Konzert „Viersaitig“
Ukulele-Quartett „Viersaitig“ begeistert im Dachtheater

Warendorf -

Einen Sack Flöhe zu bändigen, ist schwer, sagt der Volksmund. Die vier „Flöhe“, die am Mittwochabend über die Bühne des übervollen Dachtheaters hüpften, rissen die Gäste zu wahren Begeisterungsstürmen hin. Das Quartett „Viersaitig“ bot auf ihren Ukulelen ein eher ungewöhnliches musikalisches Programm. Gemeint sind damit Stefan Rotterdam, Hendrik Schulze-Walgern, Lars Bitting und Johannes Niehaus.

Donnerstag, 12.01.2012, 10:01 Uhr

Konzert „Viersaitig“ : Ukulele-Quartett „Viersaitig“ begeistert im Dachtheater
Mit ihren kleinen Instrumenten sorgten die vier Ukulele-Spieler für wahre Begeisterungsstürme beim Pulbikum im Dachtheater. Foto: Trautner

Die Ukulele sieht aus wie eine Spielzeuggitarre für Kinder. Tatsächlich ist sie ein traditionelles Instrument der Hawaiianer. Ukulele bedeutet auf hawaiianisch „hüpfender Floh“, was den Eindruck der über das Griffbrett hüpfenden Finger wiedergeben soll. In der Regel wird der „hüpfende Floh“ mit vier Saiten gespielt – also „Viersaitig“.

Dabei moderierten die vier selbst auf charmante Art durch den Abend. „Es ist schwer, ein Programm zusammenzustellen“, übten sie sich im „Understatement“. „Wir haben uns letzte Woche mal getroffen, um zu proben“, behaupten sie. „Wir bekommen ja schließlich heute Geld dafür.“ Zudem haben sie dann noch Lieder im Repertoire, die sie angeblich nie proben, „da sie sonst schlechter werden“.

Polynesische Volksmusik brauchten die Zuschauer aber nicht zu erwarten. Vielmehr haben die vier jungen Musiker bekannte Hits aus Rock, Pop und Blues auf den kleinen „Klampfen“ umgesetzt: „Grenade“ von Bruno Mars, Crash Test Dummies, Bon Jovi , Ronan Keating und Reamonn haben sie um-arrangiert. Bei ACDCs „Thunderstruck“ fliegen die Finger nur so über die Saiten und Saschas „Lucky Day“ bekommt ganz neue Qualitäten. Bei Interpretationen von Sinatras „ New York , New York“ und „Take On Me“ von A-ha beweist Johannes Niehaus , dass er sich stimmlich nicht hinter seinem Instrument zu verstecken muss.

Als „Special Guest“ hatte man Hermann Behtke eingeladen. Aber der wurde von seiner Arbeitsstelle für den Auftritt leider nicht freigestellt. Christina Möllers, bekannt aus den MGW-Musicals, war ebenfalls als Gaststar dabei. Sie begeisterte mit „Rolling In The Deep“.

Gespickt mit Kabarett- Einlagen und spontanen Sketchen wurde der Abend nicht nur musikalisch kurzweilig. Warendorf war dabei ein großes Thema. Mit dem „Warendorf-Song“ und dem „Vielsaitig-Blues“ gaben sie auch eigene Kompositionen zum Besten.

Der gespielte Streit, welches Gymnasium besser sei – das Mariengymnasium oder das Lau – erheiterte das Publikum. „Wir drei sind vom MGW“, mobbt Rotterdam . „Nur Lars ist vom Lau.“ – „Ich gebe hier meinen Rücktritt aus der Band bekannt“, frotzelt Bitting zurück.

Beim „Liebeslied“ gab es zu den erwarteten Sprachen Englisch und Französisch auch Strophen in Deutsch- Türkisch (nachzulesen bei Thilo Sarrazin) und Latein sowie verschiedene Dialekte. Aus aktuellem Anlass wurde das Liebeslied um eine „Wulff-Version“ erweitert.

Unter dem Motto: „Schön kann jeder“ waren es genau die frechen Akzente, die dem Publikum gefielen. Musik auf hohem Niveau mit gelungenen Interpretationen auf der Ukulele, gepaart mit kabarettistischen Einlagen – das ist „Viersaitig“. Das begeisterte Publikum entließ die „hüpfenden Flöhe“ erst nach zwei Zugaben von der Bühne.

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