Rund zehn Prozent aller Arbeitnehmer in Warendorf haben mit den Vierbeinern zu tun
Wirtschafts-Faktor Pferd

Warendorf -

Pferde und Warendorf – das ist nicht nur eine Image-Sache, sondern ein ganz handfester Wirtschafts-Faktor.

Freitag, 01.06.2012, 09:06 Uhr

Warendorf hat einiges zu bieten – etwa den Historischen Marktplatz, der seinen ganz eigenen Charme versprüht, oder den Emssee mitsamt den großen Grünflächen und dem Blick aufs Wasser – ein Ort der Ruhe, herrlich zum Verweilen und Entspannen. Aber nicht nur diese Gemütlichkeit lockt jährlich Hunderttausende Besuchern in die Emsstadt. Es sind vor allem die Vierbeiner , die Warendorf weltweit bekannt gemacht haben. Doch welchen wirtschaftlichen Wert haben die Vierbeiner für die Stadt eigentlich?

Die Zahlen und Statistiken, die Thomas Hartwig , Pferdefreund, früher Pressesprecher der FN und freier Journalist, ermittelt hat, machen überaus deutlich, welchen enormen ökonomischen Faktor die „Branche Pferd“ für die Emsstadt hat. „Rund zehn Prozent von den 11 000 Beschäftigten in Warendorf haben beruflich mit Pferden zu tun“, erklärt Hartwig. „Das ist eine Menge für eine Kleinstadt und macht die Vierbeiner zum wichtigsten Wirtschafts-Faktor Warendorfs.“

Robert Kleinschmidt vom Bundesverband mittelständischer Wirtschaft (BVMW) für den Kreis Warendorf/Coesfeld zieht ein ähnliches Fazit wie Thomas Hartwig: „Im Kreis werden Millionenumsätze mit Pferden gemacht“, erklärt er. Dies hänge vor allem mit der Komplexität der Branche zusammen. Viele Wirtschaftszweige seien durch die Vierbeiner in irgendeiner Form miteinander verzahnt. Kleinschmidt gibt ein passendes Beispiel: „In Warendorf und Umgebung pflanzt ein Landwirt nicht nur Gemüse an, sondern baut gleichzeitig auch noch einen Reitstall. Und dafür benötigt er Architekten, Zaunbauer, Landschaftgärtner, aber eben auch Futterlieferanten und Händler für Pferdebedarf.“ Dadurch verzahnen sich die unterschiedlichen Branchen miteinander, so dass durch das Pferd ein großer Wirtschaftskomplex entsteht, der die Region belebt.

Aber nicht nur Handwerksbetriebe oder der Handel boomen durch Hengste und Stuten. Auch Hotellerie und Gastronomie profitieren in hohem Maße. Allein schon wegen der vielen Pferde-Veranstaltungen wie Bundeschampionate oder Hengstparaden kommen tausende Besucher nach Warendorf. „Die lassen Millionen von Euro in Warendorf – sei es im Hotelgewerbe, in der Gastronomie, im Einzelhandel oder in der Dienstleistungsbranche“, erklärt Thomas Hartwig.

„2010“, so schreibt der in Milte lebende freie Journalist in einem Artikel über die wirtschaftliche Bedeutung des Pferdes für den Kreis Warendorf, „belief sich der durch den Tourismus generierte Gesamtumsatz im Kreis Warendorf auf rund 140 Millionen Euro, von denen ein großer Teil auf den Pferdetourismus entfiel.“

Hartwig resümiert in seinem Bericht: „In Warendorf gibt es wohl kaum einen Wirtschaftszweig, der nicht in irgendeiner Weise die Pferdebranche tangiert.“ So habe sich das Thema vor allem in den letzten 50 Jahren für Warendorf zu einem zentralen Schwerpunkt entwickelt und sei für die Kreisstadt zu einem unverzichtbaren Wirtschafts-Faktor geworden, an dem seit langem auch viele Arbeitsplätze hängen.

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