Toys Spiel- und Babyfachmarkt schließt
Comeback für Online-Handel geplant

Warendorf -

Die von der Insolvenz betroffenen Toys-Geschäftsführer Thomas Hölscher und Frank Genrich arbeiten derzeit an einem neuen Konzept im Online-Handel und haben bereits ein Finanzierungsmodell in der Tasche. Insolvenzverwalter Stephan Michels kennt dieses Konzept. Er könnte sich gut vorstellen, dass Gläubiger und Vertragspartner mitspielen und so ein Neustart auf „kleiner Flamme“ möglich wäre.

Donnerstag, 01.03.2012, 12:03 Uhr

Toys Spiel- und Babyfachmarkt schließt : Comeback für Online-Handel geplant
Der Toys Spiel- und Babyfachmarkt an der B 64 schließt zum Ende des Monats. Nachmieter soll ein Matratzen-Markt sein. Foto: Geuer

Der Toys Spiel- und Babyfachmarkt an der B 64 schließt zum 31. März seine Pforten. Im Rahmen des Insolvenzverfahrens haben sich die Geschäftsführer Thomas Hölscher und Frank Genrich dazu entschlossen, diesen gemieteten Standort aufzugeben. Bereits ab April zieht dort ein Matratzen-Markt ein.

Hölscher und Genrich arbeiten derzeit an einem neuen Konzept im Online-Handel und haben bereits ein Finanzierungsmodell in der Tasche. Insolvenzverwalter Stephan Michels kennt dieses Konzept. Er könnte sich gut vorstellen, dass Gläubiger und Vertragspartner mitspielen und so ein Neustart auf „kleiner Flamme“ möglich wäre.

Wie berichtet, machen die Toys-Gesellschafter allein den Logistiker Sanitop-Wingenroth für den Zusammenbruch ihres Unternehmens verantwortlich. „Die Logistik hat nicht funktioniert“, weiß Michels. Der Insolvenzverwalter wollte zwar nicht bestätigten, dass das Logistikunternehmen Schuld an der Insolvenz ist, schloss es aber auch nicht aus. Sanitop-Wingenroth habe sich bislang sehr kooperativ gezeigt, so Michels, so dass man jetzt die Verhandlungen abwarten und die geschlossenen Verträge prüfen müsse. Rechtsanwälte sind eingeschaltet.

Die Toys-Geschäftsführer machen auf jeden Fall Schadensersatzansprüche geltend. Ihre Meinung nach sei die Logistikfirma mit der vielen Kleinteile umfassenden Spielzeug-Verteilung für den Online-Shop völlig überfordert gewesen. Der genaue Schaden soll jetzt beziffert werden. Für Hölscher und Genrich ist ihre Einkommensquelle zerstört, das Unternehmen unverschuldet verbrannt worden. Dabei sei der Online-Handel eine Erfolgsstory gewesen. Toys hatte nach eigenen Angaben zum Schluss Umsätze im einstelligen Millionenbereich.

Im Rahmen der Sanierungsbemühungen im Insolvenzverfahren arbeiten die Toys-Gesellschafter an einem neuen Online-Konzept – voraussichtlich in Kooperation mit den noch bestehenden Verkaufsmärkten. Nach WN-Informationen will man bereits in einem Monat an die Öffentlichkeit gehen. Hölscher wollte sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht zu den neuen Ideen äußern.

Der Onlineshop www.spielparadies de ist weiterhin offline gestellt. Pechers Spielparadies in der Oststraße in Warendorf und die Filialen in Beckum und Oelde sind von der Insolvenz nicht betroffen.

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