen Anspruch der Franziskanerinnen aus Heythuysen, die vom Dechanten Hermann Schulte 1852 nach Freckenhorst gerufen worden waren. Sie hatten ein „Pensionat für die religiös-sittliche Erziehung und Ausbildung der weiblichen Jugend“ gegründet und dafür im Jahre 1857 ein repräsentatives Kloster- und Schulgebäude im neogotischen Stil errichten lassen in dem sich in den folgenden Jahrzehnten ein wichtiger Teil der ländlichen Bildungsgeschichte Westfalens vollzog.

Der Steindruck verschafft einen Eindruck von dem Dreiflügelbau mit seinem hervorkragenden, von Ecktürmchen und einem Stufengiebel abgeschlossenen Mitteltrakt sowie von dem weitläufigen, in einer Mariengrotte mündenden Nutzgartengelände im Westen. Blumenrabatten und ein zentrales Rondell mit einer Schutzengelfigur schaffen einen repräsentativen Eingangsbereich. Der einstöckige Winkelbau im Vordergrund gehört zu den Ökonomiegebäuden der Anlage, in denen unter anderem eine Lehrmolkerei untergebracht war. Der Platz dahinter diente ebenso wie die vor den Nutzgärten gelegene pavillonartige Turnhalle der Erholung und dem Sportunterricht für die Pensionärinnen.

Heute erinnern nur die Schutzengelfigur, ein Glockentürmchen und die Sandsteinrahmung des früheren Haupteingangs im Garten des Altenheimes an den 1996 abgerissenen Komplex, der bis dahin das Ortsbild architektonisch und historisch geprägt hatte.

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