Warendorf
Das ganz coole Sommertheater

Mittwoch, 21.07.2010, 16:07 Uhr

Warendorf - Der Muskelmann am Beckenrand präsentiert stolz seine Tätowierungen und erntet abschätzende Blicke von zwei Badenixen im topmodischen Bikini; ein Endvierziger hantiert wichtigtuerisch mit seinem neuen I-Phone, auf der Spielwiese toben Kinder, und in der Ecke am Sprungturm hat es sich ein Seniorengrüppchen auf den Bänken bequem gemacht. Interessiert beobachten sie das muntere Treiben im Wasser. Beachparty im Freibad.

32 Grad! Die Sonne brennt, der Schweiß tropft - da gibt es kaum Erfrischerendes als den Sprung ins kühle Nass. Das Freibad wird zur schönsten Bühne der Stadt: Kesse Mädels und stramme Jungs zeigen die Vielfalt ihres Repertoires. Das ganz coole Sommertheater .

Die Blümchenbrille sitzt Steffi keck auf der Nase. Das dreieinhalbjährige Mädchen sitzt im Matrosenanzug im Kinderplanschbecken und hat Förmchen und Wassereimer dabei. Die Mama beobachtet ihre Tochter von der Liegweise aus. Kühltasche, Handtücher und Sonnencreme liegen griffbereit.

Die Hitze nimmt zu und mit ihr die allgemeine Lautstärke. Der Drei-Meter-Turm ist das Revier der mutigen Jungs zwischen zehn und 17. Das ist die Zeit der 15- bis 16-jährigen Grazien, die in kleinen Gruppen - ausgestattet mit aktuellen Tops und Shorts aus dem Sommerschlussverkauf - ins Freibad kommen. Jede einzelne eine kleine Königin. Nur scheinbar auf der Suche nach einem Liegeplatz flanieren sie um den Drei-Meter-Turm herum. Der Beckenrand wird zum Laufsteg. Die Jungs wissen sofort, dass es jetzt nicht mehr nur gilt, den eigenen Kumpel von Kraft und Geschicklichkeit zu überzeugen. Immer waghalsiger werden ihre Darbietungen. Größter Ruhm ist dem gewiss, der die beste, man kann es nicht präziser ausdrücken, Arschbombe, springt. Das Schicksal wendet sich, als der „Maitre de Bassin“ die Plattform sperrt und dadurch das Sehen und Gesehen werden ins Becken verlegt wird. „WaKa, Waka“ von Shakira dröhnt aus den Boxen. Die Party im Freibad nimmt ihren Lauf. Die jungen Burschen mit ihren Bermunda-Shorts, deren Länge sich allerdings bedenklich ins Richtung Pyjamahose zieht. Erlaubt ist, was gefällt. Die Mädchen - ob in Bikinis, die sich höchstens noch nach Quadratmillimetern messen lassen, oder im gewagten Einteiler - hier herrscht wirklich Spielfreude.

.

Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/285666?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F35766%2F706341%2F706385%2F
Nachrichten-Ticker