Warendorf
Kreisel bleibt Zukunftsmusik

Donnerstag, 13.08.2009, 16:08 Uhr

Milte - Nicht zuletzt, damit ihr Traum von einem Biotop für Laubfrösche eines Tages in Erfüllung geht, engagiert sich Ulrike Pletzing-Wiemeyer seit gut zwei Jahren in der Arbeitsgruppe Umwelt und Verkehr des Arbeitskreises Milter Bürger. Doch ehe der ökologische Lebensraum für die Amphibien Wirklichkeit wird, wird die Tierärztin sich noch ein wenig gedulden müssen. Zu umfangreich ist die Liste von Projekten, die die Arbeitsgruppe stemmen will.

Die achtköpfige Gruppe um den Vorsitzenden Thomas Dreimann beschäftigt sich mit Themen, die vielen Milter Bürgern unter den Nägeln brennen, wie eine große Bürgerbefragung im Oktober 2007 gezeigt hatte. Arbeitsschwerpunkte der Gruppe sind die Steigerung der Attraktivität des Dorfbildes, der Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV), die Verbesserung der Verkehrssicherheit in Milte und - Ulrike Pletzing-Wiemeyers Thema - der Erhalt und die Entwicklung von ökologischen Lebensräumen. Einiges hat die Gruppe mittlerweile bewegt.

So wurde im Frühjahr 2008 und 2009 in Zusammenarbeit mit dem Hegering Milte-Einen, dem Heimatverein, der Freiwilligen Feuerwehr, der DJK und vielen Freiwilligen die Dorfsäuberungsaktion „Milte putzt sich raus“ auf die Beine gestellt. Entlang der Ausfallstraßen wurden die Straßengräben von Müll befreit, Bänke gereinigt, Bushaltestellen aufpoliert, Grünflächen verschönert. Drei neue Bänke ließ die Gruppe inzwischen in der Straße Zum Geißberg errichten.

Um die Lebensqualität der Milter zu steigern, wurde der Uhlenpatt, ein idyllischer Rundwanderweg, angelegt, der im Dezember 2008 eröffnet worden ist. Erklärtes Ziel des Arbeitskreises ist es, den Uhlenpatt zu einem Lehrpfad aufzuwerten.

Viele Bürger wünschen sich eine Verbesserung des ÖPNV, vor allem eine direkte Verbindung nach Münster. Daher haben sich Mitglieder des Arbeitskreises, in dem sich neben Thomas Dreimann und Ulrike Pletzing-Wiemeyer Ralf Budde , Josef Dreimann, Jürgen Hafer-Schoppmann, Dietmar Knorr, Claire Mesch und Christa Pigulla engagieren, in Hoetmar über die Einrichtung des ersten Bürgerbusses im Kreis Warendorf informiert. Weil sie mit der Erkenntnis, dass das arbeitsintensive Projekt mit der jetzigen Größe der Arbeitsgruppe nicht zu schaffen ist, aus Hoetmar zurückkehrten, hat sich die örtliche CDU inzwischen des Themas angenommen.

Als großes Pfund, mit dem man wuchern kann, betrachten die Bürger die Natur in Milte. Daher will der Arbeitskreis im Bereich des Uhlenpatts eine Streuobstwiese anlegen, auf der jedermann reifes Obst genießen kann. Außerdem soll das Hesselufer auf Dauer naturnah rekultiviert werden. Auch an die Errichtung und Pflege einzelner Biotope ist gedacht.

Obgleich viele Bürger offenbar den subjektiven Eindruck haben, dass es mit der Verkehrssicherheit im Dorf nicht weit her ist, sprechen die offiziellen Zahlen eine andere Sprache. „Gespräche mit dem Landesbetrieb Straßen NRW, dem Kreis Warendorf und der Stadt Warendorf haben ergeben, dass es in Milte keine Unfallschwerpunkte gibt“, erzählen Ralf Budde und Claire Mesche im Gespräch mit den WN. Lediglich an der Kreuzung Vinnenberger Straße / Schulstraße / Ostbeverner Straße / Dorfstraße habe es eine Unfallhäufung gegeben. Doch diese Kreuzung biete keinen Spielraum für bauliche Veränderungen.

Für eine Entspannung der Situation sorgte mittlerweile der Rückschnitt von Gehölzen, die die Sicht eingeschränkt hatten. Dem Wunsch vieler Bürger nach Querungshilfen ist mittlerweile an der Kreuzung Schulstraße / Hesselstraße / Dorfstraße / Ostmilter Straße entsprochen worden. Der Kreis Warendorf hat dort, nach Verhandlungen mit dem Arbeitskreis, eine Verkehrsinsel installiert.

Zukunftsmusik bleiben dafür aber wohl das von manchem Bürger gewünschte Parkverbot in der Dorfstraße und ein Kreisverkehr an der Kreuzung Ostbeverner Straße / Telgter Landstraße / Wietels Kamp.

Immerhin hat der Landesbetrieb Straßen NRW der Arbeitsgruppe signalisiert, dass noch in diesem Jahr im Zuge von Sanierungs- und Ausbesserungsarbeiten eine Maßnahme ergriffen werden soll, die Fußgängern und Radfahrern das Überqueren der Kreuzung erleichtern soll.

Zur erhöhten Sicherheit der Bevölkerung trägt auch ein Pilotprojekt bei, das der Arbeitskreis in Zusammenarbeit mit der RWE Weser/Ems realisiert hat: die bundesweit einmalige Beleuchtung des Radeweges an der Telgter Landstraße durch LED-Leuchten.

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