Sauer auf die Stadt
Versammlung des Feuerwehr-Löschzuges Milte / Klagen über Baumängel und mangelnde Wertschätzung

Milte -

Stinksauer auf die Stadt Warendorf sind die Feuerwehrleute in Milte. Das zeigte sich in der Jahreshauptversammlung am Freitagabend. Baumängel am Feuerwehrhaus und fehlendes Ersatzfahrzeug führten zu einer gewissen Demotivation innerhalb des Löschzuges, bemerkte Zugführer Roland Danwerth in seiner Begrüßungsrede. Ablesen lasse sich das am Grad der Dienstbeteiligung sowie an den Ausrück- und Alarmzeiten. Sogar die Schutzzielvorgabe bei einem Brandeinsatz in Milte habe nicht eingehalten werden können. Die Blauröcke seien zwar schnell am Einsatzort gewesen, nicht aber mit der geforderten Personenstärke.

Montag, 06.02.2012, 02:02 Uhr

Sauer auf die Stadt : Versammlung des Feuerwehr-Löschzuges Milte / Klagen über Baumängel und mangelnde Wertschätzung
Für 40-jährige Zugehörigkeit zur Feuerwehr wurde Willi Pleßner (3. v. l.) geehrt. Das Foto zeigt ihn mit (v. l.) Christoph Amsbeck, Roland Danwerth, Gereon Pleßner und Josef Recker. Foto: Micke

Stinksauer auf die Stadt Warendorf sind die Feuerwehrleute in Milte . Das zeigte sich in der Jahreshauptversammlung am Freitagabend. Baumängel am Feuerwehrhaus und fehlendes Ersatzfahrzeug führten zu einer gewissen Demotivation innerhalb des Löschzuges, bemerkte Zugführer Roland Danwerth in seiner Begrüßungsrede. Ablesen lasse sich das am Grad der Dienstbeteiligung sowie an den Ausrück- und Alarmzeiten. Sogar die Schutzzielvorgabe bei einem Brandeinsatz in Milte habe nicht eingehalten werden können. Die Blauröcke seien zwar schnell am Einsatzort gewesen, nicht aber mit der geforderten Personenstärke.

Seit einem Jahr beklagten die Milter Feuerwehrleute feuchte Wände am renovierten Gerätehaus. Bereits während der Bauphase sei die Verwaltung auf das Problem hingewiesen worden. Nach starken Regenfällen, etwa im Dezember, habe die Halle im Erdgeschoss „blank unter Wasser“ gestanden. Die „erheblichen Baumängel“ würden von der Verwaltung aber nicht abgestellt. Erst im November sei die Wehr über einen angeblichen Rechtsstreit zwischen Verwaltung und dem Architekten informiert worden.

„Als weiteren Punkt könnte man in diesem Zusammenhang auch die wiederholte Verzögerung der Ausschreibungsmodalitäten für die Ersatzbeschaffung unseres LF 16 TS nennen. Planmäßig sollen Großfahrzeuge im Stadtverband nach 25 Jahren ersetzt werden, das wäre in unserem Fall im Jahr 2010 gewesen, und es sind immer noch nicht die Ausschreibungsunterlagen verschickt worden“, klagte der Löschzugführer.

Die Politiker wiesen zwar regelmäßig bei öffentlichen Veranstaltungen auf die Wichtigkeit des Ehrenamtes bei der Feuerwehr hin, doch diese Fensterreden hielten nur so lange, wie der Bürger hinhöre. Die Feuerwehr sei 24 Stunden einsatzbereit für die Bürger der Stadt. „Dafür“, so Danwerth, „sollte man als Gegenleistung eine ehrlich gemeinte Wertschätzung verlangen dürfen.“

Dieter Terörde stellte klar, dass die Milter zufrieden seien mit dem renovierten Gerätehaus, dass aber die nicht abgestellten Baumängel für Unmut sorgten.

Schriftführer Stefan Hagedorn blickte in seinem Jahresrückblick auf 32 Einsätze mit den 515 geleisteten Stunden zurück. Die 40 Feuerwehrleute hatten Brandeinsätze und technische Hilfeleistungen in Milte zu leisten und unterstützten auch benachbarte Wehren. Stadtbrandmeister Josef Recker zeigte sich in seinem Grußwort erfreut über vier Neuaufnahmen und verdeutlichte die Bedeutung der Nachwuchsarbeit: „Ohne diese jungen Männer oder aber auch Frauen, die sich ehrenamtlich für die Dienste am Bürger einsetzen, würde das bestehende System der Freiwilligen Feuerwehr auf die Jahre gesehen zusammenbrechen.“ Die vier neuen Anwärter sind Udo Krampe, Sven Abbenhorn, Tobias Borgmann und Dominik Schmidt.

Geehrt wurden die Kameraden, die an allen 20 Übungseinheiten teilgenommen hatten: Andre Hovestadt und Gereon Pleßner. Einmal gefehlt hatten bei den Übungsabenden Ulrich Auf der Lanwer, Martin Borgmann, Andre Jost-Dahlhoff und Christoph Jürgens.

Recker zeichnete die Feuerwehrmänner aus, die erfolgreich am Leistungsnachweis teilgenommen hatten. Das Silberabzeichen erhielt Konrad Evermann, das Abzeichen in Gold mit grünem Untergrund Andre Jost-Dahlhoff.

Besonders geehrt wurde Willi Pleßner, der dem Löschzug am 6. Dezember 1971 beigetreten und ein Garant für Zuverlässigkeit, Einsatzbereitschaft und Kameradschaft war. Aus gesundheitlichen Gründen erfolgte zum 1. April 2003 der Wechsel in die Ehrenabteilung. Das Feuerwehr-Ehrenzeichen in Gold für 35-jährige aktive Dienstzeit blieb Pleßner damit verwehrt, wie Roland Danwerth feststellte, der Willi Pleßner nun im Namen des gesamten Löschzuges für seine Verdienste mit einem Präsent dankte.

Hermann-Josef Terörde blickte auf die Aktivitäten der Ehrenabteilung, der zurzeit 17 Kameraden angehören. In den Festausschuss wurden Johannes Kortenbreer und Gisbert Knorr berufen. Zum neuen Kassenprüfer wählte die Versammlung Henrik Kuhlage.

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