Heiligen Josef im Internet bestellt
Krippkesbekieken des Heimatvereins mit rekordverdächtiger Teilnehmerzahl

Freckenhorst -

Zum mutmaßlich 23. Krippkesbekieken des Freckenhorster Heimatvereins (so ganz wollten sich Vorsitzende Wilma Richter und Heimatfreund Friedel Rose da nicht festlegen) versammelten sich gestern Nachmittag rekordverdächtige 60 Teilnehmer auf dem Stiftsmarkt. Vier Krippen galt es zu bestaunen, zwei davon in der Bauerschaft Hoenhorst.

Donnerstag, 29.12.2011, 01:12 Uhr

Zum mutmaßlich 23. Krippkesbekieken des Freckenhorster Heimatvereins (so ganz wollten sich Vorsitzende Wilma Richter und Heimatfreund Friedel Rose da nicht festlegen) versammelten sich gestern Nachmittag rekordverdächtige 60 Teilnehmer auf dem Stiftsmarkt. Vier Krippen galt es zu bestaunen, zwei davon in der Bauerschaft Hoenhorst.

Anders als im Vorjahr, als Alt und Jung durch den Schnee stapften, wurden daher Fahrgemeinschaften gebildet. So erreichte der fast dreijährige Johannes Niemerg, der wohl jüngste Teilnehmer, mit Mama Rita und weiteren Mitfahrern die Ziele. Und ein junger Mann chauffierte Großmutter und Großtante von Haus zu Haus – sein Weihnachtsgeschenk für die alten Damen.

Angeführt wurden die drei Gruppen, die in den gemütlichen Wohnzimmern und Dielen natürlich auch die weihnachtliche Deko und die geschmackvoll geschmückten Weihnachtsbäume in Augenschein nahmen, von Wilma Richter, Margit Schulze Stentrup und Friedel Rose. Während Gisela und Bernd Günnewig sich offensichtlich über die vielen Besucher freuten, die bei selbst gebackenen Plätzchen, Tee sowie etwas härteren Getränken in ihrem heimeligen Wohnzimmer an der Paul-Löwe-Straße glatt zu versacken drohten, war der Kater der Familie wahrscheinlich not amused. Vor allem, als er erleben musste wie sich die neugierige „Meute“ rund um die Ende der 40er-Jahre entstandene Zeller Krippe versammelte, unter der sich der Vierbeiner in diesen Tagen hin und wieder zu verstecken pflegt. Zur Feier des Tages hatte Bernd Günnewig die Heiligen drei Könige schon in der Krippe, die sich die Familie vor etwa zehn Jahren zugelegt hat, platziert. „Damit Ihr wisst, dass wir die auch haben“, scherzte seine Frau Gisela.

Das „Alle Jahre wieder“, bei den Günnewigs zum Abschied vielstimmig intoniert, noch in den Ohren, ging es in die Bauerschaft Hoenhorst. In der Diele von Annette Höving, die ihre Gäste mit Getränken und Gebäck empfing, sorgte ein Stall, in den 50er- Jahren von einer auf dem Hof lebenden alten Schlesierin gebaut, für ein regelrechtes Blitzlichtgewitter. „Meine Mutter hat die Holzfiguren gekauft und ich hab’ alles geerbt“, berichtete Annette Höving, während zwei Krippenbesitzer fachsimpelten, wo man günstig Moos erstehen und wie man den kleinen, die Krippe umgebenden Staketenzaun aus Silvester-Raketenstöcken nachbauen könnte.

Auch auf dem Nachbarhof, bei Familie Klosterkamp, gaben sich die Besucher an diesem Abend die Klinke in die Hand. Während Anneliese Klosterkamp die Gruppen mit heißen Getränken und Gebäck versorgte, war ihre Schwiegermutter Ida Klosterkamp ganz in ihrem Element. Mit Begeisterung erzählte sie von der wahrlich bewegten Geschichte ihrer Krippe. Die gewiss 100 Jahre alten Figuren, die einst ihrer Tante, einer älteren Schwester ihres Vaters gehört hatten, seien irgendwann auf den Hof nach Hoenhorst gekommen, hätten dann einige Jahre im Haus eines Vetters die Krippe geschmückt und seien schließlich – in einer Persil-Schachtel – wieder auf dem Hof in Hoenhorst aufgetaucht. Und zum Abschluss hielt die alte Dame mit den vergnügt funkelnden Augen noch eine Spukgeschichte für ihre Zuhörer bereit. Diese dankten es ihr, indem sie der Deutschen liebstes Weihnachtslied anstimmten: „Stille Nacht“ – alle drei Strophen. Von einem vorweihnachtlichen Drama berichteten Geva Hustert und Andrea Horstmann, Leiterin der Wohnstätte der Lebenshilfe an der Marietheres-von-Spies-Straße, in der bei Punsch, Glühwein und Plätzchen der gesellige Abschluss für alle stattfand. Als vor dem Weihnachtsfest die in den 50er-Jahren gegossene Krippe aufgebaut werden sollte, fehlte der Heilige Josef. „Er war geköpft“, berichtete Geva Hustert, die über das Internet einen würdigen Nachfolger bestellte, der glücklicherweise pünktlich zum Fest geliefert wurde.

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