Mittagstisch für die Gesamtschule
200 Essen und wer kocht?

Warendorf -

Man stelle sich vor, die Gesamtschule startet am Standort der Hauptschule „Hinter den drei Brücken“ und mittags bleibt für die 160 angemeldete Schulkinder die Küche kalt. Das könnte passieren, wenn die Stadt keinen Caterer findet. Denn die Deula-Küche kann dieses Aufkommen nicht stemmen.

Samstag, 17.03.2012, 07:03 Uhr

Mittagstisch für die Gesamtschule : 200 Essen und wer kocht?
Die reine Ausgabenküche in der Hauptschule Hinter den drei Brücken ist für 200 Essen nicht ausgelegt. Es muss küchentechnisch aufgerüstet werden, damit der Gesamtschulbetrieb nach den Sommerferien rund läuft. Die Stadt führt zudem Gespräche mit den Freckenhorster Werkstätten für ein Mittagsangebot, kann sich aber auch eine Kombination mit dem aktuellen Caterer, der Deula, vorstellen. Foto: Edler

Die Stadt Warendorf hat große Aufgaben für die Umgestaltung ihrer Schullandschaft zu stemmen. Sie muss sich um ihre Gesamtschule kümmern, die nach den Sommerferien erstmals mit 160 Kindern und mit sechs Eingangsklassen im Schulgebäude der Hauptschule Hinter den drei Brücken startet.

Damit der Ganztagsbetrieb gesichert ist, muss es einen Mittagstisch geben. In der Schulmensa mit Ausgabentheke und Spültisch werden zurzeit 70 Essen für Hauptschüler ausgegeben. Kooperationspartner der Hauptschule in Sachen Mittagessen ist die Deula, die zwar nicht vor Ort kocht, aber aufgrund ihrer Nähe zur Schule das Essen täglich frisch in der eigenen Küche zubereitet und heiß in der Schule anliefert.

Nach den Sommerferien müsste die Deula 200 Kinder mit Mittagessen versorgen und das ist ein Problem. Die Deula hat der Stadt jetzt signalisiert, dass diese Größenordnung nicht mehr zu bewältigen ist. „Wir suchen nach einer Lösung und werden sie auch finden“, verspricht Schulamtsleiter Udo Gohl auf WN-Anfrage. „Wir spielen zurzeit alle Caterer-Varianten durch und führen Gespräche.“ „Fredi“, das Integrations-Unternehmen unter dem Dach der Freckenhorster Werkstätten, das das Bistro 32 im Schulviertel betreibt, sei eine Option. Gohl könne sich auch eine Kooperation mit zwei Partnern vorstellen: „Fredi liefert die Beilagen und die Deula die Schnitzel . . .“

Dass die Küche in der Hauptschule gar nicht für 200 Essen ausgerichtet ist, stellt die Stadt bei der Frage nach dem Caterer vor das kleinere Problem: „Hier müssen wir ganz klar nachrüsten“, so Gohl. Und damit meint der Schulleiter keine komplette Zubereitungsküche, sondern die Möglichkeit der Tiefkühllagerung und des Aufwärmens (Dampf-Garer). „Wenn Essen für so eine große Anzahl von Schülern angeliefert wird, muss es die Möglichkeit des Warmhaltens geben.“

Bislang sei es so, dass die Deula das Essen kocht, in Behältnisse füllt, zur Schule liefert und dort die Behältnisse sofort wieder ans Stromnetz angedockt. So bleibt das Essen warm. Die Aufrüstung der Küche sei zwar mit Kosten verbunden, doch diese Herausforderung könne die Stadt meistern, ist Gohl zuversichtlich. Genaue Kosten vermochte er nicht zu nennen. Nur soviel: „Es wird nicht so teuer wie das Bistro 32.“

Und allen Kritikern, die bei der Diskussion um eine Gesamtschule vor allem vor hohen Kosten warnten, kontert Gohl: „Die Kosten für eine Küchenerweiterung hätten wir auch bei einer Sekundarschule gehabt.“

In der Hauptschule, die nach den Sommerferien keine Eingangsklassen mehr aufnimmt und nach und nach ausläuft, werden zurzeit 323 Schüler unterrichtet. 63 machen jetzt ihren Abschluss, so dass es zum Schuljahr 2012/2013 noch 260 Hauptschüler am Standort Hinter den drei Brücken geben wird.

Wie stark der Einschnitt bei den Schülerzahlen der Hauptschule ist, zeigt, dass es aktuell 37 Fünftklässler gibt, die in fünf Jahren zum Abschluss geführt werden. Die Zahl der Entlassschüler hat sich nahezu halbiert.

Zeitgleich startet nach den Sommerferien die Gesamtschule im gebundenen Ganztagsbetrieb mit 160 Fünftklässlern. Das heißt schon mal 160 feste Mittagessen. Hinzu kommen die Mahlzeiten für die Hauptschüler. 70 der zurzeit 323 Hauptschüler haben ein Mittagessen gebucht.

Gohl weiß, dass die Akzeptanz einer warmen Mahlzeit bei den Fünft- bis Siebtklässlern größer ist als bei den höheren Jahrgängen. Da die Hauptschule ausläuft, vermutet Gohl, dass sich die Anzahl der Mittagessen mittelfristig etwas entspannen wird.

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