Warendorf
Pi di bum, pa ta bu

Sonntag, 25.12.2011, 03:54 Uhr

Freckenhorst - Schon von draußen höre ich wilde Rhythmen. Ein bunter Klangteppich aus Trommelschlägen und fröhlichem Stimmengewirr empfängt mich am Freitagabend im Bürgerhaus Freckenhorst. Ein kurzer Blick in die Runde: große runde Trommeln, kleine Doppeltrommeln vor dem aufgebauten Stuhlkreis. In der Mitte des Raumes liegen verschiedene Percussioninstrumente, die die 19 Teilnehmer des „Trommelworkshop für Erwachsene“, die nach und nach das Bürgerhaus Freckenhorst füllen, ebenfalls kennenlernen werden. Das fängt ja spannend an.

Der nächste freie Platz ist meiner. Links schlägt eine junge Dame leicht mit den Fingerspitzen auf das Ziegenfell, ein paar Stühle weiter nimmt ein älterer Herr das Zweier-Set auf die Knie und probiert die Bongos gleich neugierig aus. Einige - offensichtlich fortgeschrittene - Teilnehmer packen ihre eigenen mitgebrachten Instrumente aus. Während Kursleiterin Theresia Dohle und Mechthild Pawlowski (Verein Freckenhorster Bürgerhaus) noch Neuankömmlinge begrüßen, probiere ich mein Instrument ebenfalls aus. Die größere der Bongos klingt tiefer. Aha, das ist also der Bass. Schon mit einem leichten Fingerschlag lasse ich die Trommel sprechen. Nach einem langen Arbeitstag, merke ich jedoch, dass meine Konzentration abschweift. Erstaunlich, dass das sofort zu hören ist. Vom lauten, ausgelassenen afrikanischen Lebensgefühl ist noch wenig zu spüren.

„Vor zwanzig Jahren habe ich mit afrikanischem Tanz begonnen“, erzählt Dohle von ihren eigenen Erfahrungen. Vor fünf Jahren wechselte die Diplom-Sozialpädagogin, die erstmalig den Workshop für Erwachsene in Freckenhorst anbietet, zum Trommeln.

„The-re-si-a“, gibt Dohle die Schlag-Sequenz vor, die die Teilnehmer sogleich aufnehmen. Laut donnert der Rhythmus, 20 Dschembas, Bongos und Cachons machen mächtig Krach. Was für eine tolle Idee für eine Vorstellungsrunde! Der Reihe nach gibt jeder eine Folge vor, die die anderen nachspielen.

Begeistert haue ich richtig drauf. Geht doch! Ein satter Sound füllt das Bürgerhaus, faszinierend, wie viele verschiedenen Melodien so entstehen.

„Lasst-uns-heu-te-tan-zen“, jetzt wird es schwieriger. Mit rechts anfangen oder links? Ich drehe die Bongos um, der Bass gehört auf die rechte Seite. Gar nicht so einfach, welche Hand welche Trommel schlägt. „Wir sind ge-spannt, was heu-te kommt“, lautet ein weiterer Vorschlag aus der Runde. „Lass die Son-ne in dein Haus“. Immer kräftiger schlage ich zu, lasse mich in den Rhythmus fallen. Rausgekommen? Egal! Auf Eins wieder anfangen.

Intuitiv improvisieren einige Teilnehmer auf der Marimba, einem Xylophon-ähnlichen Instrument. „Die klingt immer richtig“, weiß Dohle. Die Stimmung steigt hörbar, ein schnellerer Rhythmus. Das macht noch mehr Spaß.

In der kurzen Kaffeepause mit leckeren selbst gebackenen Nussecken von Elisabeth Richter tauschen sich alle munter aus.

„Beim Slap wird locker mit geöffneten Fingern getrommelt“, erklärt Dohle den nächsten Schritt. „Beim so genannten ,Ton bleiben die Finger geschlossen und gespannt.“ „Pa“ oder „ta“ nennt den „Ton“, „pi“ oder „di“ den Slap. „Bu“ oder „Bum“ heißt es beim Bass. „Pi-di-bum, pa-ta bum“, 20 Trommler schlagen im Takt. „Pi-di-bum, pa-ta-bum“, lauter und lauter sprechen die Trommeln. Jetzt bin ich in Afrika.

Auch am Freitag (5. März) wird von 17 bis 19 Uhr ein Trommelworkshop für Erwachsene mit Theresia Dohle im Bürgerhaus angeboten. Um Anmeldung bei Horst Wohlgemuth, ' 0 25 81/ 4 52 07, wird gebeten. Der Kostenbeitrag liegt bei fünf Euro für Mitglieder des Vereins Freckenhorster Bürgerhaus und bei sieben Euro für Nichtmitglieder.

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