Warendorf
Richtigen Riecher gehabt

Montag, 19.07.2010, 15:07 Uhr

Warendorf - SPD-Ortsvereinschef Wolfgang Stüker hatte den richtigen Riecher : Zum 100-jährigen Bestehen des SPD-Ortsvereins Warendorf im Jahre 2008 hatte er die damalige SPD-Landeschefin Hannelore Kraft den Jubiläumsgästen im Kolpinghaus bereits als nächste Ministerpräsidentin vorgestellt. Und Stüker sollte Recht behalten. „Ich habe der Hannelore schon unsere Glückwünsche gemailt“, sagte er anlässlich des gemeinsamen Pressegesprächs mit den Grünen in Warendorf (die WN berichteten).

Beide Parteien versprechen sich von Rot-Grün auf Landesebene auch positive Signale für Warendorf. Und so will man auf Ortsebene enger zusammenarbeiten. Einziger Wermutstropfen: Die Nähe nach Düsseldorf ist dadurch getrübt, dass weder SPD noch Grüne heimische Wahlkreis-Kandidaten im Landtag sitzen haben. Gut vertreten fühle man sich aber durch die Abgeordneten im Münsterland. Mit Guntram Schneider (SPD), in Gütersloh geboren, habe Hannelore Kraft einen kampferprobten Gewerkschaftsfunktionär als Arbeitsminister in Kabinett geholt, heiß es aus SPD-Reihen. Und aus Münster stammt die 40-jährige SPD-Landtagsabgeordnete Svenja Schulze, die das Wissenschaftsministerium (Umwelt und Verbraucherschutz) leitet.

Durchweg zufrieden zeigten sich die Genossen und Grünen vor Ort mit der Zusammensetzung des Rot-Grünen-Kabinetts, das „geschlechterparitätisch“ aufgestellt sei. Neben Hannelore Kraft gehören dem Kabinett elf Minister und Ministerinnen an - acht von der SPD und drei von den Grünen. Männer und Frauen stellen jeweils die Hälfte der Kabinettsmitglieder. „Das ist ein wichtiges Signal für eine andere Politik in Nordrhein-Westfalen“, sagte die rot-grüne Gemeinschaft auf Ortsebene. Weil Rot-Grün im Landtag eine Stimme zur eigenen Mehrheit fehlt, ist Kraft auf Unterstützung aus anderen Fraktionen angewiesen. „Die neue rot-grüne Regierung wird politische Mehrheiten finden“, glaubt Hedwig Tarner, ehemalige Grünen-Landtagsabgeordnete, dass die Minderheitsregierung bis Ende der Legislaturperiode durchhalten wird. Mit Blick zur Linkspartei im Landtag, fügt Tarner hinzu: „Die Zeiten, wo die Linken die Bösen waren, sind vorbei.“

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