Warendorf
Wo ist der Trompeter?

Sonntag, 13.03.2011, 18:03 Uhr

Warendorf - „Es gibt auch noch ein Leben nach der karnevalistischen Zeit“, mit diesen Worten eröffnete Bürgermeister Jochen Walter am Samstagabend den Jour fixe im Dachtheater , den er gemeinsam mit Birgit Lüke moderierte, der sich nach der närrischen Zeit wieder einer gelungen Mischung aus Musik, Theater  und Literatur widmete. Während draußen allmählich das triste Winterwetter den ersten Sonnenstrahlen weicht, stand das Kleinkunsttheater dazu passend unter dem Motto „Frühlingserwachen“.

Den Anfang machten an diesem Abend fünf musikalisch begabte Schüler des Mariengymnasiums und des Laurentianums, die eine Kostprobe aus dem schulübergreifendem Musicalprojekt „Das Orangenmädchen“ von Jostein Gaarder gaben. Begleitet wurden  Maria Bergmann, Charlotte Gengenbach , Johannes Niehaus und Hermann Bedke unter der Leitung von Joachim Holling von Ines Niehaus am Klavier. „Das Orangenmädchen ist ein sehr philosophisches kleines Stück und keins, das ausladend daher kommt. Es ist ein Kammermusical, mit vielen leisen Tönen“, beschreibt Lehrer Joachim Holling das neue Projekt, das nicht wie „Blutsbrüder“ ein großes Stück mit vielen Akteuren ist, sondern eins, das mit wenigen Protagonisten auskommt. Sowohl die musikalischen Auszüge, als auch die kurze schauspielerische Szene der Nachwuchstalente überzeugten das Publikum und machten Lust auf mehr. Die Premiere ist für den 17. Juni angekündigt.

Auch Hubertus Janssen, ein regelmäßiger und gern gesehener Gast beim Jour fixe, ließ es sich nicht nehmen und widmete sich einer Winterliebesgeschichte, die seiner eigenen Feder entsprungen ist. In dieser Geschichte ging es um ein ungleiches Pärchen, das in einer kalten Winternacht an einer Bushaltestelle zueinander gefunden hat. Natürliche hatte Janssen auch wieder einige kabarettistische Sichtweisen auf das Leben wie „Zwölf Hasen hoppeln nach Essen, Kulturhauptstadt-Rasen fressen“ parat.

Der schon mehrfach angekündigte Trompetenschüler, dessen Name keiner so genau kennt, der Musikschule Beckum Warendorf ließ die gespannten Besucher des Kleinkunsttheaters erneut vergeblich warten. Doch für Ersatz war schnell gesorgt, denn Matthias Bitting und Charlotte Gengenbach sprangen spontan ein, um den Ablauf des Abends nicht völlig aus dem Konzept zu bringen. Bitting fuhr in einer der zahlreichen Pausen noch nach Hause, um schnell ein paar Noten und Songtexte zu besorgen. Vor dem folgenden ungeplanten Auftritt konnte man dann nur den Hut ziehen. Mit der Begleitung von Bitting am Klavier performte Gengenbach unter anderem Songs von The Animals etwas tiefer als gewöhnlich und sorgte damit für ein besonderes Flair im abgedunkeltem Dachtheater. „Probt in Zukunft nicht mehr so viel, denn gerade das Spontane war wunderbar“, schwärmte Birgit Lüke. Und Gegenbach fügte hinzu: „Wir sind halt ein Überraschungsgast mit Überraschungen.“

Den krönenden Abschluss des Abends bildete der Vollblutmusiker Barney Wewer. Mit seinem Programm „Dead or alive“  hatte der Mann mit der E-Gitarre das Publikums schnell auf seiner Seite. Mit Stücken unter anderem von Bon Jovi, Gunsn´Roses oder Johnny Cash konnte er das Publikum mit seiner eindringlichen Stimme vollends begeistern.

„Warendorf befindet sich seit einigen Wochen in Konkurrenz zu der Stadt Ahlen. Wir erhöhen unsere Chancen einfach, indem wir mit ganz legitimen Mitteln kämpfen und die fabelhafte Ahlener Musikszene einfach nach Warendorf holen“, so Jochen Walter über den Ahlener Barney Wewer, der an diesem Abend die Rocksongs etwas mehr im Swing und Country Stil präsentierte. Und der Ausflug in die Welt der härteren Töne kam beim Publikum super an. „Experiment geglückt!“

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/251528?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F35766%2F703995%2F706313%2F
Nachrichten-Ticker