Warendorf
Kirchenfusion: Vielfalt in einer Wohnung leben

Sonntag, 13.06.2010, 15:06 Uhr

Warendorf - Die alten Taufbücher sind geschlossen. Am Sonntagmorgen feierten etwa 1000 Gläubige in der St. Laurentius-Kirche in einem festlichen Gottesdienst die Fusion der drei bislang selbstständigen Gemeinden St. Laurentius , St. Marien und St. Josef zur neuen Großgemeinde „St. Laurentius“ mit 14 700 Seelen. Domvikar Hans-Bernd Köppen verlas die „Errichtungsurkunde“, unterzeichnet von Münsters Bischof Felix Glenn. „Mit der Zusammenlegung hören die alten Gemeinden auf zu existieren“, heißt es darin.

Der Andrang war groß am Sonntagmorgen. Unter den vielen Gläubigen waren Abordnungen von Kolpingsfamilien, katholischen Frauengemeinschaften, der Pfadfinderschaft St. Georg sowie der Schützenbruderschaft St. Hubertus Gröblingen-Velsen. Beim Einzug in die Kirche musste zusammengerückt werden. Wer keinen Sitzplatz mehr fand, stand an den Innenwänden.

„In Wertschätzung all dessen, was in Warendorf in den drei Gemeinden bisher gelebt wurde, werfen wir nun einen Blick nach vorne“, wandte sich Köppen an die vielen Gläubigen. „Im Blick zurück nehmen wir das Alte in das Neue hinein.“ Vor einer Woche waren die alten Taufbücher zugeschlagen worden, gestern wurde ein neues Taufbuch eröffnet. Köppen überreichte dieses an Peter Lenfers , Pfarrer der Großgemeinde St. Laurentius. Mit Beifall begrüßten die neuen Gemeindemitglieder ihren Pfarrer, der das neue Taufbuch freudestrahlend in die Höhe hielt.

„Die Wege, die wir gehen werden, sind noch nicht vorgezeichnet“, sagte Köppen in seiner anschließenden Predigt. „Es sind Sorgen und Ängste dabei, aber auch gute Erfahrungen und die gemeinsame Verantwortung.“ Gott rufe aber sein Volk zu einer Einheit des Glauben zusammen.

Mit Blick auf diese Fusion möchte Gott in der Mitte der Gemeinde wohnen. Eine Wohnung sei der Ort, an dem Leben, Freud und Leid so wie in einer Kirchengemeinde miteinander geteilt würden. „Einheit ist nicht Uniformität,“ forderte Köppen dazu auf, die Traditionen der Vereine, Verbände und Chöre mit in diese Wohnung einzubringen und so die Vielfalt unter einem Dach gemeinsam zu leben. Walter Tacke, Vorsitzender des Seelsorgerates, ermutigte alle, nun aufeinander zu zugehen.

Eingebettet in den Fusionsgottesdienst war die Ernennung der Pastoralreferenten Anne Bussmann, Birgit Hollerhorst, Schwester Monika Otto und Tobias Tiedeken. Neue Diakone sind Thomas Rudolph, Pater Tom und Bernd Hante, neuer Kaplan Timo Holtmann.

Nach dem fast zweistündigen Gottesdienst trafen sich die Mitglieder aus den ehemals selbsständigen Gemeinden auf dem Kirchplatz vor der Marienkirche. Schnittchen, Salat, Grillwurst und Stockbrot war das die beste Gelegenheit erste neue Kontakte zu knüpften.

„Es ist wichtig, dass alle drei Gemeinden, auch St. Laurentius, aufhören zu existieren und ein neues Kapitel beginnt“, sagte Lenfers gegenüber unserer Zeitung. Der Geistliche ist zuversichtlich: „ Ich erlebe bereits in den Gremien, dass vermeintliche Grenzen überschritten und sehr verantwortlich auf das Ganze geschaut wird.“

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