Warendorf
Richtig Energie sparen

Mittwoch, 11.08.2010, 11:08 Uhr

Warendorf - Die Stadt Warendorf will die Themen „Klimaschutz und Energieeinsparung “ künftig noch gezielter angehen. Ansporn ist die Bewerbung um den „European Energy Award“ (eea). In einer vierteiligen Serie stellt die Stadtverwaltung Themenschwerpunkte heraus, um sie transparenter zu machen. Heute geht es um Maßnahmen zur Wärmedämmung an den Schulen in Warendorf.

„Bei der Wärmedämmung von Gebäuden haben wir es vor allem mit der Energieeinsparverordnung 2009 und dem Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz zu tun“, erklärt Hilmar Stock , vom Sachgebiet Gebäudewirtschaft.

Einige Gesetze gebe es seit längerem, viele würden aber verschärft. Etwa die Energieeinsparverordnungen aus den Jahren 2007 und 2009, die Bauherren konkrete Anforderungen zum effizienten Energieverbrauch vorschreiben. Ferner gibt es das Erneuerbare-Energien-Gesetz, das eine Nutzung erneuerbarer Energien bei der Wärmeerzeugung vorsieht. „Diese Regelungen in Einklang zu bringen, ist manchmal ein Spagat“, räumt Stock ein.

Doch die Verwaltung gibt ihr Bestes und hat im Rahmen des Konjunkturpakets II verschiedene Maßnahmen zur energetischen Verbesserung städtischer Schulen durchgeführt. So wurden an der Grundschule Freckenhorst 100 Fenster ausgetauscht. Kostenpunkt: 165 000 Euro.

Am Mariengymnasium werden Dach und Fassade gedämmt. Auch hier werden Fenster ausgetauscht. Alles in allem eine Investition von 900 000 Euro.

Die neue Pausenhalle mit Sanitärtrakt an der Von-Galen-Schule wurde ebenfalls nach den Richtlinien der EnEV auf den Weg gebracht. Hier werden eine Million Euro fällig.

Und schließlich setzte die Bauverwaltung drei Maßnahmen an der Hauptschule Hinter den drei Brücken um: Das Dach der Turnhalle wurde konstruktiv ertüchtigt und wärmetechnisch gedämmt. Diese Maßnahme ließ sich die Stadt 100 000 Euro kosten. Außerdem wurden die 50 Jahre alten Fenster des Westbaus getauscht und die Fassade gedämmt (300 000 Euro) sowie Türen und Fenster der alten Pausenhalle ausgetauscht (100 000 Euro).

„Die Aufteilung der Gelder war eng, da wir möglichst viele Maßnahmen umsetzen wollten“, erklärt Stock. Überdies haben die umfangreichen Planungen alle Beteiligten vor Herausforderungen gestellt: „Hundert Fenster in nur sechs Wochen Schulferien austauschen zu wollen, ist ein Ding der Unmöglichkeit“, weiß Stock aus Erfahrung. Letztlich verdanke man es der Flexibilität der Schüler und Lehrer des Mariengymnasiums und der Hauptschule Hinter den drei Brücken, dass es möglich wird. Die nutzen vorübergehend Räume an der Hermannstraße oder Container.

Was die energetische Ertüchtigung am Ende bringt, weiß der Fachmann noch nicht genau. Stock: „Erst in zwei Jahren sehen wir hier klarer. Dann haben wir zwei Heizperioden durchlaufen und können zuverlässiger sagen, ob sich die Investitionen rechnen.“ Ein Nahziel besteht nun zunächst darin, alle Schulen mit einem Energieausweis zu versorgen. Nur anhand der darin aufgeführten Ist-Daten zum Energieverbrauch könne festgestellt werden, welche Maßnahmen der Wärmedämmung der Schulträger zusätzlich zu ergreifen habe. Bis dahin gelte, dass auch die Nutzer durch richtiges Verhalten zu einer Senkung des Energieverbrauchs beitragen können. Schlichte Verhaltensregeln wie: „Tür zu - damit es nicht zieht“ oder „Licht aus - sonst ist es Stromverschwendung“ seien Gold wert.

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