Warendorf
Chancen auf dem Arbeitsmarkt

Mittwoch, 13.07.2011, 20:07 Uhr

Warendorf - Da kann man doch gratulieren: Die BOM - die Berufsorientierungsmesse in Warendorf - ist nun volljährig. Bereits zum 18. Mal strömten Schülermassen auf das Gelände zwischen Kreishandwerkerschaft und Paul-Spiegel-Berufskolleg, um sich schlau zu machen über Firmen, Berufe und Ausbildungsplätze.

Und man konnte auch direkt Hand anlegen und die eigenen manuellen Fähigkeiten testen: Ob am Steuer eines Mini-Baggers, im improvisierten Friseursalon oder beim Puppen pampern - die Bandbreite der Unternehmen und Ausbildungsgänge war riesig.

Bei vielen Unternehmen konnten die rund 3000 Schüler, die auch in diesem Jahr wieder aus verschiedenen Orten des Kreises nach Warendorf kamen, nicht nur Fragen stellen und Infos bekommen. Sie sollten auch Fragen beantworten: So hatte zum Beispiel die Firma Friwo aus Ostbevern einen kleinen Test mitgebracht. Wer wollte, konnte hier schon mal einige Aufgaben aus dem Einstellungsverfahren absolvieren. Da geht es um Mathe, Maße und Gewichte, aber auch um normales Allgemeinwissen: Wann war der zweite Weltkrieg? Oder: Wie heißt die Hauptstadt von Schleswig-Holstein?

Handwerkliche Angebote, kaufmännische Arbeitsplätze, Jobs in Industrie und Verwaltung, die Verbindung von Studium und praktischer Ausbildung im Betrieb - auf der BOM konnte jeder Interessent fündig werden. Dieses lebendige Treiben, das gute Klima und die unkomplizierte Kommunikation seien ein wesentliches Merkmal der Ausbildungsmesse, lobt Warendorfs Bürgermeister Jochen Walter die Veranstaltung: „Der Arbeitsmarkt hat sich gedreht. Die Unternehmen haben großes Interesse sich hier zu präsentieren.“ Das werde auch in der Zukunft wohl so bleiben, meinte Walter: „Die BOM wird ihre große Bedeutung behalten.“

„Hier kann jeder Pott seinen Deckel finden“, ist sich Landrat Dr. Olaf Gericke sicher. Zumal der Bedarf an gutem Nachwuchs steigt. Die Zahl der Ausbildungsplätze im Kreis Warendorf ist im vergangenen Jahr um 20 Prozent auf 1765 gestiegen.

Es gebe allerdings auch alarmierende Signale: „Rund 22 Prozent der Ausbildungsverhältnisse werden vorzeitig aufgelöst.“ Das führe zu Frust bei Azubis und Unternehmen. Da habe die BOM eine wichtige Funktion: „Hier können die richtigen Partner zusammenfinden.“

Ulrich Rehbock, Chef des Paul-Spiegel-Berufskollegs, verweist auf die große Flexibilität der Berufsorientierungsmesse: „Die BOM hat sich in den vergangenen Jahren immer wieder den sich wandelnden Realitäten angepasst.“ Das werde auch in Zukunft so bleiben, ist er sicher. Mit ihrer zielgruppenorientierten Ausrichtung werde die BOM auch in den kommenden Jahren eine wichtige Veranstaltung bleiben.

Das sieht Karl Pinnekamp, der Erfinder der Messe, genauso: „Wir sind sehr kundenorientiert. Unser Angebot deckt ab, was Unternehmen und Schüler wünschen.“ Seit dem Start der BOM habe sich die Situation allerdings grundlegend geändert: Während es in den Anfängen mehr Suchende als Ausbildungsplätze gegeben habe, sei die Lage heute umgekehrt.

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