Warendorf
Werkstoff Glas verzeiht nichts

Mittwoch, 18.08.2010, 21:08 Uhr

Warendorf - Glas ist ein Werkstoff der Zukunft und es liegt einfach im Trend: ob im Hochbau als ein Stilmittel für neue Wege der Architektur oder in der Innenraumgestaltung als stilvolles Highlight oder gar im Bereich Zukunftstechnologien - Glas als kleines Solarkraftwerk, das täglich elektrischen Strom erzeugt. Die Ausbildungsberufe Glaser/in und Flachglasmechaniker/in sind daher zweifellos Berufe mit Zukunft. Glasermeister Michael Koch , und Produktionsleiter Heiko Zischke , beide von Teutemacher Glas und Spiegel, erläutern, wo die Schwerpunkte dieser Ausbildungsberufe liegen.

„Handwerkliches Geschick und technisches Verständnis sollten die Bewerber auf alle Fälle mitbringen“, macht Michael Koch deutlich. Er muss es wissen, denn er leitet den Bereich Glaskonstruktion bei Teutemacher Glas und Spiegel. Ein Interesse in den Bereichen Zeichnen, Mathematik und Technik bringe ebenso Vorteile. Ein guter Hauptschulabschluss mit ordentlichen Noten in Mathematik sei eine gute Voraussetzung für diese Berufswahl. Das Aufgabengebiet eines Glasers ist vielfältig und geht weit über das Verglasen von Fenstern hinaus. „Der Schwerpunkt unserer Tätigkeit liegt heute im Innenbereich“, stellt Michael Koch klar. Die Glaser sind stets im Montageteam unterwegs, dabei geht es nicht nur um die Verglasung auf der Baustelle, sondern vielmehr um die Montage von Ganzglasanlagen, Glastüren, Duschabtrennungen und Glastrennwänden. An die Glaser werden also Anforderungen rund um die konstruktive und kreative Arbeit gestellt. Die Vielseitigkeit der Montagebedingungen und auch der Montagemethoden prägt dabei den Arbeitsalltag. „Wichtig ist dabei natürlich die Teamfähigkeit und die Flexibilität der Auszubildenden“, erläutert Koch. Neben der theoretischen Ausbildung über jährlich fünf bis sechs Wochen Blockunterricht in der Glasfachschule Rheinbach bei Bonn gibt es auch regelmäßig interessante Weiterbildungs- und Schulungsangebote für diesen Berufszweig. Drei Jahre dauert die Glaserausbildung insgesamt.

Einen komplett anderen Arbeitsalltag haben die Flachglasmechaniker, obwohl sie sich wie die Glaser ebenso mit dem Werkstoff Glas beschäftigen.

„Die Flachglasmechaniker arbeiten hauptsächlich in der Produktion, in der Be- und Verarbeitung von Glas“, erläutert Produktionsleiter Heiko Zischke. Die industrielle und maschinelle Bearbeitung, insbesondere auch das Glasschneiden und Schleifen mit CNC gesteuerten Maschinen sowie das Bohren, Polieren und Sandstrahlen des Werkstoffes stehe dabei im Vordergrund. „Hier ist Feinmotorik gefordert, der Werkstoff Glas verzeiht nichts“, so Heiko Zischke. Flachglas wird zu Isolierglas, Türen, Tischplatten, Glasmöbeln, Vitrinen, Wintergärten und Spiegeln verarbeitet.

Auch für die Flachglasmechaniker gilt die dreijährige Ausbildung mit dem regelmäßig laufenden Blockunterricht in Rheinbach. Einen ganz entscheidenden Vorteil gibt es für die Auszubildenden der Firma Teutemacher auf jeden Fall: „Die Mitarbeiter sollen auch später vielfältig im Betrieb einsetzbar sein, deshalb durchläuft jeder Auszubildende die gesamten Produktionsbereiche des Betriebes inklusive der Montage“, erläutert Heiko Zischke. Aufstiegschancen gibt es sowohl für die Glaser als auch für die Flachglasmechaniker nach entsprechender Berufspraxis. So können die Glaser den Meister oder Industriemeister der Fachrichtung Glas ablegen. Auch die Weiterbildung zum Techniker/in sowie für Betriebswirtschaft ist möglich. Die Flachglasmechaniker können Industriemeister/in der Fachrichtung Glas oder Techniker/in der Fachrichtung Glastechnik werden.

Gelegenheit, in diese Berufszweige hineinzuschnuppern, gibt es bei der Firma Teutemacher natürlich auch. Sowohl Schulpraktikanten als auch Praktikanten, die im Hinblick auf eine mögliche Ausbildungsstelle dort den Arbeitsalltag kennenlernen, gibt es regelmäßig. „Wir erwarten von den Praktikanten eine schriftliche Bewerbung mit der Angabe eines möglichen Zeitraums für das Praktikum“, erläutert im WN-Gespräch Glasermeisterin Anke Schlüter, die bei Teutemacher Glas und Spiegel die gewerblichen Auszubildenden betreut - in der Regel jeweils drei Glaser und Flachglasmechaniker. Übrigens - außer der Glasermeisterin gibt es im Unternehmen noch eine Glasergesellin. Die Berufe sind also durchaus für Mädchen geeignet, die die beschriebenen Anforderungen wie handwerkliches Geschick und technisches Verständnis erfüllen.

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