Warendorf
Kuscheln gegen die Kälte

Freitag, 18.02.2011, 12:02 Uhr

Warendorf - Was machen Bienen , wenn es draußen kalt ist und sie keine Pflanzen finden, deren Nektar sie schlürfen können? Antwort: Auch für Bienen ist der Winter Ruhezeit. „Bienen ziehen sich während der kalten Jahreszeit in eine „Wintertraube“ zurück“, erklärt Margret Westmeyer , Vorsitzende des Imkervereins Warendorf. „Dadurch produzieren die Bienen ihre Wärme selbst“.

Im Kern der „Traube“ können Temperaturen bis zu 25 Grad herrschen. Die Bienen rotieren um die Wärme konstant zu halten. Bei Kälte sind Bienen recht steif und träge. Dennoch verbrauchen sie bis zu zwanzig Kilo Wintervorrat, den sie zuvor eingelagert haben.

„Ab Oktober lässt man die Bienen in Ruhe“, weiß die Imkerin aus Erfahrung. Zur Sommersonnenwende ist der Höhepunkt des Bienenjahres erreicht und ab August  bereiten sich  die Bienen bis in den Herbst wieder auf die Winterzeit vor. Auch die Brutpause dient den Bienen um sich von den Sommerstrapazen zu erholen.

Westmeyer und ihre Kollegen kontrollieren die Behausungen, die so genannten „Beuten“ regelmäßig. Tote Bienen werden entfernt und Fluglöcher frei gehalten. Meist wird ein Mäusegitter vor dem Ausflug angebracht. Das lässt die Bienen durch - verhindert aber „Bienenfressern“ den Eintritt.

„Die Honigbienen müssen jederzeit die Möglichkeit haben zu fliegen“, erklärt Westmeyer. Während die Bienen eng zusammen „gekuschelt“ in ihren Beuten auf den Frühling warten, haben die Imker einiges zu tun.

„Das ist wie bei den Gärtnern“, vergleicht Westmeyer. „Die müssen auch alles für den Frühling vorbereiten.“

So widmen sich die Imker im Winter den Reparaturarbeiten rund um den Bienenstock.

„Manchmal gibt es auch Schäden durch Stürme“, bemerkt die Imkerin. „Der Schnee macht den Beuten jedoch nichts aus“.

Jeder Imker hat durchschnittlich sieben Bienenvölker. Berufsimker hingegen müssen bis zu 200 Völker halten, damit sich die Arbeit finanziell rentiert. Denn 20 Prozent des Honigverbrauchs  in Deutschland werden unter anderem im Kreis Warendorf produziert.

Im Winter wird das Volk kleiner. Die Zahl nimmt um ein drittel, von circa 15 000 auf 8 000 Bienen, ab.

Auch Verluste durch Milben und verschiedene Viren sind zu verkraften. Die Varroa-Milbe ist besonders hartnäckig. Der Parasit wurde vor Jahren mit Bienen aus Asien eingeschleppt, weiß die Expertin. „Die Milbe saugt die Brut an, so dass sie bereits krank schlüpft  und frühzeitig abstirbt.“

In den vergangenen Jahren sind zehn bis zwanzig Prozent der Völker eingegangen. „Das ist normal“, beruhigt Westmeyer. „Wenn das Volk zu groß wird, schwärmen die Bienen ab“. Dem beugen die Imker vor, indem sie die Bienen in andere Kisten umsiedeln.

Je nach Winterverlusten helfen sich die Imker untereinander mit Bienen aus. Der Imkerverein Warendorf besteht seit Jahren konstant aus fünfzig Mitglieder.

Sobald die Temperaturen auf über zehn Grad steigen, werden die Bienen wieder aktiv.

Winterbienen müssen in einem tadellosen Gesundheitszustand sein. Denn sie stellen im Frühjahr die erste Brut. Bei Temperaturen ab zwölf Grad können sie wieder ausfliegen. Die Königin legt die ersten Eier und das Volk beginnt  ein kleines Brutnest zu pflegen.

„Bis spätestens April sollte alles fertig sein“, weiß Westmeyer. „Dann fängt es an zu brummen“. Sobald die Sonne höher steht und Weidenkätzchen und Krokusse ihre Blüten zeigen, fliegen die Bienen zum Sammelflug aus. „Dann kommen sie richtig in Fahrt“, schwärmt Westmeyer.

In Deutschland halten rund 87 000 Imker insgesamt etwa 750 000 Bienenvölker. Für die meisten ist die Imkerei ein Hobby.

Bienen haben neben ihrer Funktion als Honiglieferanten noch eine andere wichtige Aufgabe: Indem sie Blüten bestäuben, sichern sie die Existenz von Pflanzen und sorgen für gute Erträge der Bauern.

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