Warendorf
Everswinkeler sind jetzt gefordert

Freitag, 24.04.2009, 13:04 Uhr

Freckenhorst - Einer Vereinsauflösung gehen meist eher unschöne Ereignisse voraus, wie zum Beispiel dramatischer Mitgliederschwund oder finanzielle Probleme. Dass die Mitglieder des noch recht junge Vereins „ Poggenradweg Walgern e. V.“ am Donnerstag die Auflösung beschlossen, hatte jedoch einen sehr erfreulichen Hintergrund: „Unsere Arbeit ist getan“, zog Dieter Sternberg das Fazit auf der letzten Mitgliederversammlung. Der Radweg ist fertig und damit der Vereinszweck nicht mehr gegeben. Durch diesen Umstand wäre auch die Gemeinnützigkeit des Vereins zum Ende des Jahres ausgelaufen, wie der Vorstand informierte. Dem Vorschlag, den Verein aufzulösen, schlossen sich die Mitglieder einstimmig an.

Zuvor hielt Schriftführerin Anette Kreienbaum noch Rückblick auf die kurze Vereinsgeschichte. Nach einem ersten Treffen zwischen Stadt, Nachbarn und dem Landesstraßenbauamt im August 2006 wurde der Verein am 8. November 2006 gegründet und wurde schnell aktiv, um Geld zu sammeln. Aktionen am ersten Mai oder auf dem Weihnachtsmarkt und Parkplatzdienste sorgten für ein finanzielles Polster, ebenso die Vermietung der Aktionshütte, die der Verein sein Eigen nannte.

Aber auch viele Gespräche mit dem Land, dem Kreis und der Stadt haben dazu geführt, dass nicht einmal ein Jahr nach der Vereinsgründung, am 26. Juni 2007 der erste Spatenstich die Arbeiten einläuteten. Mit 1600 ehrenamtlichen Arbeitsstunden haben die Radwegebauer den Radweg Wirklichkeit werden lassen, so dass er am 21.Juni 2008 eingeweiht wurde. In diesem Monat wurde noch eine Sitzecke am Rande des Weges hergestellt.

Kassierer Martin Altefrohne gab einen Überblick über die Finanzen: 160 203 Euro hat der Verein für den Radweg ausgegeben - aufgebracht durch Spenden und vor allem Zuschüsse des Landes. „Ausgeschrieben hätte der Bau 900 000 Euro gekostet“, blickte Sternberg nicht ohne Stolz auf die Leistung des Vereins zurück und zeigt sich dankbar gegenüber allen Spendern, Sponsoren und Helfern, ohne die, da war er sich sicher, der Radweg nicht in der kurzen Zeit gebaut wurde.

„Schön wäre natürlich, wenn die Everswinkeler den Rest des Weges bis Everswinkel bauen würden“, wünschte sich der Vorsitzende, dass der Weg nicht mehr lange auf halber Strecke endet.

Einstimmigkeit herrschte auch über die Verwendung des restlichen Vereinsvermögens: Die Aktionshütte kommt dem Nikolaus-Collegium zugute, das restliche Geld wird, nach Abstimmung mit dem Finanzamt, unter den vier Freckenhorster Kindergärten aufgeteilt.

Ganz ist der Verein jedoch noch nicht aufgelöst: letzte Rechnungen müssen noch bezahlt werden, an der Sitzecke stehen noch einige Arbeiten an und auch einen Helferabend soll es noch geben, sodass der Verein erst zum Ende des Jahres endgültig Geschichte ist. Im Namen des Nikolaus-Collegiums dankte August Weiser für die Hütte und versprach, dass sich die Nikolause beim Helferabend erkenntlich zeigen werden.

Trotzdem fühlen sich die Radwegebauer „ihrem“ Radweg immer noch verpflichtet und übernahmen Patenschaften für die Pflege der Sitzecke.

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