Warendorf
Lange Gesichter an der Zapfsäule

Dienstag, 26.04.2011, 06:04 Uhr

Warendorf - „Und kosts Benzin auch drei Mark zehn - egal, es wird schon gehen“, singt Markus in dem Klassiker der Neuen Deutschen Welle „Ich will Spaß“. Dass dieser Preis knapp 30 Jahre später zur Realität wird, hätte 1982 wohl niemand vermutet. Doch bereits einen Tag vor den Osterfeiertagen erblickten die Autofahrer am Gründonnerstag die Rekordsummen von 1,59 Euro pro Liter für Benzin und 1,46 Euro für Diesel.

„Vor Feiertagen sind die Preise immer hoch“, erklärt Olga Bauer von der Aral Tankstelle am August-Wessing-Damm die Rekordsummen. Immerhin einen Cent billiger war es bei der Büscher Tankstelle an der Milter Straße. Einen Trend für die Ostertagen wollte Frank Büscher aber nicht wagen. „Das ist wie mit dem Wetter , das kann man schlecht vorhersagen.“ Aber neben dem Osterfest sind auch noch Schulferien - beides sei ausschlaggebend für den Spritpreis, erklärt er weiter. Bei Jürgen Fast an der Tankstelle in der Gänsestraße kostete der Liter Benzin 1,57 und Diesel 1,44 Euro. „Dass der Preis über die Feiertage noch steigt, denke ich nicht“, prognostizierte er. Dies sei der Höchststand.

Damit behielt der Tankstellenbesitzer zwar Recht, für gute Laune bei den Autofahrern sorgte dies aber nicht. Mit entsetztem Blick sahen sie zu, wie Liter um Liter und Euro um Euro im Tank verschwanden.

Dabei war der Preis in Warendorf im deutschlandweiten Vergleich nicht der Spitzenreiter. Sogar 1,60 Euro pro Liter Superbenzin mussten Autofahrer mancherorts auf den Tisch legen, um mit einem vollen Tank sicher ans Ziel zu kommen.

Wer aber im Osterurlaub nach Osteuropa fuhr, hatte Grund zur Freude: In Polen kostete der Liter Super 1,26 Euro, Diesel gab es für 1,24 Euro pro Liter. Dieselfahrer im Nachbarland Luxemburg bezahlten für einen Liter schlappe 1,19 Euro, Super kostete 1,30 Euro und war im Vergleich mit den deutschen Preisen extrem günstig. Wer allerdings die Oster- und Ferientage in den Niederlanden verbrachte, befand sich beim absoluten Spitzenreiter: Benzin kostete dort 1,73 Euro pro Liter. Diesel war mit 1,42 Euro vergleichsweise preiswert, wie der ADAC berichtete.

Wer nicht auf den Wagen aufgewiesen war und nur kurze Strecken zurücklegen musste, war in diesen Tagen gut beraten, sich auf den Drahtesel zu schwingen und zum Ziel zu radeln. Das war preislich konkurrenzlos günstig.

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