Milter Bürger schlagen Alarm
Nahversorgung in Gefahr

Milte -

Die Nahversorgung in Milte ist in Gefahr: Kürzlich schloss die Schlecker-Filiale, bereits 2010 der Edeka-Markt – der einzige Lebensmittelmarkt. Jetzt schlagen Bürger Alarm. Sie haben sich zu einer Dorf-Initiative zusammengeschlossen und fordern von der Stadtverwaltung Alternativen ein.

Mittwoch, 20.06.2012, 06:06 Uhr

Die Nahversorgung in Milte ist in Gefahr: Kürzlich schloss die Schlecker-Filiale, bereits 2010 der Edeka-Markt – der einzige Lebensmittelmarkt. Jetzt schlagen Bürger Alarm . Sie haben sich zu einer Dorf-Initiative zusammengeschlossen und fordern von der Stadtverwaltung Alternativen ein.

Bürgermeister Jochen Walter kennt die Situation, hat aber keine spontane Lösung parat. Er listete im Hauptausschuss erst einmal auf, was es in dem Dorf noch gibt: „Einen Getränkehandel, zwei Brötchenläden, einen Weinhandel, eine mobile Fleischtheke und eine Gaststätte.“ Vergeblich habe die Stadtverwaltung, federführend der Wirtschaftsförderer, seit Dezember 2011 nach einer Lösung für eine bessere Nahversorgung in Milte gesucht, berichtete der Bürgermeister. Überlegungen, das Grundstück der ehemaligen Tischlerei Mietzner für die Ansiedlung eines Lebensmittelmarktes zu gewinnen, scheiterten. Es gebe derzeit weder einen Investor noch einen Betreiber dafür, sagte Walter.

Ob sich Lidl , Netto und Co. in dem 1936-Seelen-Dorf niederzulassen, ist fraglich. Nach Informationen unserer Zeitung setzen Discount-Märkte mindestens 2500 Einwohner voraus, ansonsten rechne sich ein Markt wirtschaftlich einfach nicht.

Auch das ganze Feld genossenschaftlicher Lösung habe die Verwaltung abgeklopft – ohne Erfolg. „Wunder können wir nicht erzwingen“, sagte Walter.

CDU-Ratsherr Markus Pletzing, selbst wohnhaft in Milte und dortiger CDU-Ortsunionschef, weiß, dass der Status Quo Anlass zur Sorge gibt. „Da gibt es die 85-jährige Frau im Dorf, die kein Auto hat. Oder die alleinerziehende Mutter dreier Kinder. Wo sollen sie ihre Lebensmittel kaufen?“ Pletzing habe bereits genossenschaftliche Modelle, unter anderem mit den Freckenhorster Werkstätten, durchgespielt. Auch Gespräche bezüglich einer Aktivierung des alten Edeka-Marktes habe er geführt. Mit dem Fazit: „Man kann keinen Einzelhändler dazu zwingen, Minus zu machen.“

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