Warendorf
Einschnitte bei der Jugendarbeit?

Montag, 19.07.2010, 20:07 Uhr

Warendorf - Der Rotstift soll regieren: In der Juli-Ratssitzung hat Bürgermeister Jochen Walter den Kommunalpolitikern eine so genannte „Giftliste“ mit 102 Sparvorschlägen präsentiert. Insgesamt will Walter den kommunalen Haushalt um rund drei Millionen Euro entschlacken. Und zwar nachhaltig. Die Sommerpause soll dazu genutzt werden, in einer interfraktionellen Arbeitsgruppe diese Vorschläge unter die Lupe zu nehmen, zu bewerten - und möglicherweise auch noch zu ergänzen. Ende September kommt es zum Schwur: Dann soll der Rat entscheiden, mit welchen Maßnahmen auf die Ausgabenbremse getreten werden soll.

Bis dahin stellen die Westfälischen Nachrichten in einer Serie die Sparvorschläge der Verwaltung vor. Heute: Neue Träger für Kindergärten, Einschnitte in der Jugendarbeit und Sparen in Sachen Kultur.

» Die Kindergärten Löwenzahn und Zwergenland sind derzeit noch in städtischer Hand. Die Verwaltung plant, dies zu ändern und einen freien Träger für die beiden Kindergärten zu suchen. Der Hintergrund: Laut Kinderbildungsgesetz (KiBiz) bekommt der Träger, in diesem Fall die Stadt, Zuschüsse zu den Betriebskosten in Höhe von 79 Prozent. Die übrigen 21 Prozent trägt die Stadt selber. Bei freien Trägern sind diese Zuschüsse deutlich höher, die Stadt müsste nur noch neun Prozent selber tragen, der Rest käme vom Jugendamt - und das bekäme wiederum auch höhere Zuschüsse vom Land. Die Stadt würde mit einem freien Träger für Zwergenland und Löwenzahn rund 78 000 Euro pro Jahr sparen.

» Seit 2004 teilen sich Warendorf und Telgte eine Vollzeitkraft in der aufsuchenden Jugendarbeit. Das Jugendamt hat jetzt angeregt, diese Art der Jugendarbeit ausschließlich selbst anzubieten. Die Stadt spart durch den Wegfall der Stelle zwar rund 27 000 Euro, allerdings befürchtet die Verwaltung, dass damit der „Standard der Aufgabenwahrnehmung eher sinken“ wird. Auch in der offenen Jugendarbeit in den Ortsteilen wird es Einschnitte geben. Das Angebot soll sich künftig auf Freckenhorst beschränken. Da es dann in Hoetmar kein derartiges Angebot mehr geben wird, fällt der Zuschuss von 4000 Euro an den dortigen Jugendtreff weg. Zudem soll der Treff-Container abgerissen und der Pachtvertrag für das Grundstück gekündigt werden. Mit dem Drittel-Wegfall der Sozialarbeiter-Stelle spart die Stadt 23 000 Euro.

» Derzeit ist Warendorf Mitglied beim Kultursekretariat Gütersloh, um darüber vom Land geförderte Veranstaltungen zu buchen. Die Mitgliedschaft kostet jährlich 3000 Euro. Diese Summe soll zum 1. Januar 2012 durch Kündigung der Mitgliedschaft eingespart werden.

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