Warendorf
Google knipst: Bitte recht freundlich!

Mittwoch, 21.04.2010, 07:04 Uhr

Warendorf - Wer in den nächsten Wochen ein Auto mit eigenartigen Dachaufbauten durch Warendorfs Straßen rollen sieht, darf sich nicht wundern: Die Internet-Suchmaschine Google ist unterwegs - und nimmt die Stadt unter die Lupe. Genauer gesagt: Vor die Linse.

Für das nicht ganz unumstrittene Internetportal „Google Street View“ ist die gigantische „Datenkrake“ mit ihren Spezialkameras in der Region unterwegs. Auf seiner Internetseite hat Google angekündigt, dass im April und Mai der Kreis Warendorf auf dem Terminkalender steht.

Was ist Google Street View? Das mit seiner Suchmaschine groß gewordene Unternehmen fertigt 360-Grad-Panoramabilder ganzer Straßenzüge an, es scannt sozusagen die Welt. Die Originalansichten ergänzen die jetzt schon weltweit gern genutzten Landkarten von Google Maps und machen demnächst einen virtuellen Spaziergang durch (fast) jeden Ort möglich. Irgendwann wird auch Warendorf im Netz zu sehen sein. Wer sich anschauen möchte, wie das aussiehen wird, kann es schon jetzt am Beispiel amerikanischer Städte tun, z. B. New York.

Die Panoramaaufnahmen werden zu einem gigantischen Städtebild zusammengepuzzelt. Man sieht also am Computer nicht mehr allein die Straßenpläne aus der Vogelperspektive, sondern kann mit der Maus durch die Stadt fahren und hat eine ganz realistische Ansicht vor Augen: Fassaden, Menschen, Autos.

Was in den Vereinigten Staaten kein Problem ist, ruft hierzulande die Datenschützer auf den Plan. Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner hat Google aufgefordert, für die Aufnahmen die Erlaubnis der Hauseigentümer einzuholen. Ein Ansinnen, das Google nicht nachvollziehen kann: Street View enthalte Bilder, die dem entsprechen, was jeder auf der Straße sehen könne. Man fotografiere ausschließlich an öffentlichen, frei zugänglichen Orten. Schon heute gebe es Straßenbilder, auf denen Passanten zu sehen sind. So etwas werde veröffentlicht, seit es Zeitungen, Fernsehen und Internet gibt, sagt Google. Das Unternehmen hat eine Software entwickelt, um Gesichter und Autokennzeichen auf den Street-View-Bildern automatisch unkenntlich zu machen.

Es ist zudem möglich, gegen die Veröffentlichung Einspruch zu erheben, Per E-Mail geht das unter streetview-deutschland@google.com. Per Brief unter Google GermanyGmbH, Street View, ABC-Straße 19 in 20354 Hamburg.

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