„Sophie soll für immer bleiben“
Abschied nach dreiwöchigem Praktikum fällt allen schwer

Warendorf -

Nicht nur für Sophie Hovestadt (16) ist das dreiwöchige Praktikum im integrativen Elisabeth-Kindergarten eine besondere Erfahrung. „Sophie war eine Bereicherung für uns“, sagt Leiterin Barbara Schoppmann über Sophie, die mit dem Down-Syndrom auf die Welt kam.

Samstag, 26.11.2011, 09:11 Uhr

Nicht nur für Sophie Hovestadt (16) ist das dreiwöchige Praktikum im integrativen Elisabeth-Kindergarten eine besondere Erfahrung. „Sophie war eine Bereicherung für uns“, sagt Leiterin Barbara Schoppmann über Sophie, die mit dem Down-Syndrom auf die Welt kam. „Die Emotionen und Gefühle, die uns im Alltag verloren gehen, hat sie sich bewahrt. Sie brachte Lebensfreude in den Kindergarten“, so die Erzieherin weiter.

Und auch Sophie ist begeistert von ihrem Praktikum: „Ich will gar nicht mehr weg, so gut hat es mir hier gefallen“, sagt sie ein wenig wehmütig. Aber nicht nur ihr fällt der Abschied schwer. „Sophie soll für immer bleiben“, sagt die kleine Marie (4). „Das würde ich auch gerne“, entgegnet ihr die Schülerin der Freien Waldorfschule in Everswinkel , als sie gemeinsam mit Hannah (4) und Abi (5) die letzten Muffins dekorieren. „Die gibt es morgen als Überraschung für die Kinder“, erklärt die 16-Jährige, die sich fest das Ziel gesetzt hat, Erzieherin zu werden.

Ihre Motivation ist groß, so dass sie auf jeden Fall die Mittlere Reife schaffen will, die für die Erzieher-Ausbildung notwendig ist. Der Ausflug in die Praxis hat Sophie aber nicht nur viel Freude bereitet, sondern sie auch an die Kindheit erinnert. „Ich war auch damals schon hier im Kindergarten“, erzählt sie. „Sophie war 1998 unser erstes integrativ geschultes Kind“, ergänzt die Erzieherin. Vier Kinder werden im Elisabeth-Kindergarten in der Mozartstraße integrativ betreut. „Dies stellt auch kein Problem dar mit anderen Kindern. Das menschliche Miteinander steht immer im Vordergrund“, so Schoppmann. Aber Integration mache nur Sinn, wenn eine zusätzliche Förderung gewährleistet sei, macht sie klar.

Neben den alltäglichen Aufgaben wie den Tisch decken und vorlesen, zeichnete sich Sophie durch ihr fußballerisches Talent aus. „Fußball ist mein größtes Hobby“, sagt die Schülerin. „Sie bringt den Kindern auch einige Tricks bei“, verrät Barbara Schoppmann.

Die richtige Motivation für ihr berufliches Ziel hat Sophie durch ihr Praktikum bekommen. Zuvor hatte sie ein Praktikum im Hotel und eins auf einem Bauernhof absolviert. „Aber die Arbeit im Kindergarten gefiel mir am besten“, so die Schülerin.

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