Premiere im Hirtenamt
Die neue Steinmann-Orgel in Buddenbaum stammt aus einem Kölner Privathaushalt

Hoetmar -

Wenn die Gläubigen am ersten Weihnachtsfeiertag das Hirtenamt in der Kapelle Buddenbaum um 8.30 Uhr mit „Stille Nacht, heilige Nacht“ eröffnen, wird für viele ein Traum in Erfüllung gehen. Erstmals wird Organist Mirko Kieslich die 368 Holz- und Zinnpfeifen der neuen Orgel ertönen lassen.

Freitag, 23.12.2011, 01:12 Uhr

Der mittlerweile verstorbene Udo Löckmann hatte 1998 als erster den Traum von einer großen Orgel für Buddenbaum . Damals stellte er als Kirchenvorstandsmitglied den Kontakt zur Rietberger Orgelbaufirma Speith her, die gerade die prächtige Orgel in der Lambertus-Kirche aufbaute.

Inhaber Ralf Müller erinnerte sich vor rund sechs Wochen an Buddenbaum, als er eine Steinmann-Orgel, Baujahr 1978, aus Privatbesitz angeboten bekam. Eine Delegation der Buddenbaumer besichtige die Orgel, die bisher in einem Kölner Privathaushalt stand und kaufte sie für die Wallfahrtskapelle. Dann wurden alle Hebel in Bewegung gesetzt, um passend zu Weihnachten Orgelpremiere feiern zu können. „Eigentlich dauert so etwas viel länger“, macht Müller im Gespräch mit den WN deutlich.

Die Orgel aus Eichenholz, die sich laut Müller in einem außergewöhnlich guten Zustand befindet, hat fünf Register und ein Vollpedal: „Diese Orgel hält locker noch 100 bis 300 Jahre.“ Obwohl sie nur einmanualig sei, könne man sie über eine sogenannte Schleifenteilung zweimanualig spielen: „Die linke Hand spielt dann eine andere Melodie als die rechte Hand.“ Organist Mirko Kieslich spricht von einem „satten Klang, der die Kapelle füllt“. Sowohl Kieslich als auch Müller machen aber deutlich, dass eine Orgel nur gut klingt, wenn der Raum, in dem sie steht, optimale Voraussetzungen bietet. Die Kapelle habe eine angenehme Akustik, die Intonation der Orgel sei fast ein Kinderspiel. Orgelbaumeister Müller ist sogar überzeugt: „In Buddenbaum sind nun kleine kammermusikalische Konzerte möglich.“ „Wir lassen uns auf jeden Fall etwas einfallen“, kündigt Heiner Ruthmann, Vorsitzender der Kapellengemeinschaft, an.

Am Montagnachmittag sollte die Orgel eigentlich stehen, doch Ralf Müller hatte beim Ausmessen der Kapelle nicht gemerkt, dass die Decke schief ist. So mussten zwei Zentimeter vom oberen Aufbau abgeschnitten werden, ehe der Aufbau am Dienstag und Mittwoch vollendet werden konnte.

Insgesamt halfen acht Personen, davon sechs Buddenbaumer, die rund 200 Kilogramm schwere Orgel auf die Empore der Kapelle zu zu bringen. Die Kosten in fünfstelliger Höhe teilen sich die Pfarr- und die Kapellengemeinde je zur Hälfte.

Die alte Elektronenorgel Buddenbaums, übrigens ebenfalls Baujahr 1978, hat endgültig ausgedient. Vor 1978 gab es nur ein Harmonium in der kleinen Kapelle.

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