Warendorf
Leipziger Top Ten: Ein Koffer voller Leben

Mittwoch, 30.03.2011, 11:03 Uhr

Warendorf - Wer eine Reise macht, der hat was zu erzählen, heißt es. Einen Koffer voller Leben haben Marita und Reinhard Hesse von der Leipziger Buchmesse mitgebracht. Familiengeschichten, Kriminalromane und amüsante Erinnerungen, die sie am Montagabend bei der 17. Veranstaltung „Top Ten“ zusammen mit Schauspieler Andreas Fiebig vor den gespannt lauschenden 85 Gästen in der Buchhandlung Ebbeke auspackten.

„David Martinez, Anwalt von Beruf erbt von seinem Großvater unerwartet zwei Millionen Dollar“, stellte Reinhard Hesse den Krimi „Cagot“ vor. Doch ist die Auszahlung der Erbschaft mit der Bedingung verbunden, im Baskenland die Familiengeschichte kennen zu lernen. Ritualmorde in England und ein ETA-Terrorist, David und der Journalist Simon Quinn geraten in Lebensgefahr.

Auf den Weg nach Südtirol macht sich Eva, die den im Sterben liegenden Vito Anania besuchen will. „Warum hat Vito mich angerufen und nicht meine Mutter Gerda, seine verlorenen Liebe,“ versetzte Andreas Fiebig in seiner Lesung aus „Eva schläft“ seine Zuhörer mühelos in den fahrenden Zug. Eine Reise in das Italien der 30er Jahre beginnt.

„Freundschaft verbindet - und Freundschaft kann zur tödlichen Bedrängnis werden,“ fuhr Hesse mit „Töchter des Schweigens“ fort. Sieben Freundinnen hüten ein Geheimnis, dann wird Lena ermordet.

„Meister und Grünschnabel, das war die Hierarchie des ersten Tages,“ trug Fiebig aus „Kriegsbraut“ vor. Staub und Langeweile, so hatte sich Esther Dieffenbach den Bundeswehreinsatz in Afghanistan nicht vorgestellt. Sie meldet sich zu Patrouillenfahrten und lernt Mehsud kennen. Doch die Realität des Krieges holt sie ein.

Was ist wahr, fragt sich Fernsehreporterin Wendy Tynes in dem nächsten vorgestellten Roman „In seinen Händen“. Ist Dan Mercer wirklich pädophil? „Kaum scheint sich die Handlung mal in ruhiges Fahrwasser zu begeben“, erklärt Hesse, „folgt schon der nächste Hinweis, dass es womöglich doch alles ganz anders war.“ Das Publikum lauscht aufmerksam, auch Gisela Eggenwirth und Helma Schwanitz unterhalten sich bei einem Glas Wein in der Pause angeregt über ihre Favoriten.

Sienna wird des Mordes an ihrem Vater angeklagt. Joe jedoch ist sich ihrer Schuld nicht so sicher. „Ein Psychothriller, bei dem sie die Nacht vergessen werden,“ sagt Hesse über „Todeswunsch“.

„Alles was bleibt“ sind 17 Fotos für jedes Ehejahr mit Leo, der sich in eine Jüngere verliebt hat. „Mir ist da was passiert,“ las Fiebig gekonnt vor und lässt Gesine, die in der Normandie wieder zu sich selbst findet, mühelos lebendig werden. Doch dann trifft sie eine beinahe tragische Entscheidung.

Um die große Liebe geht es auch in „Mit nackten Händen.“ Emma hat endlich den Verlust von Raphael überwunden, als plötzlich Gios, Raphaels 15-jähriger Sohn bei ihr auftaucht. Eine leidenschaftliche Beziehung entwickelt sich.

Ein ganz besonderes Verhältnis hat die jüdische Großmutter Tonia in „Meine russische Großmutter und ihr amerikanischer Staubsauger“. Schmutz ist ihr größter Feind, dem Tonia, zur Erheiterung des Fiebig lauschenden Publikums, mit unzähligen Lappen in ihrem neuen Haus in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts in Israel zu Leibe rückt. Ihren größten Schatz, den „Swiiperrr“ benutzt sie nicht. Sie sperrt ihn ins Badezimmer ein und so wird der Staubsauger für den Enkel zur Legende.

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